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Inter zementiert Top-five-Platz

Schönebergerinnen bezwingen aufmüpfiges Moabit +++ Mitte-Derby wird abgebrochen +++ Neukölln muss sich erst in Unterzahl ergeben

Klare Sache: Lichtenberg lässt nichts anbrennen

Der SV Lichtenberg 47 hat seine Pflichtaufgabe gegen das Tabellenschlusslicht FFC Berlin 2004 souverän gelöst und mit 4:0 (2:0) gewonnen. In einer einseitigen Partie überzeugten die Gastgeberinnen durch Dominanz und Geschlossenheit.

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Wer wie Noemi Brendle trifft, noch dazu mit tadellosen Haltungsnoten …

Die Führung für Lichtenberg fiel über die linke Seite, die FFC-Torhüterin kam heraus, verpasste den Ball, Leonie Meyer behielt den Überblick, legte quer und Noemi Brendle markierte das 1:0 (10.). Das 2:0 war kurios vorbereitet: Torhüterin Lara Risch spielte einen langen Ball durch die Abwehr, Lara Pflicke lief durch, ging an der Keeperin vorbei und traf (15.).

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… der wird gefeiert. Punkt.

Auch nach der Pause blieb Lichtenberg klar tonangebend. Dem 3:0 ging eine saubere Spielverlagerung voraus: Von links auf rechts gespielt, nahm Elisa Gronau den Ball gut mit, setzte sich gegen ihre Gegenspielerin durch und vollendete (58.). Den Schlusspunkt setzte erneut Leonie Meyer mit dem 4:0 (62.).

Trainer Martin Biermann sprach von einer „dominant geführten Partie“ und lobte die „geschlossene Mannschaftsleistung“. Auch die Einwechselspielerinnen hätten sich nahtlos eingefügt, der Zusammenhalt stimme – entsprechend zufrieden zeigte sich der Trainer nach dem klaren Erfolg. Fotos: SV Lichtenberg 47


Hansa dreht Spiel – Neukölln in Unterzahl ohne Lohn

Der BSV Grün-Weiß Neukölln hat sein Heimspiel gegen den FSV Hansa 07 mit 1:2 (1:1) verloren und dabei trotz früher Führung und großem Einsatz keinen Punkt geholt. In einer intensiven Partie entschieden individuelle Fehler und zwei späte Szenen zugunsten der Gäste.

Neukölln startete stark und ging bereits in der 3. Minute in Führung. Über Aylin Jüterbock und Nele Becker lief eine sehenswerte Kombination über die linke Seite, die Hereingabe verwertete Isabella Przybecka zur frühen Führung. Der Ausgleich fiel nach einem Fehlpass im Spielaufbau der Gastgeberinnen: Hansa nutzte die Situation konsequent, Kim Ruoff traf in der 31. Minute von der Strafraumkante flach unten rechts ins Eck.

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Kim Ruoff (r.) freut sich: Saisontreffer Nummer 5 für Hansa. Archivbild: Laura Timme

Nach der Pause entwickelte sich eine umkämpfte Partie, in der Neukölln ab der 60. Minute in Unterzahl agieren musste, nachdem Jüterbock verletzungsbedingt vom Feld ging und keine Wechseloption mehr zur Verfügung stand. „Alle haben sich reingehauen“, sagte Trainer Helge Kapheim, dessen Team dennoch lange dagegenhielt.

Die Entscheidung fiel in der 82. Minute – und sorgte für Diskussionen. Nach einer Flanke sprang der Ball einer Neuköllner Spielerin aus kurzer Distanz an die Hand. „Den muss man nicht geben“, ordnete Kapheim ein. Lea Berndorf verwandelte den fälligen Elfmeter sicher zum 1:2. „Wären wir zu elft gewesen, hätten wir sicher einen Punkt geholt“, so Kapheim, der auf die angespannte Personallage verwies. Von zuletzt 16 einsatzbereiten Spielerinnen fehlte gegen Hansa die Hälfte, zudem gingen Laura Lück und Jüterbock angeschlagen in die Partie.

Über den Sommer hinaus sind die Weichen Neukölln übrigens gestellt: Kapheims Rücktritt nach der Saison steht fest, Markus Schöne übernimmt, seinen Trainerposten bei der Zweiten bekleidet dann seine bisherigen Co-Trainerin Stefanie Grundmann.


Pankow souverän – Chancenplus bleibt ungenutzt

Borussia Pankow hat den SV Askania Köpenick mit 5:0 (2:0) geschlagen und seine Favoritenrolle klar bestätigt. Die Partie gewann nach der Pause an Qualität, das Ergebnis hätte angesichts von vier Aluminiumtreffern und einem aberkannten Tor noch höher ausfallen können.

Das 1:0 leitete Katharina Wenk über halbrechts ein, steckte auf Sophia Schrader durch, die querlegte – Charlotte Lemke (19.) schob ins leere Tor ein. Beim 2:0 spielte Marlene Schmitt auf Schrader, erneut folgte die Ablage, Lucie Ruß (33.) vollendete. Nach dem Seitenwechsel wurde Pankow zielstrebiger: Emma Lehberger verlagerte stark auf Sina Krüger, die an der Torhüterin vorbeiging und zum 3:0 traf (51.).

Die beiden weiteren Treffer erzielte Marlene Schmitt nach Vorlagen der auffälligen Michelle Juras: zunächst per Querpass (53.), später nach Steckball, als sie die Torhüterin umkurvte (83.). „Die Kombinationen waren ansehnlich, aber wir waren zu verspielt“, ordnete Trainerin Josi Ruß ein.

Auch Sarah Schrader verletzt

Personell bleibt die Lage angespannt. Mit Sarah Schrader fällt bereits die siebte Spielerin mit Bänderverletzung aus. Ruß sieht einen möglichen Zusammenhang mit dem neuen Kunstrasen, der sehr rutschig sei.

Parallel läuft weiterhin die Pokal-Causa. Pankow hatte nach der Halbfinal-Niederlage gegen Türkiyemspor Berlin Einspruch gegen die Wertung eingelegt, weil bei den Gegnerinnen offenbar veraltete Passfotos verwendet wurden. Der Fall wurde bereits verhandelt, Türkiyemspor ist jedoch in Berufung gegangen und drängt auf eine erneute, physische Verhandlung. Eine endgültige Entscheidung steht damit weiter aus – und begleitet Pankow in einer ohnehin personell angespannten Phase.


Inter kontert Moabits Comeback – Hegnal trifft dreifach

Der FC Inter hat sich mit 6:2 (3:0) gegen den Moabiter FSV durchgesetzt und seine Rolle als Top-Five-Team der Berlin-Liga bestätigt. Die Partie verlief dabei wechselhafter, als es der Endstand vermuten lässt.

Inter legte früh den Grundstein. Lena Hegnal traf in der 15. Minute zur Führung, Julia Marinowski erhöhte per direkt verwandelter Ecke auf 2:0 (36.), ehe Hegnal noch vor der Pause ihren zweiten Treffer nachlegte (38.). Zur Halbzeit schien die Partie entschieden.

Oliver Thomaschewski zweifelt an seiner Sehstärke

Doch Moabit überraschte nach dem Seitenwechsel. Innerhalb von drei Minuten verkürzten Teresa Wagner und Annika Zoschke auf 2:3. „Ich habe gedacht, ich sehe nicht richtig“, sagte Inter-Trainer Oliver Tomaschewski, der zu diesem Zeitpunkt gerade einen Dreifachwechsel vorbereitete – und ihn dennoch durchzog. Die Reaktion folgte prompt. Nur drei Minuten nach dem Moabiter Doppelschlag stellte Mila Markovic den alten Abstand wieder her. In der Folge übernahm Inter erneut die Kontrolle. Hegnal machte in der 71. Minute ihren Hattrick perfekt, Julia Kaiser setzte als Joker den Schlusspunkt zum 6:2.

So blieb es bei einem letztlich souveränen Erfolg, auch wenn Moabit zwischenzeitlich für Unruhe sorgte. Inter zeigte sich in den entscheidenden Momenten stabil – und hatte mit Hegnal einmal mehr die prägende Spielerin auf dem Platz. Mit nun 21 Saisontreffern rückt sie bis auf zwei Tore an Top-Torschützin Deborah Chmieleski von Viktoria Berlin heran.


Unterzahl, Abbruch – Auflösungserscheinungen bei Viktoria Mitte

Der Tabellenletzte Viktoria Mitte hat das Bezirksderby gegen das Topteam Berolina Mitt mit 0:7 (0:7) verloren. Die Partie wurde zur Halbzeit abgebrochen – ein weiteres Zeichen der angespannten Lage beim Schlusslicht.

Viktoria trat erneut nur zu siebt an und war von Beginn an unterlegen. Berolina nutzte die Überzahl konsequent und sorgte früh für klare Verhältnisse. Mathilde Zeuzem (15.), Maiken Ueberschär (20., 41.), Shari Dittrich (30.), Irina von Schorlemer (35.), Finja Bruns (37.) und Arzum Eren (38.) trafen zum 7:0-Pausenstand.

Trainer Tobela bleibt positiv – für die verbliebenden Spielerinnen

Die sportliche Bewertung tritt angesichts der Umstände in den Hintergrund. Trainer Nils Tobela verwies erneut auf die schwierige Personalsituation und unterschiedliche Prioritäten im Kader. Gleichzeitig stellte er sich vor sein Team: „Die verbliebenen Spielerinnen haben sich voll reingehauen.“

Der Abbruch zur Pause passt ins Gesamtbild. Der Abstieg ist eingeplant, für die kommende Saison ist ein Neuaufbau vorgesehen – mit kleineren, dafür stabileren Kadern, um in der Landesliga wieder Fuß zu fassen.


Türkiyemspor belohnt sich spät – Ausgleich nach Rückstand

Die U23 von Türkiyemspor Berlin hat sich vom Friedrichshagener SV mit 1:1 (0:1) getrennt und sich den Punkt nach einer Steigerung in der zweiten Halbzeit verdient.

Die Gäste gingen bereits in der 4. Minute durch Stella Kränig in Führung. Friedrichshagen überspielte die hochstehende Abwehrkette von Türkiyemspor, Kränig nahm den Ball mit in den Lauf und zimmerte ihn unter die Latte des Gehäuses der Kreuzbergerinnen. Türkiyemspor hatte in der Folge mehr Ballbesitz, fand aber zunächst keine klaren Lösungen im letzten Drittel.

Traumtor von Mayumi Ahoki

Nach der Pause erhöhte die Mannschaft von Trainerin Sinem Solmaz und Co-Trainer Mert Maska den Druck, nutzte die Breite konsequenter und kam zu besseren Abläufen im Zentrum. Der Ausgleich fiel in der 77. Minute: Nach einem Ballgewinn wurde über den Flügel gespielt, die Ablage landete am Strafraum bei Mayumi Ahoki, die den Ball präzise im Winkel versenkte.

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Maß genommen: Mayumi Ahoki sicherte Türkiyemspor mit einem herrlichen Treffer einen Punkt. Archivbild: Loredana Zafisambondaoky

In der Schlussphase suchten beide Teams die Entscheidung, ohne zwingend zu werden. Maska zeigte sich zufrieden: Seine Mannschaft habe eine klare Reaktion gezeigt und bewiesen, „dass wir auch gegen körperlich starke Teams mithalten können“. Unter dem Strich steht ein verdienter Punktgewinn nach Rückstand