Mit neuem Trainer-Team, Kontinuität und eigenem Nachwuchs zum Klassenerhalt.
Der SV Askania Coepenick hat eine für ihn äußerst turbulente Premierensaison in der Berlin-Liga erfolgreich gemeistert. Mit Philipp Du Bois, Gregor Seemann und schließlich Marco Cappa führten nacheinander drei verschiedene Trainer die sportliche Regie in der Wuhlheide – eine in dieser Spielklasse seltene Fluktuation.

Und dennoch: Schlussendlich gelang nach dem überraschenden Aufstieg – als Tabellensiebter der Landesliga war der SV noch ins Berliner Oberhaus gerutscht – der Klassenerhalt. Nun wollen Verein und Team den nächsten Schritt gehen – mit einem neuen Trainerduo, mehreren Talenten aus der eigenen Jugend und Kontinuität am Spielfeldrand.
Teamcheck
Der Klassenerhalt war für Askania mehr als nur ein sportlicher Erfolg. Als Überraschungsaufsteiger behauptete sich die Mannschaft in Berlins höchster Spielklasse und wuchs dabei enger zusammen. Wie eng? Trotz der Turbulenzen rund um die Position des Trainerpostens widerstanden beispielsweise Leistungsträgerinnen wie Torhüterin Leah Kurz und Jennifer Hösselbarth der Versuchung, bei einem anderen Club ihr sportliches Glück zu suchen und hielten Askania die Treue. Genau dieser Zusammenhalt soll auch in der neuen Saison die Basis bilden.

Verstärkung kommen bislang nur aus den eigenen Reihen. Mehrere Spielerinnen aus der B-Jugend rücken in den Frauenbereich auf und haben sich nach Angaben des Vereins bereits gut integriert. Sie gelten als technisch stark, hungrig und dynamisch und sollen den Konkurrenzkampf beleben. Das Ziel bleibt realistisch: Askania möchte die Klasse halten und sich in der Berlin-Liga weiter etablieren.
Perlentaucher
Stefan Siegmund: Erfahrung und klare Werte
Seit seinem 18. Lebensjahr steht Stefan Siegmund an der Seitenlinie. Nach zahlreichen Stationen im Jugend- und Männerfußball übernimmt der 45-Jährige nun erstmals eine Frauenmannschaft. Gerade dieser Perspektivwechsel habe ihn gereizt. Beeindruckt habe ihn außerdem die Entwicklung des Frauen- und Mädchenfußballs bei Askania, wo in den vergangenen Jahren ein eigener Nachwuchsbereich aufgebaut wurde und inzwischen die ersten Spielerinnen den Sprung in die Frauenmannschaft schaffen.

Seine Fußballphilosophie beschreibt Siegmund mit drei Worten: „Alle. Ansehnlich. Modern.“ Seine Mannschaft soll mutig auftreten, als Einheit funktionieren und den Zuschauerinnen und Zuschauern Freude bereiten. Genauso wichtig sind ihm aber Ehrlichkeit, Respekt und Verlässlichkeit. Spielerinnen sollen jederzeit wissen, woran sie sind – und sich gleichzeitig darauf verlassen können, dass ihr Trainer auch in schwierigen Situationen hinter ihnen steht.
Natti Maró: Mutig, kreativ und nah an der Mannschaft
Für Natti Maró beginnt die erste komplette Saison bei Askania. Nach ihrer Station als Co-Trainerin beim SV Babelsberg 03 wechselte sie in der vergangenen Rückrunde nach Berlin und schloss sich dem Trainerteam an. Vor Kurzem absolvierte die 41-Jährige erfolgreich ihre C-Lizenz.

Ihre Fußballidee beschreibt sie als mutig, selbstbewusst und kreativ. Spielerinnen sollen Verantwortung übernehmen, Lösungen auf dem Platz finden und mit positiver Ausstrahlung auftreten. Besonders wichtig ist ihr dabei der persönliche Umgang. Maró möchte jede einzelne Spielerin sehen, ihr Vertrauen schenken und sie auf ihrem individuellen Weg begleiten. Werte wie Respekt, Toleranz, Ehrlichkeit und Vertrauen bilden für sie das Fundament einer erfolgreichen Mannschaft. Ihr Wunsch für die neue Saison: Dass sich das Team unabhängig vom Tabellenplatz gemeinsam weiterentwickelt und an den Herausforderungen wächst.

Rasenperlen-Einordnung
Für den SV Askania Coepenick kann das Ziel in dieser Saison nur der Klassenerhalt sein. Das Potenzial dafür ist vorhanden, allerdings braucht die Mannschaft vor allem eines: Kontinuität. Nach mehreren Trainerwechseln in der vergangenen Saison gilt es nun, Ruhe in die sportliche Arbeit zu bringen.
Die Mannschaft präsentierte sich zum Ende der vergangenen Spielzeit deutlich stabiler. Gleichzeitig sorgten die Nachwuchsspielerinnen immer wieder für frische Impulse. Gelingt es Stefan Siegmund und Natti Maró, diese Entwicklung fortzuführen und dem Team schnell eine klare Handschrift zu geben, stehen die Chancen gut, dass Askania den Klassenerhalt erneut schafft – aber auch nur dann.
Titelbild: Matthias Vogel
