türkititel

Spiel der Woche: Wer holt die ersten Punkte?

Zwei Spiele, null Punkte: Im Berliner Regionalliga-Derby zwischen Türkiyemspor und Union II geht es für beide darum, einen Fehlstart zu verhindern. Die Voraussetzungen könnten allerdings kaum unterschiedlicher sein.

Am dritten Spieltag wird es für zwei Berliner Teams langsam Zeit, in der Regionalliga anzukommen. Türkiyemspor und der 1. FC Union Berlin II stehen noch ohne Punkt da und treffen am Sonntag um 14 Uhr im Willy-Kressmann-Stadion direkt aufeinander.

türki4
So etwas wie eine Konstante bei Türkiyemspor: Rosa Kullick (r.) läuft Leipzig-Süds Lena Güldenpfennig ab. Foto: Loredana Zafisambondaoky

Bei Türkiyemspor kommt der schwierige Start nicht überraschend. Nach dem erneut großen personellen Aderlass im Sommer muss sich eine nahezu neu formierte Mannschaft finden. Das 0:5 zuletzt bei Eintracht Leipzig-Süd und das 0:2 gegen Turbine Potsdam II am ersten Spieltag zeigen, dass das dauern kann. Noch wartet Türkiyemspor zudem auf das erste eigene Saisontor.

Bei Union liegt das Problem anders. Die U23 des Bundesligisten ist extrem jung und bezahlt derzeit Lehrgeld. Beim 2:3 in Erfurt war etwas drin, beim anschließenden 0:6 gegen Magdeburg nicht mehr. Vor allem nach der Pause bekam Union deutlich seine Grenzen aufgezeigt.

türki8
Gegen Magdeburg war bei Union guter Rat teuer. Foto: 1. FC Union Berlin

Trainerin Anja Matthes hatte nach den ersten beiden Spielen klargemacht, was nun gefragt ist: „Wir müssen schnell und viel lernen.“ Vor dem Derby formuliert sie es noch einfacher: „Wir brauchen diese Punkte.“

Das gehört zum eigenen Anspruch, Union würde gerne mit der U23 in die zur kommenden Spielzeit eingeführten 3. Liga rutschen. Was dafür schon am Sonntag besser werden muss? Matthes antwortet zunächst mit der ältesten Fußballweisheit überhaupt: „Tore schießen.“ Und wird dann konkreter: „Unsere Aufgabe muss es sein, konsequenter zu verteidigen und vor dem gegnerischen Tor zielstrebiger zu sein.“

türki5
Die routinierteren Union-Spielerinnen Marike Laidler (v. l.), Nila-Ann Staerke, Louisa Kähler und Meliah Hartmann stehen in dieser Saison mehr in der Verantwortung. Foto: 1. FC Union Berlin

Das 0:6 soll dabei nicht weiter mitgeschleppt werden. Die Trainingswoche sei gut gelaufen, sagt Matthes. Man habe „an einigen Stellschrauben gedreht“, die Mannschaft ziehe mit. Und trotz der jüngsten Abfuhr will Union nicht plötzlich einen anderen Fußball spielen. „Wir wollen uns nicht verstecken, also gehört der Ball zu unserem Spiel dazu.“

türki2
Türkiyemspors Nika von Brühl. Foto: Loredana Zafisambondaoky

Türkiyemspor weiß also ziemlich genau, was auf die Mannschaft zukommen dürfte. Der neue Co-Trainer Cem Karacali rechnet mit viel Union-Ballbesitz und einem Gegner, der zielstrebig nach vorne spielen will. Die Antwort darauf soll nicht Abwarten heißen. „Wir wollen mit hoher Intensität auftreten, in den Zweikämpfen präsent sein und insbesondere über unsere Physis und Zweikampfstärke Akzente setzen“, sagt Karacali. Die ersten Punkte wären für ihn mehr als nur etwas für die Tabelle: „Die Spielerinnen sind hochmotiviert und wollen sich endlich für ihre Arbeit belohnen.“

türki3
Medine Demirci in der Auftaktpartie von Türkiyemspor gegen Potsdam II. Foto: Loredana Zafisambondaoky

Ganz ohne Fragezeichen gehen allerdings beide Mannschaften nicht ins Derby. Bei Türkiyemspor befinden sich noch einige Spielerinnen in der Genesung. Ob alle rechtzeitig zur Verfügung stehen, entscheidet sich kurzfristig. Auch Union muss auf Spielerinnen verzichten, möchte aber keine Namen nennen.

türki6
Gegen Magdeburg mussten Michaela Ahlberg (r.) und der Rest des Köpenicker Talenteschuppens Lehrgeld bezahlen.

Ein Endspiel ist das am dritten Spieltag natürlich nicht. Unwichtig ist es trotzdem nicht. Türkiyemspor braucht nach dem Umbruch ein erstes Erfolgserlebnis. Union muss nach neun Gegentoren zeigen, dass die junge Mannschaft aus ihren Fehlern tatsächlich so schnell lernt, wie es die Situation verlangt.


Titelbild (Matthias Vogel): Louisa Kähler gegen Rosa Kullick (r.), Union gewann das jüngste Duell mit 4:1.