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Kränig-Gala: Debakel für wehrhafte 47erinnen

Am Ende schnürt FSV-Angreiferin noch den Hattrick +++ Stern und Viki mit leichten Siegen +++ Aliya Türker erlöst Inter +++ Hertha weiter im Top-Team-Modus.

Kränig-Festspiele in der Schlussphase

Der Friedrichshagener SV hat Lichtenberg 47 mit 6:1 (2:1) geschlagen. Herausragende Spielerin war Stella Kränig – kürzlich erst Rasenperle der Woche – mit zwei Torvorlagen und vier Treffern. Drei davon erzielte sie erst ab der 88. Minute und machte aus einem lange deutlich engeren Ergebnis noch einen Kantersieg.

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Stella Kränig war einfach nicht zu stoppen.

Dabei bekam es Friedrichshagen mit einem sehr kompakten Gegner zu tun. „Ein sehr, sehr kompaktes Bollwerk“, nannte FSV-Trainer Roman Kassarnig die Lichtenberger Defensive. Sandra Weihmann sorgte bereits in der 12. Minute für den erhofften „Dosenöffner“, Kränig erhöhte auf 2:0 (28.). Kurz vor der Pause brachte allerdings ein Fehler im Friedrichshagener Aufbau Li47 zurück ins Spiel. Sara Mammadov verkürzte auf 1:2 (44.).

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Nach der Pause fand der FSV zunehmend bessere Lösungen gegen die tief stehenden Gäste. Emma Braun stellte auf 3:1 (57.), entschieden war die Partie damit allerdings noch nicht endgültig. Friedrichshagen hielt das Tempo hoch und profitierte zunehmend von seinen körperlichen Vorteilen. „Man hat gemerkt, dass bei denen die Physis langsam runtergeht“, sagte Kassarnig.

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Was anschließend aus dem Ergebnis wurde, war vor allem Kränigs Werk. In der 88. Minute traf sie zum 4:1, zwei weitere Tore in der Schlussminute ließen das Resultat auf 6:1 anwachsen. „Stella-Kränig-Festspiele würde ich es fast nennen“, sagte Kassarnig. „Die hat überragend gespielt.“ Fotos: Laura Timme


Neukölln hält lange dagegen – Hertha bleibt geduldig

Hertha BSC II hat seine Aufgabe beim BSV Grün-Weiß Neukölln souverän gelöst – und trotzdem die Tabellenführung verloren. Der bärenstarke Aufsteiger setzte sich mit 4:0 (1:0) durch, wurde aber vom SFC Stern 1900 überholt, der am selben Spieltag höher gewann und nun das bessere Torverhältnis hat.

Neukölln machte Hertha vor allem in der ersten Hälfte das Leben schwer. Die Mannschaft von Markus Schöne verdichtete konsequent das Zentrum, fing viele Steckpässe ab und arbeitete geschlossen gegen den Ball. Lediglich Anthonia Sarré fand früh eine Lücke und brachte Hertha in der achten Minute in Führung.

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Herthas Doppeltorschützin Anthonia Sarré. Foto: Eroll Popova

Kurz vor der Pause hätte Neukölln sogar ausgleichen können. Chantal Brück schickte Nele Becker über links auf die Reise, doch Herthas Torhüterin Merle Hellwig entschärfte die große Gelegenheit.

Nach dem Seitenwechsel erspielte sich Hertha dann doch mehrere klare Chancen. Sarré erhöhte in der 57. Minute mit ihrem zweiten Treffer. Sieben Minuten später verwandelte Amelie König einen Elfmeter zum 3:0. Nelly Temkiv sorgte in der 68. Minute für den Endstand.

„Die sind nicht nervös geworden und haben immer wieder versucht, neue Lösungen zu finden“, sagte Schöne über Hertha. Genau darin lag der Unterschied: Neuköllns Plan funktionierte lange – Hertha hatte aber die Qualität und Geduld, ihn schließlich zu knacken. Schöne war dennoch zufrieden: „Kompliment an meine Mannschaft, das war in puncto Geschlossenheit und Disziplin eine ganz, ganz große Leistung.“


Viktoria dominiert – und lässt noch einiges liegen

Viktoria Berlin U23 hat Türkiyemspor Berlin U23 mit 6:0 (4:0) bezwungen – und das Ergebnis hätte noch wesentlich deutlicher ausfallen können. Die Gäste verteidigten extrem tief und blieben offensiv praktisch nicht existent.

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Viki hat sich eingegroovt: Lea Hahn (v. l.), Amelie Papaux, Torschützin zum 1:0, und Kapitänin Layla El Khanji.

„Die haben mit einer Sechserkette und davor drei Leuten verteidigt“, beschrieb Viktoria-Trainer Darian Hoffmann die Ausrichtung des Gegners. Trotzdem erspielte sich sein Team Chance um Chance. Joana Tibus hätte schon früh treffen können, ehe Amelie Papaux in der 10. Minute das 1:0 erzielte. Ein Eigentor von Jasmin Frenzel (25.) sowie zwei weitere Treffer sorgten noch vor der Pause für klare Verhältnisse.

Bemerkenswert war auch eine Szene nach gerade einmal 30 Sekunden. Hoffmann sah eine Tätlichkeit gegen eine seiner Spielerinnen und hätte dafür einen Platzverweis erwartet.

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Emma Karl erzielte ihr drittes Saisontor.

Nach der Pause erhöhte Tibus praktisch mit Wiederanpfiff auf 5:0 (47.), Charlotte Feuerherdt stellte in der 75. Minute den Endstand her. Dass es dabei blieb, lag vor allem an Viktorias Chancenverwertung. „Wir müssen eigentlich zweistellig gewinnen“, sagte Hoffmann, der sich an keine einzige echte Torchance von Türkiyemspor erinnern konnte.

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Lea Hahn machte auf der angestammten Position als Außenverteidigerin wieder einmal eine bärenstarke Partie.

So war das 6:0 zwar deutlich, spiegelte die Kräfteverhältnisse aber nur bedingt wider. Viktoria wurde von einem erschreckend schwachen Gegner kaum gefordert – und hätte aus seiner Überlegenheit erheblich mehr machen können. Fotos: Matthias Vogel


Im ersten Gang zum Kantersieg

Wie beim schwachen Auftritt von Türkiyemspor bei Viktoria U23 bot auch der Moabiter FSV gegen ein Spitzenteam der Berlin-Liga nur wenig Gegenwehr. Der SFC Stern 1900 gewann leicht und locker mit 7:0 (4:0), ohne dafür an seine Leistungsgrenze gehen zu müssen. Über weite Strecken war es ein Spiel auf ein Tor, die Treffer fielen beinahe zwangsläufig.

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Endlich mal in Ruhe am Ball: Rieke Godenrath beim Einwurf.

Moabit versuchte, mit einer Fünferkette möglichst wenig Räume anzubieten. Rund 20 Minuten lang sah Trainer Vishal Khanna seine Mannschaft damit noch ordentlich im Spiel. Dann setzte sich die spielerische Überlegenheit des Berliner Meisters immer deutlicher durch. „Stern war geduldig, spielte gut und nutzte seine Dominanz“, sagte Khanna.

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Besonders die Gegentore nach Standards stimmten Moabits Trainer Vishal Khanna nachdenklich.

Eine Schlüsselrolle spielte Lena Hegnal. Sie erzielte das 1:0 (12.) und bereitete per Ecke beide Kopfballtreffer von Sofie Roll (17., 28.) vor. Dazwischen traf Emina Wacker (24.). Hegnal musste noch vor der Pause wegen Atembeschwerden vom Platz.

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Stern 1900 holte sich mit dem Kantersieg bei Moabit die Tabellenführung. Foto: SFC Stern 1900

Nach dem Wechsel erhöhten Jeanne Zacharias-Langhans (46.), Cindy Hagen (52.) und Luise Wille (72.). Khanna störte vor allem, dass sein Team allein in der ersten Hälfte drei Gegentore nach Standards kassierte. Am verdienten Sieg des SFC hatte aber auch er nichts auszusetzen.


Erster Dreier: Türker erlöst Inter

Der FC Internationale kann doch noch gewinnen. Im Duell zweier bislang siegloser Teams setzte sich Inter beim SV Askania Coepenick mit 2:0 (1:0) durch und holte am sechsten Spieltag die ersten drei Punkte der Saison.

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Aliya Türker brüllt nach einem ihrer beiden Treffer ihre Erleichterung heraus.

Der Erfolg war verdient. Askania verteidigte über weite Strecken mit großem Aufwand, entwickelte nach vorne aber zu wenig Gefahr. „Bis ins letzte Drittel waren einige gute Ansätze da, aber dort hat uns heute die Durchschlagskraft gefehlt“, sagte Trainerin Natti Maró. Defensiv sei ihre Mannschaft dagegen stark gebunden gewesen und habe viele Angriffe gemeinsam stoppen können.

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Den ersten Treffer konnte sie dennoch nicht verhindern. Nach einer Einzelaktion im Mittelfeld zog Aliya Türker ab und zimmerte den Ball in den linken Winkel (36.). Nach der Pause spielte Askania zwar besser mit, Inter blieb aber am Drücker. „Das 2:0 war dann irgendwann die logische Konsequenz des permanenten Anlaufens auf unser Tor“, räumte Maró ein. Wieder war es Türker, die sich in der 76. Minute zum zweiten Mal an diesem Tag in die Torschützenliste eintrug.

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Abschlüsse von Inter wie dieser von Isabell Höntze gab es durchaus, allein Zählbares sprang zu wenig heraus.

Während Askania weiter auf den ersten Punkt wartet und sich laut Maró mit Mannschaft und Frauenfußballstruktur noch in einem Aufbauprozess befindet, ist bei Inter zumindest der erste Knoten geplatzt. Nach fünf Niederlagen zum Saisonstart hat die Mannschaft von Pascal Armbruster nun einen Erfolg, auf dem sie aufbauen kann.


Titelbild: Laura Timme (@lightsxtime)