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Regionalliga kompakt: Drei Spiele, drei Favoritensiege

Jena nimmt mit Mühe drei Zähler aus Berlin mit +++ Magdeburg deklassiert Hohen Neuendorf +++ Erfurt ringt Babelsberg nieder.

Türkiyemspor schnuppert am ersten Punkt

Es fehlten nur noch zehn Minuten zum ersten Punktgewinn der Saison. Doch am Ende stand Türkiyemspor Berlin wieder mit leeren Händen da. Gegen den FC Carl Zeiss Jena II unterlagen die Berlinerinnen am Sonntag im Willy-Kressmann-Stadion mit 0:1 (0:0). Karla Görlitz erzielte in der 81. Minute den entscheidenden Treffer. Ein Sieg, der angesichts der spielerischen Überlegenheit der Thüringerinnen in Ordnung ging. Ein Unentschieden hätte allerdings ebenso gut zum Spiel gepasst.

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Sarah Wippig (r.) von Türkiyemspor Berlin im Zweikampf mit Julia Arnold (FC Carl Zeiss Jena II).

Jena übernahm zunächst die Kontrolle. Die sehr junge und technisch starke Mannschaft ließ den Ball gefällig durch die eigenen Reihen laufen, fand gegen die kompakt und robust verteidigenden Berlinerinnen aber nur selten eine Lücke. Türkiyemspor hielt geschickt dagegen und kam nach einem Eckstoß durch Sarah Wippig zu einer ersten Möglichkeit (27.). Auf der Gegenseite verhinderte Torhüterin Kevser Gündoğdu mit einer starken Parade gegen Anna Axer die mögliche Führung der Gäste (36.).

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Medine Demirci (r.) war nach ihrer Einwechslung ein belebendes Element für Türkiyemspors Spiel. Hier sichert sie den Ball gegen Jenas Torschützing Karla Görlitz (Mi.) und Elli Richter.

Nach der Pause kam Türkiyemspor mit deutlich mehr Schwung aus der Kabine, spielte mutiger nach vorne und gestaltete die Partie zunächst ausgeglichen. Jena musste nun mehr investieren, um die Gastgeberinnen vom eigenen Tor fernzuhalten. Erst nach einer guten Viertelstunde fanden die Thüringerinnen wieder besser ins Spiel, blieben im Abschluss aber wenig zwingend.

Neele Gast bringt Schwung ins Jenaer Offensivspiel

In der 78. Minute lag sogar die Berliner Führung in der Luft. Einen gefährlichen Heber von Sibel Toktas konnte Jenas Torhüterin nur mit Ach und Krach über den Querbalken lenken. Fast im Gegenzug schlugen die Gäste zu: Im Zuge eines Konters war die eingewechselte Neele Gast auf der rechten Seite auf und davon, drang in die Box der Kreuzbergerinnen ein und spielte den Ball scharf und flach vor das Tor. Dort war Görlitz mitgelaufen und musste nur noch den Fuß hinhalten – 0:1 (81.).

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Kurz vor dem 0:1 erzielt Sibel Toktas (l.) mit diesem Heber fast die Führung für Türkiyemspor.

Auch danach blieb Jena gefährlich und kam über Konter zu weiteren Möglichkeiten, ohne jedoch nachzulegen. So revanchierte sich Görlitz für die Torvorlage. Ihr Ball kam von links, Gast lief schulbuchmäßig ein, traf den Ball aber nicht richtig und die dicke Chance verpuffte.

Jenas Trainer Christian Kucharz war mit dem Auftritt seiner Mannschaft nur bedingt zufrieden. „Das Ergebnis nehmen wir mit Demut und Dankbarkeit mit“, sagte er. Vor allem die fehlende Durchschlagskraft störte ihn: „Fußball fängt im letzten Drittel an, und da war heute nicht viel.“

Für den Gegner hatte er dagegen anerkennende Worte übrig. Trotz der schwierigen Situation sei Türkiyemspor eine intakte Mannschaft, die füreinander kämpfe und sich keineswegs nur hinten reinstelle. „Hut ab“, sagte Kucharz.

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Gewohnt sicher: Türkiyemspor-Schlussfrau Kevser Gündoğdu.

Bei Türkiyemspor überwog der Frust. Trainerin Sinem Solmaz ärgerte sich darüber, dass ihre Mannschaft die Fehler des Gegners nicht bestrafen konnte, während Jena eine gelungene Aktion zum Sieg reichte. Dennoch sieht sie Fortschritte. „Ich glaube abgesehen von zwei, drei Top-Teams können wir gegen jeden mithalten. Wir sind nie so unterlegen, wie es manche Ergebnisse vermuten lassen. Heute zum Beispiel wäre ein Unentschieden drin gewesen, wären wir vom Kopf her mehr da gewesen.“

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Quo vadis, Türkiyemspor? Die Leistung stimmte, doch Zählbares fehlt weiterhin.

Ähnlich sah es Torhüterin Gündoğdu. Die Mannschaft sei defensiv inzwischen besser aufgestellt. Allerdings gelinge es noch nicht, die nötige Stabilität über 90 Minuten zu halten. Gegen Jena wurde genau das zum Verhängnis. So bleibt Türkiyemspor punktlos am Tabellenende. Fotos: Matthias Vogel


Hasenbein-Doppelpack bringt Erfurt auf die Siegerstraße

Der FSV Babelsberg 74 hat dem 1. FFV Erfurt einiges abverlangt, musste sich beim Favoriten aber mit 1:2 (1:1) geschlagen geben. Der Aufsteiger aus Potsdam zeigte einen engagierten Auftritt, ehe Kira Hasenbein mit ihrem zweiten Treffer die Partie zugunsten der Gastgeberinnen entschied.

regionalliga nordost frauen: 1. ffv erfurt vs. fsv babelsberg 74; erfurt; 18.10.2026
Abgeklatscht: Kira Hasenbein (Mitte, links) und Pia Huck (Mitte, rechts) jubeln über Hasenbeins Treffer.

Babelsberg ging nach einer halben Stunde in Führung. Eine scharf auf den kurzen Pfosten gezogene Ecke köpfte Lena Cammradt zum 0:1 ein (31.). Erfurt tat sich zunächst schwer, fand aber unmittelbar vor der Pause die passende Antwort. Einen langen Diagonalball von Laura Krug erlief Hasenbein und verwandelte zum Ausgleich (45.).

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Sophie Chapmann (Mitte, FSV Babelsberg 74) gegen Katja Groll (links) und Tamara Stahl (rechts).

Trainer Gino Heinze reagierte in der Halbzeit und stellte vom 4-2-3-1 auf ein 3-5-2 um, um mehr Präsenz im Strafraum zu schaffen. „Das hat die Mannschaft dann auch gut gemacht“, lobte der Coach seine Elf. Die Entscheidung zahlte sich aus, Erfurt erspielte sich nun mehr Chancen. Beim Siegtreffer bewies Hasenbein dazu bemerkenswertes Gespür: Die Linksverteidigerin rückte über das gesamte Spielfeld nach, während Lea Schrenk rechts durchbrach und den Ball zum kurzen Pfosten brachte. Dort vollendete Hasenbein zum 2:1 (72.).

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Zweimal entzog sich Kira Hasenbein (l.) geschickt ihrer Bewachung (hier Lara-Berfin Köcer), zweimal traf sie für Erfurt ins Schwarze.

Heinze sprach von einem verdienten Sieg, lobte aber ausdrücklich den Auftritt der Gäste. Besonders Torhüterin Nina Haeberlin und die schwer zu stoppende Aline Helm hatten ihn beeindruckt. Probleme bereiteten Erfurt vor allem Babelsbergs gefährliche Standards.

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Erfurts Lea Schrenk im Duell mit Babelsbergs Kapitänin Denise Simon (r.).

Angesichts des Erfolgs ärgerten Heinze die zuvor liegengelassenen Punkte gegen Rostock (1:1) und Hohen Neuendorf (1:2). „Mit Siegen in den beiden Spielen hätten wir jetzt schön von der Tabellenspitze gegrüßt“, sagte er. Immerhin bleibt seine Mannschaft mit dem Sieg in Schlagdistanz zu den Spitzenteams Magdeburg und RB Leipzig II. Fotos: Sebastian Dühring


Abraham trifft viermal – Magdeburg feiert Kantersieg

Der 1. FC Magdeburg hat nach zwei Wochen Ligapause ein dickes Ausrufezeichenn gesetzt. Gegen Blau-Weiß Hohen Neuendorf gewann die Mannschaft von Trainer Nico Koch mit 9:1 (3:0). Überragende Spielerin war Neele Abraham mit vier Treffern.

Die Gastgeberinnen übernahmen sofort das Kommando. Bereits in der vierten Minute verwertete Abraham eine flache Hereingabe von Akane Miyoshi zur Führung. Tabea Alsleben erhöhte auf 2:0 (21.), ehe Abraham nach einem Zuspiel von Emily Bunnell den Ball in der Drehung mitnahm und zum 3:0 ins obere linke Eck traf (38.).

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Paula Reutter (l.) gelang der Ehrentreffer beim Hohen Neuendorfer Debakel in Magdeburg. Archivbild: Matthias Vogel

Auch nach der Pause blieb Magdeburg am Drücker. Amy Cienskowski setzte sich im Dribbling durch und erhöhte auf 4:0 (52.). Hohen Neuendorfs Paula Reutter antwortete praktisch im Gegenzug mit einem Distanzschuss ins linke Eck (53.). Es blieb der einzige Treffer der Gäste.

Abraham (64., 69.) machte ihren Viererpack perfekt. Greta Müller (72., 82.) und Amy Brathje (81.) sorgten für den deutlichen Endstand. Beim 7:1 reagierte Müller nach einem Abpraller am schnellsten und schob den Ball über die Linie.

Matchplan aufgegangen – Trainer Nico Koch zufrieden

„Ein absolut verdienter Sieg, auch in der Höhe“, befand Koch, der dennoch Verbesserungspotenzial sah: „Das hätte sogar noch höher ausgehen können.“ Besonders zufrieden war der Trainer mit der Umsetzung des Matchplans. Seine Mannschaft habe die besprochenen Räume konsequent bespielt und trotz der Spielpause sofort ins Spiel gefunden. Koch sprach vom höchsten Heimsieg seit langer Zeit. Für Hohen Neuendorf, aktuell von argen Personalsorgen gebeutelt, wurde es dagegen ein bitterer Nachmittag.


Der siebte Spieltag in der Regionalliga Ost wird am Samstag, 14. November, mit der Partie des 1. FFC Turbine Potsdam 2 gegen den FC Hansa Rostock, am Sonntag, 15. November, mit dem Spiel 1. FC Union Berlin 2 gegen RB Leipzig 2 sowie der Begegnung am Sonntag, 22. November, zwischen SV Eintracht Leipzig Süd und dem Chemnitzer FC komplettiert.


Titelbild: Matthias Vogel