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Nach der Pause schwerer auszurechnen

Babelsberg will gegen Leipzig-Süd an seine starken Auftritte in Chemnitz und Rostock anknüpfen. Trainer Marvin Bellin hat die zweiwöchige Pause genutzt, um seinem Team mehr taktische Möglichkeiten zu geben.

Die Pause kam Marvin Bellin recht. Nach der hinten heraus bitteren Niederlage bei Union Berlin II hatte der Trainer des FSV Babelsberg 74 zwei Wochen Zeit, mit seiner Mannschaft das Ergebnis zu verarbeiten und an ihrem Spiel zu feilen. Am Sonntag soll sich das auszahlen: Um 15 Uhr empfängt der Aufsteiger den SV Eintracht Leipzig-Süd an der Rudolf-Breitscheid-Straße zum Spiel der Woche von rasenperlen.de.

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Katharina Bödeker (r.), FSV Babelsberg 74, in Action. Foto: Matthias Vogel

Bellin möchte wieder jene Mannschaft sehen, die zuvor in Chemnitz und Rostock ihre direkten Duelle im Rennen um den Klassenerhalt gewonnen hatte – und dabei nach seiner Einschätzung auch spielerisch besser gewesen war. Diese Leistungen sind für ihn der Maßstab für das nächste Heimspiel. „Die Punkte in Babelsberg zu behalten“, lautet das Ziel.

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Ersatzgeschwächt, aber wild entschlossen: Die Fußballerinnen des SV Eintracht Leipzig-Süd. Foto: @oooarielleooo

Dafür hat der FSV in der Unterbrechung sein taktisches Repertoire erweitert. Bellins Mannschaft soll während einer Partie zwischen verschiedenen Systemen wechseln können. Die Idee dahinter: auf unterschiedliche Spielsituationen reagieren und dem Gegner die Einstellung auf Babelsbergs Spiel erschweren. „Unberechenbarer werden“ nennt der Trainer das Ziel. Gegen die derzeit gut aufgelegten Leipzigerinnen bekommt sein Team nun Gelegenheit, Fortschritte in dieser Richtung zu zeigen.

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Sie gilt es für Leipzig in den Griff zu bekommen: Jenny Löwe, eine der Babelsberger Führungsspielerinnen. Foto: Matthias Vogel

Ein Heimsieg würde auch die Tabelle enger zusammenrücken lassen. Babelsberg steht mit sieben Punkten aus fünf Partien auf Rang acht, Leipzig mit zehn Zählern aus ebenfalls fünf Spielen auf Platz drei. Der Abstand beträgt also trotz der fünf Tabellenplätze nur einen Sieg.

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Was auf Leipzigs Torhüterin Kristina Hauczinger zukommt? Die Eintracht weiß es nicht so genau. Foto: @oooarielleooo

Personell muss Bellin einen empfindlichen Ausfall auffangen: Seine Kapitänin Denis Simon fehlt nach der Roten Karte aus dem Union-Spiel. Im Affekt hatte sie einen Torschuss der Köpenickerin in der Schlussminute mit der Hand von der Linie gekratzt. Dazu kommen ein bis zwei erkrankte Spielerinnen. Dafür kehrt eine Langzeitverletzte zurück, die erstmals in dieser Saison zum Kader gehören wird.

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Herber Verlust: FSV-Kapitänin fehlt Babelsberg wegen ihrer Roten Karte aus dem Union-Spiel. Foto: Matthias Vogel

Mit Leipzig reist ein Gegner an, der Babelsberg aus dem damaligen Aufstiegsspiel kennt. Eintracht gewann seinerzeit beim FSV und stieg auf, die Gastgeberinnen mussten ein weiteres Jahr warten. „Das werden sie noch nicht ganz vergessen haben“, vermutet Gästetrainer Stephan Franke. Bellin selbst misst dem Wiedersehen öffentlich keine besondere Bedeutung bei: „Wir werden das Spiel wie jedes andere Pflichtspiel angehen.“

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Sophia Koschick vom SV Eintracht Leipzig-Süd im Duell mit zwei Rostockerinnen. Foto: @oooarielleooo

Franke erwartet viel Einsatz und Laufbereitschaft vom Aufsteiger. Wie viel Schwung der Sprung in die Regionalliga geben kann, weiß er aus eigener Erfahrung: Leipzig sei in der vergangenen Saison selbst auf einer gewissen Euphoriewelle unterwegs gewesen.

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Samantha Spurtaz ist ein echter Faktor für Babelsbergs Flügelspiel. Foto: Matthias Vogel

Auch den Gästen steht nicht der vollständige Kader zur Verfügung. Gleich hinter drei etablierten Kräften steht ein Fragezeichen. Franke will dennoch das eigene Spiel durchsetzen. „Wir fahren hin, um drei Punkte zu holen“, sagt er. Dafür verlangt er eine gute Balance zwischen Angriff und Arbeit gegen den Ball.

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Weiß, wo das Tor steht: Leipzigs Hanna Hohmann (l.) hat gegen Magdeburg und Türkiyemspor ihre Ortskenntnis bewiesen. Foto: @oooarielleooo

Babelsberg hat die Pause genutzt, um mehr Varianten einzustudieren. Für den FSV kommt es nun darauf an, dass die Wechsel zwischen den Systemen auch unter Wettkampfdruck funktionieren. Und das gegen eine Mannschaft, die sich nach dem durch die zahlreichen Abgänge im Sommer erzwungenen Umbruch schon wieder auf einem erstaunlich hohen Niveau bewegt.


Titelbild (Matthias Vogel): Wenn Jenny Löwe einen freien Fuß bekommt, wird es brandgefährlich für den Gegner.