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Turbine II setzt auf die nächste Generation

Nach Platz acht soll es für Potsdam wieder aufwärtsgehen. Dabei rücken gleich sechs Spielerinnen aus der eigenen U17 in den Regionalliga-Kader.

Platz acht, zu viele Gegentore, zu wenig Gefahr vor dem gegnerischen Tor: Beim 1. FFC Turbine Potsdam II gibt es keinen Grund, die vergangene Saison besser zu machen, als sie war. Trainer Thomas Kandler sagt klar, dass die Mannschaft hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben ist.

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Standards als Potsdamer Mittel? Gegen Viktorias U23 wuchtete jedenfalls Eigengewächs Paula Scharras den Ball nach einer Ecke per Kopf zur 2:0-Führung in die Maschen. Foto: Matthias Vogel

Trotzdem wird in Potsdam jetzt nicht alles umgeworfen. Im Gegenteil. Turbine bleibt dem eigenen Weg treu und gibt der nächsten Generation ihre Chance. Gleich sechs Spielerinnen aus der U17 rücken in den 20-köpfigen Kader auf. Zusammen mit vier externen Zugängen entsteht eine Mannschaft, die sich erst einmal finden muss – von der aber trotzdem deutlich mehr erwartet wird als Platz acht.

Kurz & knapp

Trainerteam: Thomas Kandler (Trainer), Steven Nickel (Co-Trainer), Frank Antelmann (Betreuer)
Kadergröße: 20 Spielerinnen
Spielstätte: Sportforum Potsdam Waldstadt, Drewitzer Straße 40a, 14478 Potsdam
Saisonziel: Platz 1 bis 4
Besonderheit: Thomas Kandler geht in seine 22. Saison (!!!) als Turbine-II-Trainer.

Teamcheck

Thomas Kandler macht aus seiner Enttäuschung über die vergangene Saison keinen Hehl. Die obere Tabellenhälfte war das Ziel, am Ende wurde es Platz acht. Vor allem zwei Dinge störten den Trainer: Seine Mannschaft kassierte zu viele Gegentore und entwickelte selbst zu wenig Torgefahr.

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Larissa Bemme. Foto: Matthias Vogel

In der Rückrunde war zwar eine spielerische Steigerung zu erkennen, auch defensiv stand Turbine stabiler. Mehr Punkte brachte das allerdings nicht – im Gegenteil. Unter dem Strich blieb eine Saison, aus der die Potsdamerinnen ihre Lehren ziehen müssen.

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Potsadams Kapitänin Pia Pantel (l.). Foto: Matthias Vogel

Personell verändert sich einiges. Vanessa Krumbholz und Felicitas Uhlig gehen für ihr Studium in die USA, Hanna Lohne wechselt zum FC Hertha 03 Zehlendorf. Jolina Pfeiler und Wiebke Bischoff verlassen die Mannschaft mit unbekanntem Ziel, Julia Schöpfel wechselt in Turbines dritte Mannschaft.

Ein halbes Dutzend Nachwuchs-Turbinen verstärken den Kader

Die Zugangsseite zeigt dagegen deutlich, welchen Weg Turbine II einschlägt. Mit Alea Pospiech, Paula Scharras, Leonie Gattermann, Milena Schulz, Maxi Schwieger und Lilly Wedler kommen sechs Spielerinnen aus der eigenen U17. Dazu stoßen Leni Hänel vom Friedrichshagener SV, Luna Windsperger von Blau-Weiß Hohen Neuendorf, Emily Bauer vom Wiener SC und Nele Ewert vom FFC Fortuna Dresden.

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Helene Duwe zieht ab. Foto: Matthias Vogel

Bei so vielen Veränderungen wird es zunächst darum gehen, möglichst schnell zusammenzufinden. Zeit verschenken möchte Turbine dabei allerdings nicht noch einmal. In der vergangenen Saison stand nach vier Spielen gerade einmal ein Punkt zu Buche. Diesmal soll der Start sitzen. Und auch das Saisonziel lässt wenig Raum für Missverständnisse: Platz eins bis vier.

Perlentaucher

Turbine II soll Fußball spielen. Nicht abwarten, nicht in erster Linie reagieren, sondern den Ball haben und selbst nach Lösungen suchen. Thomas Kandler steht seit einer Dekade an der Seitenlinie, wenn die zweite Potsdamer Garde kickt. Und er ist noch kein bisschen müde. In dieser Saison möchte er eine Mannschaft sehen, die sich etwas zutraut, nach vorne auch Risiken eingeht und dadurch zu mehr Torchancen kommt.

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Geballte Erfahrung: Thomas Kandler, seit mehr als zwei Dekaden Coach des 1. FFC Tubine Potsdam II. Foto: 1. FFC Tubine Potsdam

Das gilt ausdrücklich auch dann, wenn ein Spiel gegen Turbine läuft oder ein Gegner früh und aggressiv Druck macht. Die Mannschaft soll nicht sofort von ihrer Idee abrücken, sobald es unangenehm wird.

Kandler weiß allerdings selbst, dass sich das leichter formulieren als umsetzen lässt. Gerade bei einer jungen Mannschaft werden Fehler dazugehören. Entscheidend wird sein, ob Turbine trotzdem den Mut behält, seinen Fußball zu spielen.

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Thomas Kandler (l.) und Co-Trainer Steven Nickel beim Test gegen Viktorias U23.

Eine einzelne Spielerin, die vor Saisonbeginn besonders herausragt, sieht Kandler derzeit nicht. Vielleicht ist das bei dieser Mannschaft ohnehin die falsche Perspektive. Spannender dürfte sein, wer aus dem jungen Kader im Laufe der Saison den nächsten Schritt macht.

Darauf kommt es an

Sechs Spielerinnen kommen direkt aus der eigenen U17. Das ist mehr als eine Randnotiz dieses Sommers – es prägt die Ausgangslage von Turbine II. Kandler muss einer jungen, neu zusammengesetzten Mannschaft Zeit zur Entwicklung geben und gleichzeitig Ergebnisse liefern. Denn Platz eins bis vier ist kein Ziel für eine Übergangssaison.

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Vor allem in den beiden Bereichen, die Turbine im Vorjahr Punkte gekostet haben, muss eine Veränderung sichtbar werden: hinten weniger zulassen, vorne gefährlicher werden. Gelingt das, könnte diese junge Mannschaft schneller oben anklopfen, als es der achte Platz der vergangenen Saison vermuten lässt.


Titelbild: Bernd Gewohn.