Drei spielfreie Wochenenden liegen hinter der Frauen-Berlin-Liga. Wie haben die Vereine die Unterbrechung genutzt? Zum Auftakt der Rasenperlen-Serie berichten die Trainer von Lichtenberg 47, Moabiter FSV und Türkiyemspor U23 über taktische Veränderungen, Regeneration und die Arbeit mit ihren Mannschaften.
Am kommenden Wochenende rollt der Ball wieder in der Frauen-Berlin-Liga. Seit dem 11. Oktober ruhte der reguläre Spielbetrieb, lediglich im Pokal waren einige Mannschaften zwischenzeitlich gefordert. Zeit also, um Verletzungen auszukurieren, taktische Abläufe zu verbessern oder die Entwicklung der Mannschaft voranzutreiben. Doch wie haben die Vereine die vergangenen Wochen tatsächlich genutzt? Rasenperlen hat bei den Trainern nachgefragt. In einer vierteiligen Serie geben sie Einblicke in ihre Arbeit während der Spielpause und verraten, mit welchen Schwerpunkten sie in die nächsten Aufgaben gehen.
Lichtenberg 47: Mehr Klarheit im 4-3-3
Für Lichtenberg 47 endete die Pokalreise bereits in der ersten Hauptrunde. Beim BSV Grün-Weiss Neukölln unterlag die Mannschaft mit 0:2. Anschließend nutzte Trainer Sascha Roschig die verbleibende Zeit für eine Mischung aus Regeneration, taktischer Arbeit und Teambildung. Gemeinsam mit Co-Trainer Ricci Kaduk überarbeitete er einzelne taktische Schwerpunkte und setzte diese im Training um. Ein gemeinsamer Teamabend sollte zudem den Zusammenhalt stärken.

„Es gab die eine oder andere, die Blessuren aus den letzten Spielen hatte. Da ist es gar nicht so verkehrt, dem Körper auch mal ein bisschen Ruhe zu gönnen“, erklärt Roschig.
Ein Ziel: Spielerinnen sollen selber Entscheidungen treffen
Sportlich bleibt der Tabellenzehnte seiner grundsätzlichen Ausrichtung treu. Am 4-3-3 will Roschig festhalten, allerdings sollen der strukturierte Spielaufbau, das Positions- und Kombinationsspiel sowie die Laufwege verbessert werden. Gegen den Ball stehen ein abgestimmteres Pressing und mehr Kompaktheit im Mittelpunkt. Gleichzeitig möchte das Trainerteam die Eigenständigkeit der Spielerinnen auf dem Platz fördern.
Moabiter FSV: Den Rhythmus bewahren
Auch beim Moabiter FSV stand die Regeneration angeschlagener Spielerinnen auf dem Programm. Trainer Vishal Khanna achtete dabei besonders auf die Belastungssteuerung. Die Mannschaft sollte einerseits ihren Spielrhythmus bewahren, andererseits nicht durch zu hohe Trainingsintensität überfordert werden.

Inhaltlich beschäftigte sich der Tabellenachte vor allem mit dem Spielaufbau, der Ballsicherung und einer stabileren defensiven Grundordnung. Khanna wollte die Unterbrechung nutzen, um die taktischen Abläufe zu verbessern, ohne dabei die Wettkampffähigkeit seiner Spielerinnen aus dem Blick zu verlieren.

Am Sonntag wartet mit Viktoria Berlin II allerdings gleich eine anspruchsvolle Aufgabe. Die U23 der Himmelblauen liegt auf dem vierten Tabellenplatz und hat bislang erst eine Niederlage kassiert.
Türkiyemspor U23: Eine Mannschaft muss zusammenwachsen
Vor einer ungleich schwierigeren Aufgabe steht Mert Maska. Der Trainer der U23 von Türkiyemspor muss eine Mannschaft entwickeln, die besonders unter den personellen Abgängen des Vereins leidet. Der massive Aderlass der vergangenen Transferperioden hat auch in der zweiten Mannschaft deutliche Spuren hinterlassen. Zeitweise mussten Spielerinnen aus der Ü35 aushelfen, hinzu kommen zahlreiche A-Juniorinnen, die erst an den Frauenfußball herangeführt werden müssen.

Entsprechend steht für Maska weniger der taktische Feinschliff als vielmehr die grundlegende Entwicklung seiner Mannschaft im Vordergrund. „Wir versuchen aktuell weiterhin, als Team zu wachsen, was gerade, glaube ich, die höchste Priorität hat“, erklärt der Trainer.

Dabei geht es auch darum, die individuellen Fähigkeiten der Spielerinnen zu fördern. Neue Positionen werden ausprobiert, unterschiedliche Konstellationen getestet und taktische Grundlagen vermittelt. „Aktuell ist es aber erst einmal wichtig, das Team richtig zusammenwachsen und sich formen zu lassen“, sagt Maska.
Mit drei Punkten aus sieben Spielen steht Türkiyemspors U23 auf dem vorletzten Tabellenplatz. Die sportliche Situation ist schwierig, doch der Neuaufbau braucht Zeit. Am Sonntag geht es für die Mannschaft zu Lichtenberg 47 – und damit zum direkten Duell zweier Teams, die die Spielpause auf unterschiedliche Weise genutzt haben. Fotos: Loredana Zafisambondaoky
