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RB Leipzig II müht sich zum Sieg

Geschwächte Eta-Elf muss wehrhafte Chemnitzerinnen überwinden +++ Türkiyemspor kann nicht antreten +++ „Lucky Punch“ trifft HND ins Mark +++ Doppelpackerin Gast sichert Dreier für Jena II +++ Wechselspielerin entscheidet Spiel in Erfurt

Gast trifft doppelt, Jenas Coach Kucharz nur mit dem Ergebnis zufrieden

Der FC Carl Zeiss Jena II hat sich mit 2:0 gegen Hansa Rostock durchgesetzt. Beide Treffer erzielte Neele Gast (21., 40.). Trotz des verdienten Erfolgs war Trainer Christian Kucharz mit dem Auftritt seiner Mannschaft alles andere als zufrieden.

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Neele Gast (l.) schnürt gegen Aufsteiger Chemnitz den Doppelpack.

Beim Führungstreffer hatte Karla Görlitz mit einer starken Einzelaktion die Vorarbeit geleistet. Sie ließ zwei Gegenspielerinnen stehen und zog ab. Rostocks Torhüterin Anna Thiele konnte den Schuss nur abprallen lassen. Gast stand goldrichtig und verwertete den Abpraller zum 1:0 (21.). Beim zweiten Treffer nutzte die Angreiferin einen Pass in die Tiefe, setzte sich mit ihrem Tempo durch und ließ der Torhüterin im Eins-gegen-eins keine Chance (40.).

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Karla Görlitz ebnete mit einem wuchtigen Distanzschuss den Weg zur Jenaer Führung.

Kucharz hatte seine Mannschaft kräftig durchgemischt. Mehrere Spielerinnen seines Kaders sind noch für die U17 spielberechtigt, die am Vortag im DFB-Pokal gefordert war. Diese personelle Rotation gehöre zur Vereinsphilosophie, erklärte der Trainer. Allerdings habe man der Mannschaft die fehlende Eingespieltheit deutlich angemerkt.

Chemnitzer Offensivbemühungen finden spätestens bei Forstmeier ein Ende

„Wir haben das weder mit dem Ball noch gegen den Ball gut gemacht“, kritisierte Kucharz. Im Spielaufbau unterliefen seiner Mannschaft zu viele Fehler, im Gegenpressing fehlte die Konsequenz. Rostock verteidigte kompakt und setzte ab und an gefährliche Konter, die allerdings auch an Jenas gut aufgelegter Torhüterin Mavi Forstmeier scheiterten.

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„Das war kein gutes Spiel von uns“ – Jenas Trainer Christian Kucharz behält trotz des Sieges einen klaren Blick.

Den Sieg hielt Kucharz dennoch für verdient. Ausschlaggebend sei vor allem die individuelle Qualität einer Handvoll seiner Spielerinnen gewesen. Die 2:0-Führung brachte Jena im zweiten Durchgang schließlich über die Zeit. Archivbilder: Matthias Vogel


Personalmangel: Türkiyemspor kann nicht antreten

Die Begegnung zwischen Tabellenführer 1. FC Magdeburg und Türkiyemspor Berlin wurde abgesetzt. „Wir haben aktuell mehrere verletzte Spielerinnen und zusätzlich einige Abwesenheiten, sodass wir für das Wochenende keinen vollständigen Kader stellen können“, erklärte Türkiyemspors Trainer Cem Karacali gegenüber rasenperlen.de.

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Co-Trainer Cem Karacali hält Türkiyemspors Nichtantritt für die „vernünftigste Lösung“. Foto: Matthias Vogel

Beide Vereine hatten sich bereits im Vorfeld ausgetauscht. Die Partie wurde daraufhin zunächst abgesetzt. Nun soll ein Nachholtermin gefunden werden. „Natürlich ist das für alle Beteiligten schade, aber unter den aktuellen Umständen war das die vernünftigste Lösung“, so Karacali.


Später Siegtreffer sorgt für Diskussionen

Ein Treffer in der Schlussminute hat dem FSV Babelsberg 74 einen wichtigen 2:1-Erfolg gegen den SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf beschert. Während Babelsbergs Trainer Marvin Bellin den späten Sieg bejubelte, haderte sein Gegenüber Christian Liedtke mit der Entstehung des entscheidenden Tores – und insbesondere mit einer aus seiner Sicht übersehenen Kopfverletzung seiner Torhüterin.

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Saisontreffer Nummer 3 für Sophie Chapman vom FSV Babelsberg 74 – der zweite mit dem Kopf nach einem Standard.

Babelsberg hatte die Partie zunächst klar bestimmt. In den ersten 20 Minuten erspielten sich die Gastgeberinnen mehrere gute Gelegenheiten, ließen aber selbst eine Eins-gegen-eins-Situation ungenutzt. Nach der verletzungsbedingten Auswechslung der starken Angreiferin Aline Helm verlor der Aufsteiger jedoch seinen Rhythmus. Hohen Neuendorf kam besser ins Spiel. Dennoch brachte Sophie Chapman die Gastgeberinnen nach einem Freistoß per Kopf in Führung (44.) und untermauerte damit eine wesentliche Stärke der Breitscheidgirlz in dieser Saison: Offensivstandards.

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Voller Einsatz, leere Hände: Lenina Burghardt und Hohen Neuendorf trifft die Last-Minute-Pleite knüppelhart.

Nach der Pause entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Natalia Pinkney gelang nach einem Steilpass der verdiente Ausgleich (61.). Die nach langer Verletzungspause zurückgekehrte Angreiferin umkurvte Babelsbergs Torhüterin und schob zum 1:1 ein. „Das war für den Spielverlauf völlig in Ordnung“, räumte Bellin ein. Auch ein Unentschieden wäre aus seiner Sicht gerecht gewesen.

Doch in der 90. Minute traf die eingewechselte Malena Wiechers zum 2:1. Liedtke kritisierte allerdings die Entstehung des entscheidenden Treffers. Seine Torhüterin sei im Kampf um den Ball am Kopf getroffen worden und anschließend benommen am Boden liegen geblieben. Die Schiedsrichterin habe kein Foul erkannt und das Spiel weiterlaufen lassen. Babelsberg habe den frei liegenden Ball schließlich ins Tor befördert.

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Für HND-Coach Christian Liedtke hätte der Siegtreffer für Babelsberg nicht zählen dürfen.

„Sehr zweifelhaft, sehr fragwürdig“, urteilte Liedtke. Dabei gehe es ihm nicht allein um die Bewertung eines möglichen Foulspiels. Entscheidend sei für ihn die mutmaßliche Kopfverletzung gewesen. Der selbst als Schiedsrichter tätige Trainer hofft, dass sich die Unparteiische anhand des vorhandenen Videomaterials noch einmal mit der Szene auseinandersetzt. „Einfach wegen des Lerneffekts.“

„Lucky Punch“ beschert 74 enorm wichtige Punkte

Besonders bitter war die Niederlage für Hohen Neuendorf, weil Liedtke seiner Mannschaft nach den enttäuschenden Vorwochen eine deutliche Leistungssteigerung bescheinigte. Auftreten, Zusammenhalt und Engagement hätten gestimmt. „Darauf können wir aufbauen“, sagte er. Besonders freute ihn der Treffer von Pinkney, die bereits verletzt von Türkiyemspor gekommen war, einen weiteren Rückschlag erlitten hatte und nun praktisch mit ihrer ersten Aktion nach der Rückkehr erfolgreich war.

Bellin sprach dagegen von einem „Lucky Punch“ und drei enorm wichtigen Punkten im direkten Duell. Allerdings musste auch Babelsberg den Erfolg teuer bezahlen: Außer Helm verletzte sich eine weitere Spielerin während der Partie. Archivbilder: Matthias Vogel


Feldspielerin im Tor, Personalsorgen im Kader – Leipzig siegt trotzdem

Trotz erheblicher personeller Engpässe hat RB Leipzig II den Chemnitzer FC mit 2:0 bezwungen. Mila Pohlenz brachte die Gastgeberinnen per Foulelfmeter in Führung (24.), Natalie Grenz sorgte in der Schlussminute für die Entscheidung (90.). Trainer Benjamin Eta sprach von einem insgesamt verdienten Erfolg, auch wenn Chemnitz nach der Pause deutlich stärker wurde.

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Dass RB-Torhüterin Amelie Boesche immer anspielbar ist, verwundert nicht, ihre doppelte Fußabwehr am Ende der Partie schon – sie ist eigentlich Feldspielerin.

Die Voraussetzungen für Leipzig waren Etas Angaben nach alles andere als optimal. Mehrere Spielerinnen hatten am Vortag noch mit der U17 im DFB-Pokal gespielt, andere kehrten nach längeren Verletzungs- oder Krankheitspausen zurück. Weil zudem keine weitere Torhüterin zur Verfügung stand, musste mit Amelie Boesche erneut eine etatmäßige Feldspielerin zwischen die Pfosten.

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Janita Kramer und der Rest von RB Leipzig II müssen für ihren Dreier gegen Chemnitz schwer schuften.

Dennoch kontrollierten die Gastgeberinnen die erste Halbzeit mit viel Ballbesitz und ließen kaum gefährliche Situationen zu. Nach einem Foul an Johanna Güth, die im Dribbling zu Fall gebracht wurde, verwandelte Pohlenz den fälligen Strafstoß zum 1:0. Weitere Möglichkeiten blieben ungenutzt. Janita Kramer vergab freistehend einen Kopfball, zwei bis drei Leipziger Abschlüsse wurden auf der Linie geklärt.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Die Gäste liefen höher an, erhöhten den Druck und hatten mit einem Pfostenschuss die große Gelegenheit zum Ausgleich. „Das hat Chemnitz wirklich gut gemacht“, sagte Eta, dessen Team ebenfalls zu weiteren Chancen kam, aber zunehmend die Kontrolle verlor. Fotos: RBL U20

Grenz schraubt Chemnitz den Dämpfer auf

Erst in der Schlussphase sorgte Grenz nach einem Angriff über die Außenbahn für die Entscheidung. Sie nahm den Ball gut mit und schlenzte ihn ins lange Eck. Selbst danach wurde es noch einmal gefährlich: Boesche verhinderte mit einer doppelten Fußabwehr den Anschlusstreffer.

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Leipzigs Torjägerin Natalie Grenz (am Ball) auf dem Weg zum Chemnitzer Tor.

Eta zeigte sich vor allem angesichts der schwierigen Voraussetzungen zufrieden. Greta Christine Böhme hatte wochenlang gefehlt, Lenie Pospischil konnte längere Zeit nicht vollständig trainieren, Zoe Werner war unter der Woche krank gewesen. Auch Mia Werner hatte bislang kaum Spielpraxis gesammelt. „Wir wussten, dass es einen Einbruch geben wird“, so Leipzigs Coach. Umso erfreulicher sei es gewesen, ohne Gegentor und weitere Verletzungen durch die Partie gekommen zu sein.


Visargova erlöst Erfurt

Ein Treffer von Samira Visargova in der 76. Minute hat dem 1. FFV Erfurt einen knappen, aber laut Erfurts Coach Gino Heinze verdienten 1:0-Erfolg gegen den Tabellendritten SV Eintracht Leipzig-Süd beschert. Heinze zeigte sich zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft, die sich gegenüber der Vorwoche deutlich gesteigert hatte. „Man darf nicht vergessen, gegen wen wir gespielt haben“, betonte er und verwies auf die Qualität der Leipzigerinnen, die bereits in der vergangenen Saison zu den stärksten Mannschaften der Liga gehört hatten.

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Sophia Koschick gegen Samira Visargova (r.), die für den 1. FFV Erfurt das Tor des Tages erzielt.

Vor allem in der ersten Halbzeit hätten die Gastgeberinnen die Partie frühzeitig in ihre Richtung lenken können. Schon nach 60 Sekunden bot sich Katja Groll eine ausgezeichnete Gelegenheit. In der fünften Minute verpasste Mandy Uhl nach einer Hereingabe von links die Führung. Später scheiterte Anna Mittelsdorf im Eins-gegen-eins an Leipzigs Torhüterin Kristina Hauczinger. Insgesamt zählte Heinze fünf hochkarätige Chancen für seine Mannschaft.

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Erfurts Trainer Gino Heinze haderte mit der Chancenverwertung seines Teams – wieder einmal.

Doch auch Leipzig-Süd blieb gefährlich. Zwei bis drei gute Möglichkeiten registrierte der Erfurter Trainer für die Gäste. Besonders brenzlig wurde es nach einem Steckpass durch die Schnittstelle der Abwehr, als Erfurts Torhüterin Anne Büchner im direkten Duell gefordert war. Auch nach einer zunächst abgewehrten Ecke sorgte ein Distanzschuss für Gefahr.

Elfmeterschützin trifft erst im Nachschuss

Die Entscheidung fiel schließlich vom Elfmeterpunkt, besser gesagt im Nachschuss. Der Strafstoßpfiff ertönte nach einem Foul, eine Leipzigerin war in der Box auf eine Erfurterin gefallen. Heinze sprach von einer etwas undurchsichtigen Situation, hielt die Entscheidung der Schiedsrichterin unter dem Strich aber für vertretbar. Die eingewechselte Visargova übernahm Verantwortung, scheiterte erst an Hauczinger, fasste dann aber erfolgreich nach.

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Torhüterin Kristina Hauczinger bewahrt die Eintracht gegen Anna Mittelsdorf vor einem Gegentreffer.

Einziger größerer Kritikpunkt blieb die Chancenverwertung. Die mangelnde Effizienz vor dem gegnerischen Tor ziehe sich bereits durch die gesamte Saison. Angesichts der zahlreichen Möglichkeiten hätte seine Mannschaft in dieser Saison deutlich häufiger treffen können. „Für uns ist aber dieser Sieg erst einmal enorm wichtig. Auch, dass wir zu null gespielt haben. Nicht auszudenken, hätten wir nach dem Grottenkick gegen Jena wieder nichts in den Händen gehabt.“ Fotos: Sebastian Dühring


Titelbild (RBL U20): Chemnitz‘ Juliette Leuschner im Duell mit RB-Kapitänin Nele Braunsdorf.