Nach einer schwierigen Saison hat der 1. FFV seinen Kader verstärkt. Gino Heinze traut seiner Mannschaft den Sprung in die Top 5 zu.
Eine Saison ohne große Ausschläge liegt hinter dem 1. FFV Erfurt. Sportlich blieb die Mannschaft im sicheren Mittelfeld, personell musste sie dagegen immer wieder improvisieren. Zahlreiche Verletzungen verhinderten, dass sich über längere Zeit ein Rhythmus entwickeln konnte. Für Trainer Gino Heinze war deshalb mehr drin, als am Ende herauskam. In der neuen Saison soll sich das änd
ern. Der Kader ist zusammengeblieben, fünf Spielerinnen sind dazugekommen – und in Erfurt darf der Blick wieder etwas weiter nach oben gehen. Nach dem tollen Auftritt in den DFB-Pokal-Playoffs wohl auch zurecht. Dort zwang der Regionalligist den Zweitligisten FC Ingolstadt 04 ins Elfmeterschießen (1:1), musste sich dort aber geschlagen geben (2:5).

Teamcheck
So richtig zufrieden war man in Erfurt mit der vergangenen Saison nicht. Dafür fehlte der Mannschaft über weite Strecken schlicht die personelle Konstanz. Immer wieder fielen Spielerinnen verletzt aus, das vorhandene Potenzial ließ sich deshalb nur phasenweise ausschöpfen. Dass der FFV trotzdem ungefährdet im Mittelfeld landete, war unter diesen Umständen ordentlich – der eigene Anspruch liegt allerdings höher als Platz 7.

Für den nächsten Anlauf sind die Voraussetzungen besser. Keine Spielerin hat den Verein verlassen, dafür bekommt Heinze fünf neue Optionen: Neele Zamzau kommt von Grün-Weiß Erfurt, Anastasia Kolbe vom Borntaler SV Erfurt, Karline Gibowsky von RB Leipzig, Angelina Lübcke von Türkiyemspor Berlin und Marlou Frieling vom SV Schott Jena.

Vor allem Lübcke könnte der Erfurter Offensive noch einmal einen Schub geben. Heinze schätzt ihre Erfahrung und Mentalität ebenso wie ihre Qualitäten nach vorn. Entscheidend ist für ihn aber nicht eine einzelne Spielerin. Die Stärke soll aus dem Zusammenspiel eines breiter aufgestellten Kaders entstehen. Wohin das führen soll, macht der FFV nicht komplizierter als nötig: unter die ersten fünf.
Perlentaucher
Gino Heinze geht inzwischen in sein elftes Jahr als Erfurter Trainer. Und er möchte seiner Mannschaft in dieser Saison ein noch deutlicheres Gesicht geben. „Wir wollen nicht nur auf den Gegner reagieren, sondern Spiele selbst bestimmen“, sagt Heinze.

Das soll man vor allem an der Intensität sehen. Mit Ball möchte Erfurt mutig und variabel nach vorne spielen, gegen den Ball früh aktiv werden und den Gegner unter Druck setzen. Erfolgreich soll der Fußball sein, aber eben nicht um jeden Preis vorsichtig.
Was Team und Coaches verbindet? Der Hunger auf Erfolg.
Heinze sieht dafür eine Mannschaft, die mitzieht. Trainer und Spielerinnen verbinde der gleiche Ehrgeiz und, wie er es nennt, der „Hunger nach Erfolg“. Genau diese Bereitschaft, gemeinsam Arbeit zu investieren, ist für ihn die Grundlage für den nächsten Schritt.
Darauf kommt es an
27 Spielerinnen stehen im Erfurter Kader. Das allein gewinnt noch keine Spiele. Interessant wird sein, was Gino Heinze aus den zusätzlichen Möglichkeiten macht. Denn die Ausgangslage unterscheidet sich von der vergangenen Saison. Statt ständig auf personelle Engpässe reagieren zu müssen, soll der Trainer häufiger auswählen können. Damit steigen allerdings auch die Erwartungen.





Erfurt peilt die Top 5 an. Heinze selbst formuliert seinen Wunsch für das Saisonende mit einem Augenzwinkern noch etwas größer. Welche Schlagzeile würde er dann gerne lesen? „Der 1. FFV Erfurt spielt die beste Saison seiner Vereinsgeschichte.“ Damit wäre vermutlich nicht nur der Trainer ganz gut einverstanden.
Fotos: Sebastian Dühring
