Hansa ist dringeblieben. Jetzt soll eine junge, stark in Mecklenburg-Vorpommern verwurzelte Mannschaft zeigen, dass sie den Klassenerhalt auch selbst schaffen kann.
Am Ende ging es gut aus. Der F. C. Hansa Rostock spielt weiter in der Regionalliga Nordost. Allerdings brauchten die Rostockerinnen dafür Hilfe: Erst der Aufstieg von Hertha BSC in die 2. Bundesliga sorgte dafür, dass Hansa die Klasse hielt. Das soll sich nicht wiederholen. Diesmal will Hansa den Klassenerhalt auf dem Platz klarmachen. Mit einem neuen Cheftrainer, einer weiterhin sehr jungen Mannschaft – und mit den Erfahrungen aus einer Saison, in der es manches Mal ziemlich wehgetan hat.

Teamcheck
Hansa macht aus der vergangenen Saison kein großes Geheimnis. Der Klassenerhalt steht – und der zählt. Gleichzeitig weiß man in Rostock, dass die junge Mannschaft in vielen Spielen Lehrgeld bezahlt hat.

Nun übernimmt Heiko Junghans. Der neue Cheftrainer kommt vom Doberaner FC und findet einen Kader vor, der sich im Sommer nur wenig verändert hat. Jele Silbe und Vanessa Rist rücken aus der zweiten Mannschaft hoch. Jette Schramm und Jona Wolter wechseln in die Zweite, Sarah Tägtmeier beendet ihre Karriere.

Im Schnitt ist die Mannschaft gerade einmal 22 Jahre alt. Hansa setzt also weiter auf Entwicklung. Vor allem gruppentaktisch soll das Team zulegen. Und es soll robuster werden. Die Zweikampfhärte der Regionalliga anzunehmen, gehört ausdrücklich zu den Punkten, an denen Junghans arbeiten will.

Am Ziel gibt es wenig zu deuteln: Hansa möchte die Klasse sportlich halten. Ohne Schützenhilfe, ohne Rechnen, ohne darauf zu schauen, was anderswo passiert.
Perlentaucher
Wer Hansa in dieser Saison zuschaut, soll ziemlich schnell merken, welche Mannschaft da auf dem Platz steht. Laut soll sie sein, sich gegenseitig unterstützen und keinen Zweikampf herschenken.

Nur kämpfen reicht Heiko Junghans allerdings nicht. Seine Mannschaft soll den Mut haben, von hinten heraus Fußball zu spielen. Und bei Standards soll es für den Gegner unangenehm werden. Sie sollen zu einer echten Stärke werden.

Dass das Trainerteam viel mit dieser Mannschaft anfangen kann, liegt auch an ihrer Zusammensetzung. Rund 90 Prozent der Spielerinnen kommen aus Mecklenburg-Vorpommern. Viele haben einen engen Bezug zum Verein. Junghans erlebt eine junge Truppe, die lernen will – und die für Hansa spielen will.
Darauf kommt es an
Weniger Gegentore. Weniger Spiele, in denen Hansa deutlich unter die Räder kommt. Und am Ende ein Klassenerhalt, für den niemand nach oben in die 2. Bundesliga schauen muss. So einfach lässt sich die Aufgabe zusammenfassen.

Die junge Mannschaft wird weiter Fehler machen. Entscheidend wird sein, ob sie aus den Erfahrungen der vergangenen beiden Jahre gelernt hat und enger zusammenrückt, wenn es schwierig wird. Genau das wünscht sich Junghans: eine Mannschaft, die sich sichtbar entwickelt und auf wie neben dem Platz zusammenhält. Einfach wird es nicht, aber die deutlich stärkere Rückrunde der abgelaufenen Saison nährt durchaus die Hoffnung, dass am Ende der Spielzeit der Rechenschieber in der Werkzeugkiste der Hansa-Kogge liegen bleiben kann.
Fotos: Marc Meyer
