Neun Zugänge, ein neuer Trainer und reichlich junges Personal: Der FSV Babelsberg 74 geht mit einigen Veränderungen in die Regionalliga. Marvin Bellin muss daraus nun möglichst schnell eine Mannschaft formen, die auch eine Etage höher funktioniert.
Der FSV Babelsberg 74 ist zurück in der Regionalliga Nordost – und startet dort mit einem anderen Gesicht. Neun Spielerinnen sind neu, Marvin Bellin hat das Amt des Trainers von Dirk Heinrichs übernommen, mehrere Talente wagen den Sprung in den Frauenbereich. Der Aufsteiger muss deshalb gleich zwei Aufgaben lösen: in der neuen Liga ankommen und sich dabei selbst erst finden.

Teamcheck
Das große Ziel der vergangenen Saison hat Babelsberg erreicht: den Aufstieg in die Regionalliga. Dazu gewann 74 erneut den Landespokal. Das bescherte dem Club schon vor dem Start der neuen Spielzeit ein echtes Highlight, als er sich am vergangenen Sonntag in der Qualifikation zur 1. Hauptrunde des DFB-Pokals gegen den Zweitligisten und Lokalrivalen 1. FFC Turbine Potsdam achtbar aus der Affäre zog und lediglich mit 0:4 verlor.

Ein kleiner Stachel sitzt dennoch. Babelsberg verpasste die Meisterschaft und beendete die Saison hinter dem SV Grün-Weiß Brieselang auf Platz zwei. An der bereits feststehenden Teilnahme an den Aufstiegsspielen änderte das nichts. Insgesamt fällt die Bilanz beim Verein aber klar positiv aus. Besonders wichtig war aus Babelsberger Sicht, dass die Mannschaft trotz einiger Herausforderungen im Laufe der Saison enger zusammengerückt ist. Gleichzeitig entwickelten sich die jungen Spielerinnen weiter.



Im Sommer hat sich der Kader deutlich verändert. Feline Jung kommt vom SV Grün-Weiss Brieselang, Jolanda Bolt vom SFC Stern 1900 und Leonie Obst vom Werderaner FC. Henriette Knabe und Lara Köcer wechseln von Hertha 03 Zehlendorf. Gleich drei Spielerinnen – Sophie Chapman, Jessica Morche und Naomi Quiala – kommen aus der U17 von Hertha BSC. Rica Gast spielte zuletzt in der männlichen B-Jugend des Ludwigsfelder FC. Daniela Schönke und Johanna Boron haben die Mannschaft verlassen. Helma von Zadow und Lätizia Mai hören wegen ihres eigenen Nachwuchses auf. Franka Schauss und Maria Kleinfeld wechseln in die zweite Frauenmannschaft.
Der Generationenwechsel schreitet voran – nur eben eine Liga höher
Damit wartet auf Bellin gleich zu Beginn seiner Amtszeit reichlich Arbeit. Die vielen Neuen sollen möglichst schnell integriert werden. Gleichzeitig will Babelsberg junge Spielerinnen an die Anforderungen des Frauenfußballs und der Regionalliga heranführen. Der bereits begonnene Generationswechsel geht damit eine Liga höher weiter. Kurzfristig geht es darum, in der Regionalliga Fuß zu fassen. Dahinter steht aber der Anspruch, eine Mannschaft zu formen, die dort längerfristig bestehen kann.
Perlentaucher
Wer Babelsberg in der neuen Saison spielen sieht, soll vor allem eines merken: Gegen 74 wird es unangenehm. Bellin setzt auf Einsatz und eine Mannschaft, die geschlossen auftritt. Leidenschaftlich verteidigen, dem Gegner alles abverlangen und keinen Meter herschenken – so beschreibt der neue Trainer die Richtung.

Bei einer anderen Frage hält er sich dagegen bewusst zurück. Warum diese Mannschaft besonders gut zu ihm und seinem Trainerteam passt? Das könne er nach der kurzen gemeinsamen Zeit noch nicht seriös beantworten. Eine bemerkenswert nüchterne Antwort – und vielleicht die passendste für einen Trainer, der sein neues Team gerade erst kennenlernt.
Babelsberg will sich einen Namen machen
Konkreter wird Bellin beim Blick auf das Saisonende. Dann soll sich Babelsberg in der Regionalliga eingefunden, die Saison souverän beendet und sich in der neuen Spielklasse einen Namen gemacht haben.
Darauf kommt es an
Eine Spielerin besonders herausheben möchte Babelsberg nicht. Das ergibt angesichts der Veränderungen durchaus Sinn. Denn interessant ist weniger die Frage, wer sofort herausragt, sondern wie die unterschiedlichen Teile zusammenpassen. Einige Zugänge bringen bereits Erfahrung im Frauenbereich mit. Andere stehen genau vor diesem Schritt.

Besonders auffällig ist die junge Fraktion aus dem Talentschuppen von Hertha BSC. Es wird spannend zu beobachten sein, wie sie sich im Frauenbereich macht. Auch wie schnell aus vielen neuen und jungen Gesichtern eine Mannschaft wird, die auf Regionalliga-Niveau funktioniert, dürfte eine der entscheidenden Fragen der ersten Saisonmonate werden.
Titelbild: Renè Teichmann
