Eta-Team entscheidet Duell der Zweiten für sich +++ Magdeburg überrollt Union II +++ Hohen Neuendorf und Babelsberg mit Auswärtssiegen +++ Leipzig-Süd ohne Probleme gegen Türkiyemspor.
0:5 – und trotzdem lange auf Augenhöhe
Das Ergebnis erzählt nur einen Teil der Geschichte: RB Leipzig II gewann am Samstag beim FC Carl Zeiss Jena II deutlich mit zwar 5:0 (1:0), traf dabei aber auf einen Gegner, der über weite Strecken mehr als nur mithielt.

Janita Kramer nutzte bereits in der 2. Minute einen Ballverlust im Jenaer Spielaufbau und traf aus rund 18 Metern flach zum 0:1. Danach entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. RB-Trainer Benjamin Eta sah Jena zwischenzeitlich sogar „einen Tick besser“. Leipzig fehlten die gewohnte Spielkontrolle und Klarheit, Torhüterin Sophia Linden verhinderte mit einer starken Parade den möglichen Ausgleich.
Das große Manko Jenas: Die Chancenverwertung
Auch nach der Pause hatte Jena zunächst mehr vom Spiel. Was den Gastgeberinnen fehlte, war die Konsequenz im Strafraum. Trainer Christian Kucharz verwies auf ein gutes Dutzend Abschlüsse im gegnerischen Sechzehner, aus denen sein Team keinen Treffer erzielte. Auf der anderen Seite zeigte Leipzig, wie es geht: Zoe Werner köpfte nach einer Ecke von Evita Kogel das 0:2, anschließend bestrafte Jasmina Dietrich zwei Ballverluste mit einem Doppelpack. Kramer setzte mit einem wuchtigen Abschluss aus spitzem Winkel den Schlusspunkt.

So wurde aus einem lange offenen Spiel noch ein 0:5. Kucharz sah deshalb trotz der Niederlage viel Positives. Angesichts zahlreicher U18-Spielerinnen zeigte er sich mit der Entwicklung und der Spielweise seiner jungen Mannschaft zufrieden und sogar angenehm überrascht, wie gut sie gegen einen starken Gegner mithalten konnte. Gleichzeitig verschwieg er die Baustellen nicht: die fehlende Chancenverwertung und die Anfälligkeit bei Standards.

Auch Eta ordnete das deutliche Resultat entsprechend ein. Seine Mannschaft sei an diesem Tag nicht richtig gut gewesen, habe ihre Möglichkeiten am Ende aber konsequent genutzt. Genau diese Effizienz machte aus einem Spiel auf Augenhöhe schließlich einen klaren Leipziger Sieg. Fotos: RBL U20
Eintracht dreht nach der Pause auf
Der SV Eintracht Leipzig-Süd hat gegen Türkiyemspor Berlin einen auch in der Höhe verdienten 5:0-Sieg (2:0) eingefahren. Vor allem nach der Pause wurde die Überlegenheit der Gastgeberinnen deutlich.

Leipzig hatte von Beginn an viel Ballbesitz, überzeugte Trainer Stephan Franke zunächst aber nicht vollends. Zu viele Aktionen seien unsauber gewesen, auch mit der Körpersprache seiner Mannschaft war er nicht zufrieden. Trotzdem brachte ein gut ausgespielter Angriff die Führung: Nach einem Ballgewinn ging es über mehrere Stationen schnell nach vorne, der Ball kam von der Grundlinie quer und Hanna Hohmann schob am zweiten Pfosten zum 1:0 ein (19.). Kurz vor der Pause erhöhte Emily Reißmann nach einer Ecke und anschließendem Gewühl im Strafraum auf 2:0 (40.).

In der Kabine wurde Franke deutlicher und nahm zudem einige Anpassungen vor. Die zeigten Wirkung. Lena Güldenpfennig vollendete einen weiteren sauber herausgespielten Angriff zum 3:0 (66.), nur drei Minuten später traf Janina Kretschmer nach einem Steckpass zum 4:0 (69.).
Türkiyemspor ohne nennenswerte Offensivaktion
Türkiyemspor fand offensiv kaum statt. Franke sprach von vielleicht „anderthalb Aktionen pro Halbzeit“ der Berlinerinnen in der Leipziger Hälfte. Den Schlusspunkt setzte Güldenpfennig: Ein Distanzversuch, halb Schuss, halb Flanke, landete an der Latte, den Abpraller verwertete sie zum 5:0 (80.).

„Absolut verdient“, lautete Frankes Fazit. Nach seiner kritischen Halbzeitansprache hatte seine Mannschaft die Dinge umgesetzt, die ihm zuvor noch gefehlt hatten – und ließ Türkiyemspor letztlich keine Chance. Fotos: @oooarielleooo
Hohen Neuendorf bestraft Hansas Fehler eiskalt
Der SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf hat beim FC Hansa Rostock mit 2:1 (1:0) gewonnen. Hansa-Trainer Heiko Junghans sah zwei Mannschaften auf Augenhöhe – und sein Team am Ende vor allem an der eigenen fehlenden Konsequenz scheitern.

Die erste Hälfte gehörte allerdings nicht zu den besseren 45 Minuten der Rostockerinnen. Junghans vermisste sowohl mit als auch gegen den Ball einiges. Besonders bitter: Das 0:1 fiel unmittelbar vor der Pause. Nach einer Fehlerkette bekam Hansa den Ball nicht aus dem Strafraum, die Zuordnung am zweiten Pfosten stimmte nicht mehr und Paula Reutter traf zum 0:1 (45.).
Nach einer deutlichen Halbzeitansprache und verändertem Anlaufverhalten zeigte Hansa ein anderes Gesicht. Rund 20 Minuten lang schnürten die Gastgeberinnen Hohen Neuendorf ein. Schon in der 48. Minute belohnten sie sich mit dem Ausgleich. Für Junghans war es der beste Spielzug der Partie: von hinten sauber herauskombiniert, am Ende kam der Ball zurück an die Strafraumkante, wo Julia Heinschel zum 1:1 vollendete.

Hansa blieb dran, erarbeitete sich zahlreiche Ecken und traf die Latte. Die Partie schien zu kippen – doch das Tor fiel auf der anderen Seite. Auch Hohen Neuendorf scheiterte zunächst am Aluminium, beim Abpraller stand Luisa Buchwalder richtig und staubte zum 1:2 ab (69.).
„Jeder Fehler wurde heute eiskalt bestraft“, bilanzierte Junghans. Das Spielglück habe zwar auf Seiten der Gäste gelegen, gerade in engen Partien müsse man es sich aber auch erarbeiten. Das sei Hansa nicht gelungen. Entsprechend wollte der Rostocker Trainer auch nichts schönreden: Die drei Punkte für Hohen Neuendorf seien nicht unverdient gewesen.
Babelsberg triumphiert im Duell der Aufsteiger
Der FSV Babelsberg 74 hat das Aufsteigerduell beim Chemnitzer FC mit 2:1 (2:1) für sich entschieden. CFC-Trainer Swen Wolf war selbst zwei Tage später noch „zerknirscht“ über den Auftritt seiner Mannschaft – vor allem über die Art und Weise, wie die beiden Gegentore zustande kamen.

Beim 0:1 nach einer Ecke von der linken Seite fehlte im Chemnitzer Strafraum die Zuordnung. Der Ball fiel herunter, im anschließenden Durcheinander setzte sich Denise Simon durch und brachte Babelsberg in Führung (19.). Chemnitz antwortete schnell: Davina Graf glich in der 22. Minute zum 1:1 aus.
Doch erneut war es ein Standard, der den CFC in Rückstand brachte. Ein Freistoß segelte in den Strafraum, ohne dass sich eine Chemnitzerin entscheidend zuständig fühlte. Auch Torhüterin Franziska Frohs blieb auf der Linie. Aline Helm nahm den Ball herunter und schob zum 1:2 ein (38.).

Nach der Pause dauerte es Wolf zu lange, bis seine Mannschaft die nötige Dringlichkeit entwickelte. Dann allerdings schnürte Chemnitz die Gäste zunehmend ein und hatte genügend Möglichkeiten zum Ausgleich. Unter anderem scheiterten Yella Mihalyi und Nancy Kiesewalter in aussichtsreicher Position. Drei, vier hundertprozentige Chancen zählte Wolf insgesamt – doch immer wieder war bei Babelsbergs überragender Torhüterin Nina Haeberlin Endstation. „Wir haben sie berühmt geschossen“, sagte Wolf.

Trotzdem wollte er die Niederlage nicht allein an der Chancenverwertung festmachen. Babelsberg habe die beiden Chemnitzer „Geschenke“ angenommen und sich anschließend mit „Mann und Maus“ in die Partie geworfen. Seiner eigenen Mannschaft fehlten dagegen Einstellung und Leistungsbereitschaft auf dem notwendigen Niveau. „Wenn du nicht mit 100 Prozent zu Werke gehst, dann gewinnst du so eine Partie eben nicht“, lautete sein Fazit.

Statt mit möglichen sechs Punkten aus den ersten beiden Regionalliga-Partien steht der CFC damit also bei drei. Babelsberg feiert dagegen seinen ersten Sieg nach dem Aufstieg. Fotos: Chemnitzer FC
Sechs Gegentore und eine Menge Lernstoff
Die U23 des 1. FC Union Berlin hat gegen den 1. FC Magdeburg mit 0:6 (0:1) verloren. Deutlich zu hoch, fand Trainerin Anja Matthes. Die fehlende Erfahrung ihrer extrem jungen Mannschaft spielte dabei eine Rolle – als alleinige Erklärung für die Niederlage wollte sie sie aber nicht gelten lassen.

Dabei hielt Union in der ersten Hälfte ordentlich dagegen. Ein 0:0 zur Pause wäre nach dem Spielverlauf durchaus möglich gewesen, auch wenn Matthes einräumte, dass Torhüterin Nelly Smolarczyk zweimal herausragend parieren musste, um die Null zu halten. Erst unmittelbar vor der Pause leistete sich Union einen Fehler im Spielaufbau, den Akane Miyoshi zur Magdeburger Führung nutzte (45.).
Nach dem Wechsel zeigte sich zunehmend die Abgeklärtheit der Gäste. Magdeburg spielte nach Matthes’ Einschätzung nicht unbedingt schön, dafür ausgesprochen effektiv: immer wieder mit langen Bällen auf die schnellen Außen, dazu mit zwei starken Innenverteidigerinnen, die kaum etwas anbrennen ließen. Carlia Johnson erhöhte auf 0:2 (64.).

In der Schlussphase wurde es dann deutlich. Rachel Kirps zweimal (79., 83.), Charlotte Klein (86.) und Neele Abraham (89.) machten innerhalb von zehn Minuten aus dem 0:2 ein 0:6. Genau diese Schlussphase ärgerte Matthes. Die Gegentore fielen zu einfach, die Niederlage hätte nicht diese Höhe erreichen müssen. Und auch, wenn sich die Unerfahrenheit in solchen Spielen sich bemerkbar machten – Bestimmte Basics und konsequentes Verteidigen erwarte sie unabhängig davon.

Unruhig wird Union nach den beiden Niederlagen zum Saisonstart trotzdem nicht. Matthes sieht viel Potenzial in ihrer Mannschaft – will nun aber auch Entwicklung erkennen. Dass noch nicht alles greifen kann, war einkalkuliert: Die U23 konnte aus verschiedenen Gründen in der Vorbereitung immer wieder nur in kleinen Gruppen trainieren. Deshalb war bereits vor Saisonbeginn klar, dass ein Teil dieser Arbeit noch in die ersten Wochen der Regionalliga hineinreichen würde.
Für Matthes geht es nun darum, diesen Rückstand möglichst schnell aufzuholen. Ihr Fazit: „Wir müssen jetzt viel und schnell lernen.“ Fotos: 1. FC Union Berlin
Früher Treffer reicht Erfurt
Der 1. FFV Erfurt hat auch sein zweites Saisonspiel gewonnen. Bei Turbine Potsdam II reichte den Thüringerinnen ein Treffer aus der Anfangsphase zum 1:0 (1:0).
Dabei hätte die Partie zunächst in die andere Richtung kippen können. Noch vor dem Gegentor setzte Nicky Rohloff den Ball an den Pfosten. Wenig später war Potsdam am eigenen Strafraum nicht konsequent genug, bekam den Ball nicht sauber geklärt und wurde sofort bestraft: Lea Schrenk war plötzlich durch und schob bereits in der 3. Minute zum 0:1 ein.
Danach bestimmte über weite Strecken Turbine das Geschehen. Trainer Thomas Kandler sah seine Mannschaft als das dominante und spielerisch bessere Team, allerdings mit einem entscheidenden Manko: Im letzten Drittel fehlte die Durchschlagskraft. Zu viele technische Fehler verhinderten, dass aus der Überlegenheit auch zwingende Chancen und schließlich Tore entstanden.
Umso mehr ärgerte Kandler die Niederlage, weil auch von Erfurt offensiv wenig kam. Gefühlt sei der Gegner nur einmal wirklich gefährlich vor das Potsdamer Tor gekommen – und habe genau diese Gelegenheit genutzt. Von Erfurt hatte sich der Turbine-Coach insgesamt mehr erwartet. Entsprechend klar fiel seine Einschätzung aus: Einen Punkt müsse seine Mannschaft aus einem solchen Spiel mindestens mitnehmen, nach dem Spielverlauf wäre sogar ein Sieg möglich gewesen. Dafür aber sei Turbine vor dem Tor schlicht zu harmlos geblieben.
Erfurt genügte damit ein früher Treffer und viel Konsequenz, um die Führung über die Zeit zu bringen. Für den 1. FFV ist es der zweite Sieg im zweiten Spiel.
Titelbild: RBL U20
