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Regionalliga kompakt: Wilde Fahrt in der Niederheide

HND muss sich Potsdam nach Torspektakel beugen +++ Topspiel fällt aus – RB Leipzig sauer +++ Jena und Union mit erfrischendem Fußball +++ Erfurt gegen Chemnitz turmhoch überlegen +++ Erster Dreier für Rostock

Zwischen Führung, Absturz und furioser Aufholjagd

Eine wilde Achterbahnfahrt mit bitterem Ausgang für den SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf: Die Mannschaft von Trainer Christian Liedtke unterlag Turbine Potsdam II in einem turbulenten Regionalligaspiel mit 4:5 (2:2). Dabei kämpften sich die Gastgeberinnen nach einem zwischenzeitlichen Drei-Tore-Rückstand noch einmal heran. Überschattet wurde die Partie von zwei Verletzungen.

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Ein Tor zu wenig: Nach einer wilden Achterbahnfahrt schleichen Paula Reutter (l.) und der Rest von Hohen Neuendorf mit leeren Händen vom Platz.

Hohen Neuendorf erwischte auf dem heimischen Rasen einen guten Start. Nach einem Foul an Nele Repmann verwandelte Alexandra Almasalme (16.) den fälligen Strafstoß. Doch Alea Pospiech (20.) glich nach einer Ecke aus. Nur zwei Minuten später eroberte Repmann (22.) den Ball und brachte die Gastgeberinnen erneut in Führung.

Dann folgte ein Einschnitt: Bei einem Zweikampf an der Mittellinie verletzte sich Karina Duchowny schwer am Knie. Die genaue Diagnose steht noch aus, Liedtke befürchtet jedoch einen längeren Ausfall. Seine Mannschaft verlor anschließend die Ordnung, Helene Duwe (27.) traf zum 2:2.

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Alles reingehauen: Laurina Osmani (r.) verteidigt leidenschaftlich gegen die Ex-Hohen Neuendorferin Luna Windsperger – und ein Tor markiert sie auch noch.

Nach der Pause bestrafte Potsdam die Fehler der Gastgeberinnen konsequent. Pospiech (48.) und Duwe (58.) erhöhten auf 2:4, ehe ausgerechnet Luna Windsperger (75.) nachlegte. Die Potsdamerin hatte in der vergangenen Saison noch das Trikot von Hohen Neuendorf getragen und sorgte nun gegen ihren früheren Verein für das 2:5. „Wir haben Potsdam zum Toreschießen eingeladen“, ärgerte sich Liedtke über die individuellen Aussetzer.

Doch Hohen Neuendorf gab sich nicht geschlagen. Laurina Osmani (76.) verkürzte mit einem satten Distanzschuss, ehe Svea Kurrek (89.) eine Ecke direkt in den Winkel setzte. Für den Ausgleich reichte es nicht mehr.

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„Wenn man fünf Gegentore kassiert, kann man in den seltensten Fällen irgendwas mitnehmen“, bilanzierte Liedtke. Dennoch lobte er die Moral seiner jungen Mannschaft, die nach drei Wochen Spielpause zunächst ihren Rhythmus wiederfinden musste.

Zusätzlich verschärft sich die Personalsituation: Neben Duchowny musste auch Almasalme nach einem Tritt gegen die Achillessehne ausgewechselt werden. Mit Luisa Buchwalder, Marie Ulrich und weiteren Spielerinnen fehlen bereits mehrere Kräfte. Für Hohen Neuendorf steht nun die nächste Herausforderung im Berliner Pokal bei Friedrichshagen an. Fotos: HND


Bergner macht wieder die vierte Kiste

Der FC Hansa Rostock hat im Kellerduell der Regionalliga Nordost gegen Türkiyemspor Berlin mit 4:0 (3:0) den ersten Saisonsieg gefeiert. Die Mannschaft von Trainer Heiko Junghans verschaffte sich damit etwas Luft im Tabellenkeller und rückte auf den neunten Platz vor.

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Erleichterung an der Ostsee: Hansa verbucht den ersten Saisonsieg.

Hansa erwischte einen starken Start, ließ allerdings zwei Großchancen in den ersten zehn Minuten ungenutzt. Eine längere Verletzungsunterbrechung wegen einer Schulterverletzung einer Türkiyemspor-Spielerin brachte die Gastgeberinnen zunächst aus dem Rhythmus. Die Berlinerinnen fanden anschließend besser in die Partie, ehe Rostock wieder die Kontrolle übernahm.

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Kevser Gündogdu warf sich vergeblich in alle Rostocker Angriffe. Am Ende muss sie viermal hinter sich greifen.

Und die Gäste schockte: Mette Bönsch (28.), Amalia Wichmann (33.) und Nora Kimmel (35.) sorgten noch vor der Pause in Windeseile für klare Verhältnisse. Auch nach dem Seitenwechsel blieb Hansa überlegen, ließ jedoch weitere Möglichkeiten ungenutzt. Erst die eingewechselte Jula Bergner (85.) erhöhte mit einem schön herausgespielten Treffer auf 4:0.

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Rosalia Kullick, als Abwehrspielerin von Türkiyemspor seit Wochen unter Dauerdruck, klärt vor Wiebke Lehmann.

Für Bergner war es eine besondere Wiederholung: Bereits in der vergangenen Saison hatte sie nach ihrer Einwechslung gegen Türkiyemspor das vierte Rostocker Tor erzielt – damals war es der Siegtreffer zum 4:3.

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Aye, aye, Käpt’n! Kogge-Spielführerin Mette Bönsch meldet sich mit einem Treffer zum Dienst.

„Wir wollten endlich mal über 90 Minuten den eigenen Kasten sauber halten“, erklärte Junghans, dessen Mannschaft dieses Ziel erstmals in der laufenden Saison erreichte. Einzig mit der Chancenverwertung war der Trainer nicht restlos zufrieden. Nach dem Punktgewinn bei Eintracht Leipzig-Süd gelang Hansa nun der erhoffte nächste Schritt. Türkiyemspor bleibt dagegen ohne Punkt und eigenes Tor am Tabellenende. Fotos: Ole König (@fotoolee)


Topspiel fällt aus: Leipzig tritt nicht an

Das Spitzenspiel der Regionalliga Nordost zwischen RB Leipzig II und dem 1. FC Magdeburg ist ausgefallen. Die Leipzigerinnen traten nicht an, weil fünf Spielerinnen für ihre Nationalmannschaften abgestellt waren. Der Wunsch nach einer Spielverlegung scheiterte an der fehlenden Zustimmung der Magdeburgerinnen. Bei RB sorgte diese Entscheidung für erhebliches Unverständnis.

Madleen Waldmann aus der Medienabteilung des 1. FC Magdeburg erklärte auf Anfrage von rasenperlen.de, der Verein habe das Anliegen ernst genommen und sich intensiv damit beschäftigt. Letztlich hätten jedoch organisatorische und sportliche Gründe gegen eine Verlegung gesprochen. „Eine Verlegung hätte unmittelbare Auswirkungen auf die Vorbereitung, die Personalplanung und die Belastung unserer Spielerinnen.“

Leipzig wird wohl am Grünen Tisch verlieren

Dabei kann Magdeburg die Situation des Gegners durchaus nachvollziehen. Mit Rachel Kirps befindet sich ebenfalls eine Spielerin des eigenen Kaders auf Länderspielreise. Zudem wisse man aus der vergangenen Saison, wie schwierig personelle Engpässe für eine Mannschaft sein können. Dennoch entschied sich der Verein, am angesetzten Spieltermin festzuhalten.

„Unser Ziel war stets, die Partie unter fairen und planbaren Bedingungen austragen zu können“, betonte Waldmann. Den Nichtantritt bedauere man ausdrücklich. Die Mannschaft hätte sich gerne im direkten Duell mit Leipzig gemessen.

Für RB bleibt die Entscheidung schwer nachvollziehbar. Der Tabellenführer hätte das sportlich reizvolle Duell gerne zu einem späteren Zeitpunkt und mit vollständigerem Kader ausgetragen. Stattdessen droht nun eine Niederlage am Grünen Tisch. Eine offizielle Wertung steht noch aus.

Erfurt eine Nummer zu groß für Chemnitz

Ernüchterung beim Chemnitzer FC: Der Aufsteiger musste sich dem 1. FFV Erfurt in der Regionalliga Nordost mit 0:3 (0:2) geschlagen geben und war dabei über weite Strecken deutlich unterlegen. „Der Gegner war in allen Belangen eine Klasse besser als wir“, räumte CFC-Trainer Swen Wolf unumwunden ein.

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Schon nach vier Minuten brachte Angelina Lübcke die Gäste mit einem platzierten Kopfball nach einer Flanke in Führung. Chemnitz fand kaum Zugriff, lief den Erfurterinnen häufig hinterher und war vor allem mit Defensivarbeit beschäftigt. Das 0:2 durch Lea Schrenk (38.) war das Ergebnis eines mustergültigen Angriffs über die rechte Seite, den die Torschützin nach einer flachen Hereingabe direkt abschloss.

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Erfurts Torschützin vom Dienst: Lea Schrenk (l.) markierte in der 38. Minute das 0:2.

Als Jasmin Sautter (51.) kurz nach der Pause mit einem Distanzschuss auf 0:3 erhöhte, war die Partie praktisch entschieden. CFC-Torhüterin Franziska Frohs sah bei diesem Treffer unglücklich aus. Zwar hatten die Gastgeberinnen anschließend mehr Ballbesitz, doch Erfurt ließ dies angesichts der komfortablen Führung zu.

CFC-Coach Swen Wolf: „Wir hatten null Durchschlagskraft“

„Wir hatten null Durchschlagskraft offensiv“, stellte Wolf fest. Lediglich einen Distanzschuss von Davina Graf und einen weiteren Angriff konnte er als halbwegs gefährliche Aktionen ausmachen. Besonders beeindruckt zeigte sich der Trainer von der Schnelligkeit, Robustheit und Spielintelligenz der Gäste. „Wirklich ein super Team, wo jedes Rädchen ineinandergreift.“

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Einen Schuss von Davina Graf (vorne) – hier im Duell mit Jasmin Sautter – recht viel mehr gelang Chemnitz in der Offensive nicht.

Für Chemnitz bleibt die Erkenntnis, dass der Aufsteiger noch einiges lernen muss. Wolf wollte die Niederlage allerdings nicht dramatisieren, machte zugleich aber deutlich: In den kommenden Spielen müssen wieder Punkte her. Fotos: Sebastian Dühring (@duehse)


Spielerisch überzeugt, Ergebnis als Zugabe

Ein gutes Regionalligaspiel mit zwei Mannschaften, die den Weg nach vorne suchten, sah Jenas Trainer Christian Kucharz beim 2:1 (0:0) seiner U20 gegen den 1. FC Union Berlin II. „Es war eine große Freude, dem Spiel zuzugucken“, sagte Kucharz, der den Sieg seiner Mannschaft als verdient bezeichnete.

Beide Teams hatten ähnlich viel Ballbesitz, die besseren Möglichkeiten verbuchten allerdings die Gastgeberinnen. Bereits vor der Pause lief Elli Richter allein auf Unions Torhüterin Martha Segert zu, die glänzend parierte. Ansonsten blieben klare Torchancen zunächst Mangelware.

Kurz nach dem Seitenwechsel gingen die Berlinerinnen in Führung. Nach einem langen Ball war Jenas Hintermannschaft nicht gut sortiert, Lea Nkili (47.) profitierte von einem Pressschlag mit der Torhüterin, von dem aus der Ball ins Netz trudelte.

Die Antwort der Gastgeberinnen ließ nicht lange auf sich warten. Nach einem sehenswerten Spielzug, der bei der eigenen Torhüterin begann und durchs Zentrum führte, wurde Karla Görlitz (61.) mit einem präzisen Tiefenpass freigespielt. Sie behielt die Ruhe und schob zum Ausgleich ein. Zehn Minuten später nutzte Jena einen schnellen Einwurf, überrumpelte die ungeordnete Union-Abwehr und Anna Axer (71.) vollendete nach einem Querpass von außen zum 2:1.

In der Schlussphase verpasste Julia Arnold per Kopf eine weitere Möglichkeit für Jena. Union hingegen kam abgesehen vom Führungstreffer und einer gut verteidigten Ecke kaum gefährlich vor das gegnerische Tor.

Für Kucharz stand ohnehin weniger das Ergebnis im Mittelpunkt als die Entwicklung seiner jungen Mannschaft. Haltung, Spielfreude und Einstellung hätten rundum gestimmt. Dass sich die gute Leistung diesmal auch in drei Punkten niederschlug, freute ihn umso mehr.