Unions U23 nimmt die neue 3. Liga ins Visier. Ein veränderter Kader und einige spannende Personalien machen neugierig, wohin der Weg führen kann.
Eine gute Hinrunde, eine Rückrunde mit reichlich Anschauungsmaterial: Anja Matthes fasst die vergangene Saison ihrer U23 beim 1. FC Union Berlin treffend als „sportlich erfolgreiche Hinrunde, sehr lehrreiche Rückrunde“ zusammen. Mehr muss man darüber vielleicht gar nicht sagen.

Denn der Blick geht ohnehin nach vorn. Und dort wartet diesmal ein ziemlich konkretes Ziel. Union möchte sich für die neue 3. Liga qualifizieren. Gleichzeitig bleibt die U23 das, was sie sein soll: ein Ort, an dem junge Spielerinnen gefordert werden, Erfahrungen sammeln und zeigen können, wie weit ihr Weg noch führt.
Teamcheck
Im Sommer ist einiges in Bewegung geraten. Aus dem eigenen Nachwuchs rücken Spielerinnen nach, dazu kommen Leni Hof (FC Carl Zeiss Jena II), Lea Aséko Nkili (Hertha BSC), Lene Clausen (VfL Wolfsburg), Aylin Ardic (VfL Kurpfalz Mannheim-Neckarau/TSG Hoffenheim), Therese Goldmann (Hertha BSC U17), Sophia Palacios (SV Rot-Weiß Viktoria Mitte), Meliah Hartmann (Türkiyemspor Berlin) und Aaliyah Thomas (Hertha BSC).

Einige bringen mehr mit als eine gute Nachwuchsausbildung. Hof kennt die Liga aus Jena, Hartmann kam in der vergangenen Saison für Türkiyemspor auf 19 Regionalliga-Einsätze und fünf Tore. Aséko wiederum durfte nach ihrem Wechsel bereits mit Unions Bundesliga-Team ins Trainingslager. Auch Goldmann war bei Hertha schon nah dran: Beim entscheidenden Aufstiegsspiel gegen Saarbrücken gehörte sie zum Spieltagskader.

Ein Name, auf den nun alle besonders achten sollen? Damit kann Matthes wenig anfangen. „Der Beobachter darf sich besonders auf die Mannschaft freuen, denn sie spielen gemeinsam Fußball“, sagt sie. Und wenn jemand dabei seine persönliche Lieblingsspielerin entdecke, sei das eben „ein toller Zusatz“.
Das passt ganz gut zu einer U23, in der es zwar um individuelle Fortschritte geht, die Liga aber jede Woche als Mannschaft bewältigt werden muss.
Perlentaucher
Wie soll das aussehen? Mit Ball dominant und zielstrebig, gegen den Ball bissig, konsequent und kompakt. Anja Matthes beschreibt eine Mannschaft, die aktiv sein und nicht darauf warten soll, was der Gegner anbietet.

Entwicklung ist dabei keine Einbahnstraße. Matthes nimmt auch sich und ihr Trainerteam in die Pflicht. Gemeinsam wolle man wachsen und den Spielerinnen gerade dann ein Vorbild sein, wenn es schwieriger wird.
Gelegenheit dazu wird es geben. Die vergangene Rückrunde dürfte noch gut genug in Erinnerung sein, als es hier und da empfindliche Niederlagen und unerklärliche Leistungsschwankungen gab. Diesmal soll aus solchen Phasen mehr entstehen als nur die Erkenntnis, was beim nächsten Mal besser laufen muss.
Darauf kommt es an
Union hat mit der 3. Liga ein klares sportliches Ziel. Mindestens genauso interessant wird sein, wer innerhalb dieser Mannschaft leistungsmäßig einen Satz nach vorne macht. Dass die Wege an der Alten Försterei kurz sein können, hat beispielsweise Aséko in diesem Sommer bereits erlebt: Kaum in Köpenick angekommen, ging es für sie mit dem Bundesliga-Team ins Trainingslager.

Nicht jede muss diesen Weg sofort gehen. Und nicht für jede sieht er gleich aus. Aber genau darin liegt der Reiz dieser Mannschaft: beobachten zu können, wer sich festspielt, wer überrascht – und wer irgendwann tatsächlich eine Tür weiter oben aufstößt.
Fotos: 1. FC Union Berlin
