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Friedrichshagen gewinnt 5:0 bei Türkiyemspor

Der erste Tabellenführer heißt Hansa +++ Bero startet souverän +++ Pankow lässt Federn in Lichtenberg +++ Neucoach Schöne punktet mit Neukölln dreifach +++ Hertha II mit überzeugendem Berli-Liga Debüt.

Hansa lässt zum Auftakt nichts anbrennen

Die FSV Hansa 07 ist mit einem 8:0 (6:0) gegen den Moabiter FSV in die neue Berlin-Liga-Saison gestartet. Der Sieg gegen den Vorjahres-Abstiegskandidaten überraschte weniger als seine Deutlichkeit. Den Torreigen eröffnete Neuzugang Alina Janowitz bereits in der 7. Minute – und das sehenswert: Aus rund 16 Metern jagte sie den Ball oben rechts in den Winkel. Lea Anna Berndorf (17.) und Kim-Lucia Ruoff (31.) legten nach, ehe Lykka Maibaum mit einem ebenfalls starken Distanzschuss das 4:0 erzielte (43.). Noch vor der Pause schraubten Janowitz (44.) und Ruoff (45.) das Ergebnis auf 6:0.

Nach dem Wechsel ließ es Hansa etwas ruhiger angehen. Janowitz machte mit ihrem dritten Treffer das 7:0 perfekt (53.), Gentijana Podvorica setzte in der 74. Minute den Schlusspunkt.

„Wir waren von der ersten bis zur 90. Minute dominant“, sagte Hansa-Trainer Philipp Pawelzik. Lediglich einen Treffer nach der Pause habe seine Mannschaft etwas „reingemurmelt“, ansonsten habe das Ergebnis den Spielverlauf ziemlich gut widergespiegelt. „Wir sind einfach sehr zufrieden, da gibt es nichts zu deuten.“

Dass Hansa in dieser Saison einiges an Qualität mitbringt, war schon vor dem Auftakt klar. Der Kader wurde im Sommer ordentlich verstärkt, unter anderem mit Marta Zander Zeidam (zuletzt Viktoria Berlin) und Dreifachtorschützin Janowitz (SV Empor). Moabit trat zudem nicht in Bestbesetzung an. Ein souveräner Start für Hansa war damit durchaus zu erwarten – acht Tore dann aber doch nicht.


Ersatzgeschwächte Türkiyemspor-U23 geht gegen Friedrichshagen unter

Der Friedrichshagener SV ist mit einem souveränen 5:0 (2:0) bei Türkiyemspor Berlin U23 in die neue Berlin-Liga-Saison gestartet. Sarah Weihmann wurde beim 1:0 mit einem Steckpass auf die Reise geschickt und schob frei vor dem Tor ein (21.). Kurz darauf jagte Letizia Gattner den Ball aus rund 18 Metern unter die Querlatte (21.).

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Letizia Gattner erzielte ein herrliches Tor zur 2:0-Führung für Friedrichshagen.

Türkiyemspor war mit erheblichen Personalproblemen in die Partie gegangen. Trainer Melvin Mert hatte nach zahlreichen Absagen nach eigener Aussage am Vortag stundenlang daran gearbeitet, überhaupt einen Kader zusammenzubekommen. Drei Spielerinnen aus der Ü35 halfen schließlich aus. Eine davon war Sanna El-Agha, die vorne immer wieder Bälle festmachte und zumindest für etwas Entlastung sorgte.

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Sandra Weihmann auf dem Weg zum vierten Treffer der Gäste.

Offensiv kam Türkiyemspor dagegen kaum einmal gefährlich vor das Friedrichshagener Tor. Kurz nach der Pause zog Celina Bakowski vom Flügel Richtung Strafraum, dribbelte sich am Sechzehnereck nach innen und traf zum 3:0 (48.). Sandra Weihmann ließ vor dem 4:0 ihre Gegenspielerin im Eins-gegen-eins stehen, ging allein auf die Torhüterin zu und schob ein (82.).

Den Schlusspunkt setzte erneut Sarah Weihmann (88.). Ihre Schwester Sandra brachte den Ball über den Flügel, Sarah wartete am langen Pfosten und schob zum 5:0 ein. Dabei war Türkiyemspor mit dem Ergebnis noch gut bedient. Gerade in der zweiten Hälfte ließ Friedrichshagen einige Möglichkeiten liegen und hätte durchaus noch zwei oder drei Treffer nachlegen können.

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Routiniers unter sich: Alina Lindemann (l.) im Zweikampf mit Sanna El-Agha.

Mert konnte mit dem Auftritt seiner notdürftig zusammengestellten Mannschaft unter diesen Umständen dennoch leben – zumal der Friedrichshagener SV mit einem starken Kader angereist war. Für den FSV war es am Ende ein ungefährdeter Auftaktsieg. Fotos: Matthias Vogel


Berolina bestraft Inters Fehler konsequent

Der FC Internationale brauchte eine Weile, um in die Partie zu finden – Berolina Mitte nicht. Die Gäste machten von Beginn an Druck, ließen Inter kaum Luft und legten damit früh den Grundstein für den 4:0-Erfolg (3:0).

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Emma Lamprecht agierte auf der 8 und ließ gleich einmal ihre Stürmerqualitäten aufblitzen: Hattrick.

Emma Lamprecht eröffnete nach einem Doppelpass mit Silvia Engels und gutem Nachsetzen bereits in der 9. Minute den Torreigen. Wenig später legte sie mit einem starken Dropkick nach einer Klärungsaktion nach. Das 3:0 kurz vor der Pause war dagegen fein herausgespielt: Amelie Schlüter schickte Engels mit einem diagonalen Schnittstellenpass auf die rechte Seite, deren scharfe Hereingabe Schlüter im Zentrum verwertete.

„Wir waren teilweise zu zaghaft und sind nicht wirklich in die Zweikämpfe gekommen“, sagte Inter-Trainer Pascal Armbruster über die erste Hälfte. Nach dem schnellen 0:2 habe seine Mannschaft zwar besser ins Spiel gefunden, das dritte Gegentor kurz vor der Pause sei aber ein weiterer Rückschlag gewesen.

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Silvia Engels ist wieder fit – und gewohnt spielfreudig.

Nach dem Seitenwechsel zeigte Internationale ein anderes Gesicht. Gleich zu Beginn lief Aliya Türker allein auf das Bero-Tor zu, setzte ihren Lupfer aber über Torhüterin und Kasten. Später scheiterte Isabell Höltze mit einem Schuss an der Latte. Inter war nun deutlich präsenter und gestaltete die zweite Hälfte weitgehend ausgeglichen.

Den nächsten Fehler bestrafte Bero allerdings erneut. Nach einem Pass der Inter-Torhüterin ins Zentrum verteidigte Lamprecht aggressiv nach vorne, setzte sich durch und schob überlegt zu ihrem dritten Treffer und zum 4:0 ein.

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Armbruster sah Berolina am Ende als verdienten Sieger, empfand das Ergebnis gemessen am Spielverlauf aber als etwas zu hoch. Gerade nach der Pause hatte Inter durchaus seine Möglichkeiten. Der entscheidende Unterschied: „Berolina Mitte hat einfach die Qualität, Fehler auszunutzen.“ Fotos: Berolina Mitte


Doppelpack und drei Punkte: Schrama bringt Neukölln auf Kurs

Die ersten drei Punkte sind da. Grün-Weiß Neukölln setzte sich zum Saisonauftakt verdient mit 3:1 (2:0) gegen Aufsteiger Wittenauer SC Concordia durch und zeigte vor allem in der ersten Hälfte, wohin die Reise unter dem neuen Trainer Markus Schöne gehen könnte.

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Nele Becker (r.), hier verfolgt von Concordias Lara Hieber, bereitete die Neuköllner Führung vor.

Neukölln ließ den Ball gut laufen, suchte immer wieder die Tiefe und hatte die Partie im Griff. Das 1:0 leitete Nele Becker über die linke Seite ein, ihre Hereingabe verwertete Leona Schulz (32.). Sieben Minuten später schickte ein feiner Steckpass Alina Schrama auf den Weg, die den Ball an Concordia-Torhüterin Stefanie Röhrich vorbei zum 2:0 einschob.

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Jacqueline Behrends ist vor Neuköllns Emely Schlendermann am Ball.

Direkt nach der Pause legte Schrama nach. Ihr scharf getretener Freistoß von links kam auf den kurzen Pfosten, Röhrich bekam die Hände an den Ball, konnte das 3:0 aber nicht verhindern (47.).

Danach ließ Neukölln die Partie zunehmend austrudeln. Das gefiel Schöne weniger, ohne dass er den insgesamt gelungenen Auftritt deshalb schlechtreden wollte. Gegen andere Gegner könne sich seine Mannschaft solche Phasen allerdings nicht erlauben.

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Tamara Schwabe (am Ball) nutzte einen Fehler in der Neuköllner Hintermannschaft eiskalt aus und markierte das 3:1.

Concordias Ehrentreffer fiel nach einem Missverständnis in der Neuköllner Defensive. Bei einem Rückpass auf Torhüterin Lisa Schrama war übersehen worden, dass Tamara Schwabe noch lauerte. Die Concordia-Spielerin schnappte sich den Ball und hatte wenig Mühe, zum 1:3 einzuschieben (82.).

Mindestens ebenso wichtig wie die drei Punkte dürfte für Schöne eine andere Entwicklung sein. Nachdem die Trainingsbeteiligung in der vergangenen Saison eines der großen Probleme gewesen war, stehen inzwischen regelmäßig um die 20 Spielerinnen auf dem Platz. „Es macht im Moment unheimlich viel Spaß, mit der Mannschaft zu arbeiten“, sagt der neue Trainer.

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Neuköllns Coach Markus Schöne war mit der zweiten Hälfte seiner Elf nur bedingt einverstanden.

Wie unterschiedlich die Voraussetzungen waren, zeigte schon ein Blick an die Seitenlinie: Während Schöne aus einem breiten Kader auswählen konnte und einige Spielerinnen gar nicht zum Einsatz kamen, hatte Concordia praktisch keine Wechselmöglichkeiten. Auf der Bank des Aufsteigers saß lediglich die Betreuerin – samt Hund. Kein glanzvoller Auftakt über 90 Minuten, aber ein verdienter Sieg für Grün-Weiß. Fotos: Matthias Vogel


Lichtenberg macht Pankow das Leben schwer: 0:0

Keine Tore, aber ein Punkt, mit dem der SV Lichtenberg 47 bestens leben konnte. Das 0:0 gegen Borussia Pankow war aus Sicht von Co-Trainer Ritchie Kaduk absolut leistungsgerecht – und vor allem das Ergebnis eines Auftritts, der ziemlich genau dem eigenen Plan entsprach.

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„Wir standen kompakt und waren sehr eklig in den Zweikämpfen“, sagte Kaduk. Lichtenberg hielt Pankow damit über weite Strecken gut vom eigenen Tor fern und setzte auch selbst Nadelstiche. Sara Mammadov brachte den Ball sogar im Pankower Tor unter, der Treffer wurde wegen einer Abseitsstellung allerdings nicht anerkannt.

Ganz ohne brenzlige Momente ging es für 47 dennoch nicht. Zweimal musste Lara Risch im Lichtenberger Tor ihr ganzes Können zeigen und verhinderte mit starken Paraden einen Rückstand. Kaduk hatte den Eindruck, dass sich Pankow von der Partie etwas mehr versprochen hatte. Umso zufriedener war er mit dem Punktgewinn seiner Mannschaft.

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Celine Hellriegel drückte dem Spiel der 47erinnen ihren Stempel auf.

Besonders angetan war der Co-Trainer von Celine Hellriegel, die im Zentrum aufräumte und gefühlt immer dort auftauchte, wo es gerade brannte. Auf Pankower Seite prägte Lena Pflanz das Geschehen im Mittelfeld. Für Kaduk waren die beiden die auffälligsten Spielerinnen einer ausgeglichenen Partie. Am Ende stand ein 0:0, das vielleicht wenig spektakulär klingt, für Lichtenberg aber einiges wert war. Fotos: SV Lichtenberg 47


Hertha II macht einfach weiter

Neue Liga, ähnliches Bild: Aufsteiger Hertha BSC II bestimmte auch eine Etage höher vom Start weg das Geschehen. Beim 4:0 (3:0) gegen den SV Askania Coepenick war die Partie über weite Strecken ausgesprochen einseitig – und hätte bei konsequenterer Chancenverwertung noch deutlich höher ausgehen können.

Den Anfang machte Luna von Maltzan (17.). Anouk Westphal eroberte auf der linken Seite früh den Ball, flankte ins Zentrum und von Maltzan vollstreckte zum 1:0. Auch beim zweiten Treffer war Westphal entscheidend beteiligt. Nach einem Einwurf gewann sie erneut hoch den Ball, ließ eine Gegenspielerin stehen und brachte die Flanke nach innen, wo Isabella Trincia zum 2:0 einköpfte (30.).

Nur eine Minute später schlug Hertha erneut zu. Leonie Wetzorke fing direkt nach dem Anstoß einen Pass ab, trieb den Ball aus der Innenverteidigung durchs Mittelfeld und steckte auf Trincia durch. Die umkurvte Askanias Torhüterin und schob ins leere Tor ein – 3:0 nach 31 Minuten.

Askania versuchte dagegenzuhalten und setzte in der ersten Hälfte noch den einen oder anderen Konter, den Hertha jedoch abfangen konnte. Nach der Pause spielte sich das Geschehen fast ausschließlich in der Hälfte der Köpenickerinnen ab. Hertha ließ dabei einiges liegen: Überzahlsituationen wurden nicht sauber ausgespielt, hinzu kamen Aluminiumtreffer und weitere gute Möglichkeiten.

Das 4:0 fiel schließlich nach einem gelungenen Angriff über rechts. Lena Hagemann tauchte im Strafraum auf und spielte scharf quer durch den Fünfmeterraum, am zweiten Pfosten musste Mara Bähr nur noch einschieben (70.).

Was Hertha bereits in der Landesliga ausgezeichnet hatte, war damit auch beim Berlin-Liga-Auftakt zu sehen: viel Ballbesitz, frühe Balleroberungen und enorme Dominanz. Einzig die Chancenverwertung verhinderte einen noch deutlicheren Sieg. Für einen Aufsteiger war das trotzdem ein ziemlich überzeugender erster Auftritt.