Der Tabellenvierte will im Rennen um die Spitze dranbleiben – trifft aber auf einen Friedrichshagener SV, der die Rückrunde bislang makellos spielt.
Wenn Borussia Pankow am Müggelsee antritt, geht es vor allem darum, den Kontakt zur Spitze zu halten. Der Tabellenvierte hat ein Spiel weniger absolviert, darf sich aber an diesem regulären Spieltag keinen Ausrutscher erlauben. Jeder Punktverlust könnte im engen Rennen Gewicht bekommen – umso größer ist die Bedeutung der Aufgabe.

Der Friedrichshagener SV gehört zu den formstärksten Teams der Liga. In der Rückrunde steht die Mannschaft bei voller Punktzahl und hat sich auf Rang sechs stabilisiert – genau dort, wo man nach Platz sieben im Vorjahr hinwollte. Um diese Position zu halten, braucht es Punkte, auch gegen Topteams. Die Ausgangslage ist damit klar: Pankow bringt den Druck aus der Tabelle mit, die Römer-Elf die aktuelle Form.
Friedrichshagen will auf Lücken im Pankower Deckungsverbund lauern
Für die Gastgeberinnen geht es weniger um einen ausgeklügelten Matchplan als um das richtige Gespür im Spiel. „Wir versuchen erst mal, unser Spiel durchzubringen“, sagt Co-Trainer Dustin Lefevre. Seine Mannschaft werde weder tief verteidigen noch kopflos anlaufen. „Wir schauen uns das erst mal an – wie ein Bewacherhund – und schnappen zu, wenn sich die Lücke ergibt.“ Gegner, die selbst Fußball spielen wollen, liegen Friedrichshagen dabei grundsätzlich eher.

Dass Borussia Pankow genau diese Qualität mitbringt, ist unstrittig. Lefevre bezeichnet den Gegner als „allroundmäßig stark“, schwer ausrechenbar in seinen Lösungen. Auch Pankows Trainerin Josi Russ stellt sich auf ein anspruchsvolles Spiel ein. „Friedrichshagen hat eine starke, schnelle Offensive“, sagt sie mit Blick auf Spielerinnen wie Sarah Weihmann und variable Angriffe über beide Seiten. Zudem hebt sie Julia Arendt hervor, die im Angriff Bälle festmachen kann und damit ein wichtiger Faktor im Spiel der Gastgeberinnen ist.
Mit Franziska Klausch fehlt dem Favoriten eine „Säule“ in der letzten Reihe
Personell muss Pankow weiterhin auf Anna Zick verzichten, zudem fällt Franziska Klausch aus. „Das ist natürlich eine Säule“, sagt Russ, sieht ihr Team aber dennoch gut aufgestellt. „Wir haben einen Lösungsansatz“, betont sie, ohne ins Detail zu gehen. Klar ist: Pankow will die drei Punkte.
Viel spricht für ein Spiel, das über Momente entschieden wird. Friedrichshagen wird auf seine Chancen warten, Pankow versuchen, das Spiel zu kontrollieren. Die Frage ist, wer seinen Plan konsequenter durchbringt – und wer sich den entscheidenden Vorteil erarbeitet.
Titelbild: Friedrichshagener SV

