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Hansa weiter auf Wolke sieben

Kreuzbergerinnen knacken nach Inter auch Pankow +++ Steglitzer Zug ohne Bremse +++ Bero nimmt amtlich Revanche +++ Erster Saisonsieg für den FFC.

FSV Hansa 07 – Borussia Pankow 2:0 (1:0): Berndorf vom Punkt, Laukemper mit Traumtor

Der Lauf hält: Die FSV Hansa 07 bestätigt ihren Aufwärtstrend und schlägt Borussia Pankow mit 2:0. Nach dem Auswärtssieg bei Inter folgt damit der nächste Dreier – erneut gegen ein Team aus den Top Fünf.

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Sonja Laukemper (Mitte) lässt sich für ihren tollen Treffer feiern.

Die Grundlage legt Anna Berndorf nach gut einer halben Stunde. Nach einem Handspiel entscheidet der Unparteiische auf Elfmeter, Berndorf verwandelt sicher zum 1:0 (32.) In einer zunächst flüssigen Partie hat Hansa Vorteile. Nach dem Seitenwechsel verliert die Begegnung an Tempo und Struktur. Pankow bemüht sich, wird aber selten zwingend. Hansa bleibt geduldig – und setzt in der Schlussphase den entscheidenden Akzent: Nach einem Einwurf von rechts landet der Ball über Umwege bei Sonja Laukemper. Die zieht aus halblinker Position ab und trifft sehenswert in die lange Ecke zum 2:0 (83.).

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„Was sie heute geleistet hat, war Wahnsinn“, sagt Hansa-Trainer Philipp Pawelzik über seine Angreiferin. Insgesamt zeigt er sich zufrieden, ordnet den Sieg aber auch mit Blick auf die angespannte personelle Situation des Gegners ein: „Uns ist bewusst, dass dort einige fehlen, freuen uns aber dennoch. Das ist immerhin Pankow.“

Bei der Borussia rüstet man sich für ein mögliches Pokal-Halbfinale

Auf Pankower Seite richtet sich der Fokus längst nach vorne. „Der Zug an der Tabellenspitze ist ja eh abgefahren“, sagt Josi Ruß. Die Kräfte sollen nun für das mögliche Pokal-Halbfinale gebündelt werden – dessen Besetzung allerdings noch von einem laufenden Verfahren abhängt. Klar ist: Die personellen Probleme bleiben eine zentrale Herausforderung für die Trainerin. Fotos: Matthias Vogel


Moabiter FSV – SFC Stern 1900 0:11 (0:4): Deutlicher Klassenunterschied

Der Tabellenführer lässt keine Zweifel: Der SFC Stern 1900 gewinnt beim Moabit FSV mit 11:0 und unterstreicht eindrucksvoll seine Rolle als Maßstab der Liga. Bereits zur Pause ist die Partie beim Stand von 4:0 entschieden. Die Treffer für die Steglitzerinnen erzielen Elena Gabler (3), Emina Wacker, Corinna Statz (je 2), Sofie Roll, Hannah Schmitz und Sophia Verheijen, das elfte Tor ist ein Eigentor.

Von Beginn an diktiert Stern Tempo und Spielrichtung, zieht den Gegner immer wieder in die Breite und erzwingt zahlreiche Eins-gegen-Eins-Situationen auf den Außen. Moabit kommt kaum aus der eigenen Hälfte, kann das Tempo nicht mitgehen. „Das war eine unfassbar professionelle Leistung“, sagte Moabit-Trainer Martin Meyer nach der Partie. „Sie waren uns in allen Belangen überlegen.“

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Sterns Kapitänin Elena Gabler veredelte eine starke Leistung mit drei Treffern.

Trotz der klaren Verhältnisse stemmt sich Moabit gegen die Übermacht, gibt sich nicht auf. Die personelle Lage bleibt jedoch ein entscheidender Faktor: Ohne etatmäßige Torhüterin und mit mehreren Spielerinnen, die eigentlich eine Liga tiefer eingeplant waren, fehlt es vor allem an Tempo und Stabilität. Immerhin: Aushilfstorhüterin Elisabeth Feß verhindert mit mehreren Paraden ein noch höheres Ergebnis.

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Für Moabit war es schwer, Schritt zu halten – hier versucht Jule Klandt Sterns Flügelspielerin Hannah Schmitz am Schuss zu hindern.

Stern dagegen zieht konsequent durch, lässt in keiner Phase nach, coacht sich lautstark und nutzt die sich bietenden Räume gnadenlos. „Wir ärgern uns, weil wir einige Treffer selbst verschuldet haben, aber zur Wahrheit gehört auch: Wenn sie alle Chancen nutzen, fällt die Niederlage noch viel höher aus“, sagt Meyer – und liefert damit die passende Einordnung zu einem Spiel, das über weite Strecken einseitig verläuft.

Vom Kompliment einer leidgeprüften Gegenspielerin

Bei aller Deutlichkeit bleibt Moabit bei sich. Die Mannschaft zieht die Partie durch und nimmt trotz der Niederlage etwas mit. Bezeichnend ist ein Satz aus dem Team: „Es hat zwischendurch schon Spaß gemacht, denen zuzugucken.“ Ein ungewöhnliches, aber treffendes Kompliment an die Dominanz des Gegners – und zugleich Ausdruck einer Mannschaft, die selbst in klar unterlegenen Momenten Haltung zeigt. Fotos: Ralf Seedorff


Friedrichshagener SV – SV Lichtenberg 47 4:0 (1:0): Blitzstart und Doppelschlag

Der Friedrichshagener SV setzt sich klar mit 4:0 gegen den SV Lichtenberg 47 durch und legt mit Treffern direkt nach Anpfiff beider Halbzeiten früh die Grundlage. Zur Pause führt der FSV mit 1:0.

Gerade einmal eine Minute ist gespielt, da klingelt es schon: Über die rechte Seite kombinieren sich Leni Hänel und Stella Kränig durch, die Flanke landet am zweiten Pfosten bei Letizia Gattner, die kontrolliert einschiebt. „Schönes Passspiel außen, dann die Flanke und Leti steht frei“, beschreibt Co-Trainer Dustin Lefèvre den Auftakt. In der Folge bleibt Friedrichshagen überlegen, ohne die Partie frühzeitig zu entscheiden.

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Das 2:0 fällt dann direkt nach Wiederanpfiff – erneut ein Blitzstart. Nach einem Zuspiel in die Tiefe setzt sich die eingewechselte Hanna Dommel durch und trifft in der 47. Minute. Spätestens jetzt ist die Kontrolle eindeutig auf Seiten des FSV, der Ball läuft sicher durch die eigenen Reihen.

Sarah Weihmann gelingen Saisontore Nummer 12 und 13

In der Schlussphase sorgt Torjägerin Sarah Weihmann mit einem Doppelschlag (64., 68.) für klare Verhältnisse. Beide Treffer entstehen über die rechte Seite, jeweils konsequent zu Ende gespielt. Lichtenberg bleibt offensiv weitgehend ungefährlich, einzig ein Pfostenschuss sorgt kurz für Gefahr.

Auch defensiv steht Friedrichshagen stabil – trotz ungewohnter Besetzung im Tor. Feldspielerin Stefanie Thor vertritt die etatmäßige Keeperin und erledigt ihre Aufgabe souverän. „Von vorne bis hinten ein gutes Spiel“, bilanziert Lefèvre. Besonders die mannschaftliche Geschlossenheit sticht heraus – ein Auftritt ohne größere Schwankungen. Friedrichshagen festigt weiter das Saisonziel „Einen Platz besser als in der vergangenen Saison“ – also Platz 6.


Berolina Mitte – BSV GW Neukölln 9:1 (3:0): Revanche satt

Berolina Mitte zerlegt den BSV Grün-Weiß Neukölln nach allen Regeln der Fußballkunst, gewinnt mit 9:1 und begleicht damit die Rechnung aus dem Hinspiel, als Neuköllner Maurerhandwerk den Titelaspiranten zwei Punkte kostete (1:1). Mit dem Kantersieg rückt das Team auf Rang zwei in der Berlin-Liga vor – auch begünstigt durch die Spielverlegung der U20 von Viktoria.

Die Partie beginnt kontrolliert, ehe Amelie Schlüter in der 19. Minute den Torreigen eröffnet. Emma Daskalow (32.) und erneut Schlüter (34.) sorgen noch vor der Pause für klare Verhältnisse. „Wir wussten, dass sie wieder den Bus parken“, sagt Bero-Trainer Frank Krug. Entsprechend lag der Fokus im Training darauf, die gegnerischen Ketten in Bewegung zu bringen und auseinanderzuziehen, Zwischenräume zu besetzen und Lösungen im Positionsspiel zu finden.

Nach dem Seitenwechsel setzt sich das konsequent fort: Finja Bruns (46.) eröffnet die zweite Hälfte erneut mit einem frühen Treffer, ehe Irina von Schorlemer (70.), Charlotte Wagner (71.) und Charlotte Schneider (75.) das Ergebnis weiter in die Höhe schrauben. Emilia Eberle (76.) und Emma Lamprecht (90.) machen den Kantersieg perfekt, dazwischen gelingt Leona Schulz (89.) der Ehrentreffer für Neukölln.

Neuzugänge Eberle und Schlüter kommen immer mehr in Schwung – zur Freude von Trainer Frank Krug

Bero überzeugt dabei vor allem durch hohe Flexibilität im Offensivspiel. „Egal ob Achter, Neuner oder Zehner – wir haben viel rochiert“, so Krug. Herausragend aus einer geschlossenen Mannschaftsleistung: Arzum Eren auf der Zehn sowie Zehra Badem dahinter. Auch die Winterzugänge Schlüter und Eberle setzen Akzente.

Ein kleiner Kritikpunkt bleibt: „Die letzten zehn Minuten vor der Pause war etwas die Luft raus.“ Ansonsten ist es die klare Revanche für das zähe Hinspiel – und mehr als nur ein Statement im Ligaalltag. Denn bei aller Dominanz hat Bero die Meisterfrage intern bereits abgehakt, richtet den Fokus stattdessen auf Platz zwei und das anstehende Pokal-Halbfinale. Gegen wen es dort geht, ist noch offen – das Sportgericht klärt aktuell, ob Borussia Pankow oder Türkiyemspor Berlin auf Berolina trifft.


SV Askania Coepenick – FC Inter 1:3 (0:0): Inter dreht die Partie erst spät

Der SV Askania Coepenick bleibt zwar ohne Punkte, landet gegen den FC Inter aber einen Achtungserfolg. Das 1:3 gegen ein Top-Five-Team zeigt: Die Entwicklung seit der Winterpause ist erkennbar.

Zur Pause steht es noch 0:0, kurz nach Wiederanpfiff geht Askania sogar in Führung. Nach einer hohen Pressingaktion erobert Stella Kohlhoff den Ball im Zentrum, verliert ihn kurz, setzt nach und schließt in der 46. Minute zum 1:0 ab. Für den Drittletzten der Tabelle ist es ein starkes Signal gegen einen Gegner, den Trainer Marco Cappa als „das bislang stärkste Team“ einordnet, das in dir Saison in der Wuhlheide gastierte.

Danach wird der Kräfteverschleiß spürbar. Inter bleibt über 90 Minuten stabiler, erkennt in Askanias Schwächephase die Lücken und nutzt sie konsequent. Lena Hegnal gleicht in der 55. Minute aus, Julia Marinowski dreht die Partie in der 73. Minute, erneut Hegnal setzt drei Minuten später den Schlusspunkt.

„Steil-klatsch, steil – und ab geht’s“, beschreibt Cappa die Inter-Tore, die aus seiner Sicht fast identisch fallen. Trotz der Niederlage überwiegt bei Askania der Stolz. Erstmals richtet sich das Team gegen ein starkes Team nicht primär nach dem Gegner aus, sondern tritt im 4-2-3-1 an statt mit absichernder Fünferkette. „Noch greifen nicht alle Automatismen“, sagt Cappa. Aber der Weg stimme – „Schritt für Schritt eben“.


FFC Berlin 2004 – Viktoria Mitte 1:0 (1:0): Hochverdienter Sieg für das Tabellenschlusslicht

Lange gewartet, jetzt ist er da: Der FFC Berlin 2004 holt beim 1:0 gegen Viktoria Mitte den ersten Saisonsieg – verdient und überfällig nach einem Spiel, das über weite Strecken nur in eine Richtung läuft.

Von Beginn an bestimmt der FFC das Geschehen. „Gut und gerne 70 Prozent Ballbesitz“, bilanziert Trainerin Janine Köhler. Dennoch fehlt zunächst die Belohnung – auch wegen strittiger Szenen: Nach einem möglichen Handspiel einer Gästespielerin im Viktoria-Strafraum bleibt der Pfiff aus, Köhler spricht von einem klaren Elfmeter (5.). Nach einer halben Stunde wird ein Kopfballtreffer von Vanessa Meister wegen Abseits zurückgenommen, obwohl der Ball laut FFC-Trainerin von einer Gegenspielerin kommt.

In der 40. Minute fällt dann die verdiente Führung: Ein langer Ball hebelt die Defensive aus, Leonie Hartmann behält im Eins-gegen-eins gegen Viktoria-Torhüterin Tabea Rasch die Nerven und schiebt ein.

Nach der Pause kontrolliert der FFC die Partie weiter, setzt auf Ballbesitz und gezielte Tempowechsel. Die Chancenverwertung bleibt ein Thema. „Vielleicht sind wir es gar nicht gewohnt, so viele Möglichkeiten zu haben“, sagt Köhler – auch mit Blick auf die vielen, zum Teil deftigen Niederlagen in der bisherigen Saison. Am Ende steht ein Sieg, der gut tut – und Köhler extrem freut. „Nach den verpassten Chancen auf Zählbares gegen Askania und Moabit haben sich die Mädels diesmal endlich auch belohnt.“