Steglitzerinnen schlagen Pankow klar +++ Hattricks von Kim Ruoff und Julia Arendt +++ Tor-Kanone geht an Vikis U20 Deborah Chmieleski +++ Getrübte Zuversicht in Moabit.
Moabit verkauft sich teuer gegen den Favoriten
Der Moabiter FSV hat sich in seinem letzten Heimspiel der Saison achtbar aus der Affäre gezogen. Gegen den favorisierten Bezirksrivalen Berolina Mitte unterlag die Mannschaft von Trainer Vishal Khanna und Co-Trainer Martin Meyer zwar mit 2:5 (1:1), hielt die Begegnung aber bis zur 70. Minute völlig offen.

Die Gäste gingen bereits in der 3. Minute in Führung, als Eva Borndörfer nach einem Angriff über die Außenbahn im Zentrum zur Stelle war und zum 1:0 einschob. „Zu billig“, wertete Meyer, doch Moabit ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Für den Höhepunkt der ersten Halbzeit sorgte Teresa Wagner, die sich nach Angaben von Martin Meyer von der Mittellinie aus gegen mehrere Gegenspielerinnen durchtankte, in den Strafraum eindrang und den Ball in der 25. Minute gegen die Laufrichtung von Bero-Schlussfrau Raya Schüler zum 1:1 im Netz unterbrachte.


Auch nach dem Seitenwechsel hielt der Außenseiter dagegen. Zwar brachte Maiken Ueberschär Berolina Mitte in der 64. Minute erneut in Führung, doch Ex-Bero-Spielerin Saskia Bunschuh stellte nur sechs Minuten später auf 2:2 und belohnte die beherzte Vorstellung der Gastgeber. Die Entscheidung fiel schließlich in der 73. Minute, als Emma Lamprecht das 3:2 für die Gäste erzielte. Danach schwanden beim Moabiter FSV die Kräfte. Ueberschär schnürte in der 80. Minute ihren Doppelpack zum 4:2, ehe Arzum Eren in der 86. Minute den 5:2-Endstand herstellte.

Trotz der Niederlage zeigte sich Martin Meyer zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. Berolina Mitte habe den Gastgeber zwar über weite Strecken tief in die eigene Hälfte gedrängt, insgesamt aber nicht allzu viele klare Möglichkeiten herausgespielt. Mit ihren Kontern habe Moabit den Nachbarn immer wieder vor Probleme gestellt. Ein 2:2 wäre seiner Einschätzung nach zwar etwas schmeichelhaft gewesen, das 5:2 falle am Ende aber auch etwas zu hoch aus. Für die kommende Saison, die Meyer als schwierig prognostiziert, nehme sein Team dennoch viel Positives mit. Wer einem Gegner wie Berolina Mitte so lange Paroli bieten könne, dürfe mit Zuversicht nach vorne blicken.
Überschattet wurde die Partie von der schweren Knieverletzung von Wagner, die deshalb zur Pause in der Kabine blieb. „Kreuzbandriss“, meldete Meyer, „ein echter Downer für uns.“ Fotos: Moabiter FSV
Stern schärft die Sinne für die Aufstiegsspiele
Der SFC Stern 1900 hat seine Generalprobe vor den Aufstiegsspielen erfolgreich absolviert. Gegen den Tabellenvierten Borussia Pankow setzte sich der bereits feststehende Meister der Berlin-Liga hoch verdient mit 4:0 (3:0) durch. Ein zum Anlass passendes Ergebnis: Der Berliner Fußball-Verband verlieh dem Stadtmeister nach dem Spiel Trophäe und Medaillen.


Von Beginn an präsentierte sich die Mannschaft von Roman Rießler hellwach, handlungsschnell und konsequent im Pressing. Die Führung fiel in der 18. Minute, als Luise Wille energisch nachsetzte, in einen Rückpass auf Pankows Torhüterin Antonia Wicke spritzte und Emina Wacker am zweiten Pfosten zum 1:0 einschob. Nur drei Minuten später erzwang Hannah Schmitz mit aggressivem Anlaufen einen Pressschlag mit Wicke, der ins Tor sprang: 2:0. „Die beiden Tore legen wir uns selber rein“, konstatierte Borussia-Trainerin Josi Ruß nach der Partie.

Das 3:0 in der 29. Minute war schließlich spielerisch herausragend: Nach einem Doppelpass mit Maggi Lorenz vollendete erneut Wacker flach ins Eck – zur großen Zufriedenheit ihres Trainers Roman Rießler. „Sehr starke erste Hälfte, das hätte ich mit unserem dezimierten Kader heute nicht unbedingt erwartet.“
Katharina Wenk rettet auf der Linie
Auch nach dem Seitenwechsel blieb der Meister tonangebend. Katharina Wenk rettete für Pankow noch einmal auf der Linie, ehe Alina Lindemann in der 72. Minute den Schlusspunkt setzte. Corinna Statz hatte sich zuvor stark über die linke Seite durchgesetzt und den Ball mustergültig in den Rückraum gelegt.

Rießler war auch nach der vollen Spielzeit einverstanden mit dem Auftritt seines Teams. „Zweite Hälfte war nicht mehr ganz so gut, aber Pankow hat keine einzige Torchance gehabt, das ist schon gut.“


So hinterlässt der Meister vor den anstehenden Aufstiegsspielen einen gefestigten Eindruck. Die Sterne wirkten gut organisiert, spielfreudig und bereit für die nächsten Aufgaben. Überbewerten darf man den Sieg nicht. Pankow trat mit einem regelrechten Lazarett an, spielte in der zweiten Hälfte streckenweise zu zehnt und mit zwei B-Juniorinnen. „Der Sieg für Stern geht absolut in Ordnung. Kompliment auch für die grandiose Rückrunde. Es ist schon sehr stark, was Roman aus seiner Mannschaft rausholt. Meine Mädels haben das heute unter diesen Umständen gut gemacht. Die Stimmung ist gut, aber es ist für uns auch wirklich höchste Zeit für die Sommerpause“, sagte Ruß. Fotos (4): Matthias Vogel
Türkiyem belohnt sich für die Entwicklung
Die U23 von Türkiyemspor Berlin hat ihre Saison mit einem verdienten 3:1 (1:0)-Erfolg gegen den BSV Grün-Weiß Neukölln abgeschlossen und dabei einmal mehr die positive Entwicklung der vergangenen Wochen unterstrichen. Die Mannschaft von Trainerin Sinem Solmaz bestimmte nach eigenen Angaben die Partie über weite Strecken, kombinierte sich immer wieder gefällig nach vorne und erspielte sich zahlreiche gute Möglichkeiten. Einzig die Chancenverwertung blieb aus Sicht der Gastgeberinnen erneut verbesserungswürdig.
Die Führung besorgte Sarah Wippig, die einen aufspringenden Ball im Eins-gegen-eins gefühlvoll per Heber über die Torhüterin hinweg zum 1:0 ins Netz setzte (15.). Türkiyemapor blieb auch danach die spielbestimmende Mannschaft und erhöhte durch Samreen Nishat auf 2:0 (55.). Die offensivfreudige Außenverteidigerin schaltete sich einmal mehr in die Angriffe ein und platzierte den Ball nach einem Vorstoß vom Strafraumrand mit der Innenseite im Tor.
Grün-Weiß Neukölln verkürzte anschließend durch einen Handelfmeter von Laura Lück auf 2:1 und schöpfte kurzzeitig Hoffnung. Die Antwort der Gastgeberinnen ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Mayumi Loredo Ahoki setzte sich mit einem starken Dribbling über die linke Seite durch und traf aus spitzem Winkel zum 3:1, womit die Begegnung praktisch entschieden war (61.).
Während Neukölln laut Solmaz vor allem durch lange Bälle, Konter und einzelne Standardsituationen gefährlich wurde, kontrollierte Türkiyemspor das Geschehen weitgehend. So fiel der Sieg am Ende verdient aus und hätte nach Einschätzung der Trainerin sogar noch deutlicher ausfallen können. Vor allem die steigende Zahl klar herausgespielter Torchancen wertete die Trainerin als Beleg für die positive spielerische Entwicklung ihrer Mannschaft.
Ahrendt-Show krönt Saisonabschluss
Der Friedrichshagener SV hat sich mit einem deutlichen 5:1 (0:1)-Erfolg gegen den bereits abgestiegenen FC Viktoria Mitte aus der Saison verabschiedet. Dass die Partie am Ende so klar ausfiel, war zur Pause allerdings noch nicht abzusehen. Weil es tabellarisch um nichts mehr ging, schickte der FSV zunächst zahlreiche Spielerinnen aufs Feld, die zuletzt weniger Einsatzzeit erhalten hatten. Im Mittelpunkt stand dabei Kapitänin Laura Salewski, die ebenso verabschiedet wurde wie Trainerin Lisa Roemer. Gemeinsam mit einigen früheren Weggefährtinnen durfte sie noch einmal von Beginn an auflaufen.

Der dadurch etwas zusammengewürfelt wirkende FSV fand zunächst nur schwer ins Spiel und geriet in der 16. Minute durch Romy Hauke mit 0:1 in Rückstand. Viel mehr passierte in einer ereignisarmen ersten Halbzeit nicht. „Danach plätscherte das Spiel so vor sich hin“, berichtete Co-Trainer Dustin Lefevre.
Nach dem Seitenwechsel brachte Friedrichshagen dann mehrere etatmäßige Kräfte und übernahm sofort die Kontrolle. Den Ausgleich erzielte Julia Ahrendt in der 55. Minute, ehe dieselbe Spielerin in der 74. Minute die Führung besorgte. Nur vier Minuten später machte Ahrendt mit ihrem dritten Treffer des Tages den Hattrick perfekt und stellte auf 3:1.

Damit war die Gegenwehr von Viktoria Mitte gebrochen. Leni Hänel erhöhte in der 80. Minute auf 4:1, bevor Sarah Weihmann in der 89. Minute den 5:1-Endstand herstellte. Überragende Spielerin war Julia Ahrendt, die nicht nur dreimal selbst traf, sondern nach Angaben von Dustin Lefevre auch noch eine Vorlage beisteuerte.
So stand am Ende ein versöhnlicher Saisonabschluss für den Friedrichshagener SV, der sein Saisonziel – Platz 6 – zwar knapp verfehlte, aber angesichts der starken Auftritte aber auch mit dem siebten Platz hoch zufrieden sein kann.
Ruoff schießt Hansa zum Sieg – Cappa nimmt Abschied
Mit einem stark dezimierten Kader hat der SV Askania Coepenick das letzte Saisonspiel bestritten. Beim 1:3 (1:2) gegen die FSV Hansa 07 standen Trainer Marco Cappa nur zwei Ersatzspielerinnen zur Verfügung, zudem gingen zwei angeschlagene Akteurinnen auf den Platz. Das Ergebnis hielt sich aus Sicht der Gastgeberinnen zwar in Grenzen, spiegelte den Spielverlauf nach Einschätzung Cappas aber nur bedingt wider.
Hansa 07 war von Beginn an die gefährlichere Mannschaft und erspielte sich zahlreiche Möglichkeiten. Die Führung fiel in der 7. Minute, als Kim-Lucia Ruoff nach einer Hereingabe von der linken Seite zum 1:0 einschob. Überraschend kam wenig später der Ausgleich. Laura Melms fasste sich in der 11. Minute aus der Distanz ein Herz und traf mit einem flachen Abschluss zum 1:1. Offenbar hatte sie erkannt, dass die Hansa-Torhüterin etwas zu weit vor ihrem Kasten stand.
Lange hielt die Freude bei Askania allerdings nicht an. Nach einer Flanke von der rechten Seite war Ruoff in der 33. Minute erneut zur Stelle und brachte die Gäste wieder in Führung. „Drei von meinen Spielerinnen schauen einfach zu“, bemängelte der SV-Coach. Auch nach dem Seitenwechsel blieb Hansa das dominierende Team, ließ jedoch zahlreiche Chancen ungenutzt und tauchte immer wieder frei vor Torhüterin Leah Kurz auf. „Sie hat wieder einmal ein überragendes Spiel gemacht“, lobte Cappa seine Torhüterin.
Die endgültige Entscheidung fiel schließlich in der 75. Minute. Erneut kam die Hereingabe von rechts, erneut war Ruoff zur Stelle und vollendete diesmal per Flugkopfball in bester Uwe-Seeler-Manier zum 3:1-Endstand. Mit dem Sieg beschließt die Pawelzik-Elf die Spielzeit auf Platz 6 – ein gleichermaßen überraschender wie überragender Erfolg.
Für Marco Cappa war es zugleich der letzte Auftritt an der Seitenlinie von Askania. Direkt nach dem Spiel gab er die Schlüssel ab und „verließ den Hof“, wie er sagte. Cappa wechselt in den Männerbereich von Chemie Adlershof. Sein Fazit von seiner Arbeit als Feuerlöscher fiel pragmatisch aus: „Klasse gehalten, Mission erfüllt.“ Und seine abschließenden Worte zum Hansa-Spiel: „Wir haben es überlebt.“
Biermann verabschiedet sich mit Niederlage
Der Abschied von Martin Biermann ist bei Lichtenberg 47 nicht von einem Erfolgserlebnis begleitet worden. Im vorerst letzten Spiel für ihn an der Seitenlinie unterlag sein Team dem FC Inter mit 0:2 (0:0). Das Ergebnis fiel dabei knapper aus, als es die Chancenverteilung vermuten ließ. Zwar ließ Inter zahlreiche Möglichkeiten ungenutzt, doch auch Lichtenberg vergab laut Biermann mehrere gute Gelegenheiten.
Lange hielten die Gastgeberinnen die Begegnung ausgeglichen. Erst nach dem Seitenwechsel fand Inter die entscheidenden Lücken. Überragende Akteurin war Lena Hegnal, die auf der linken Außenbahn immer wieder für Gefahr sorgte. In der 57. Minute brachte sie die Gäste mit 1:0 in Führung, ehe sie nur acht Minuten später ihren zweiten Treffer nachlegte und auf 2:0 stellte. Weitere Chancen blieben auf beiden Seiten ungenutzt, sodass es beim Endstand blieb.
Martin Biermann haderte nach dem Spiel vor allem mit der mangelnden Durchschlagskraft seiner Mannschaft. „Wir haben per se kein schlechtes Spiel gemacht. Uns fehlt halt vorne eine Spielerin, die knipst. Aber das ist je nicht neu“, sagte der Trainer, der gleichzeitig aber das Plus an ungenutzten Chancen bei Inter sah.
Biermann hatte die Frauen des Vereins zu Beginn der Saison übernommen. Nun endet nach insgesamt drei Jahren bei Lichtenberg 47 ein weiterer Abschnitt seiner 18 jährigen Trainerlaufbahn. Nun will er sich zunächst eine Auszeit gönnen, „Kraft tanken und neue Impulse holen“, wie er sagt. Dass diese Pause dauerhaft sein wird, glaubt er allerdings selbst nicht. Der Fußball werde ihn sicher wiedersehen.
Viktoria ärgert sich über Chancenwucher
Wer vor dem Anpfiff einen klaren Sieg gegen den Tabellenletzten FFC Berlin 2004 erwartet hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Zwar setzte sich die U20 des FC Viktoria 1889 Berlin am Ende mit 2:1 (1:0) durch, machte sich das Leben durch eine mangelhafte Chancenverwertung jedoch deutlich schwerer als nötig.

Die Gastgeberinnen kontrollierten die Begegnung und erspielten sich bereits in der ersten Halbzeit zahlreiche Möglichkeiten. Belohnt wurde der Aufwand in der 19. Minute, als Deborah Chmieleski die Viktoria-Führung erzielte. Weil weitere gute Chancen ungenutzt blieben, hielt der FFC Berlin 2004 die Partie jedoch offen und bewies dabei einmal mehr, dass die Mannschaft von Trainerin Janine Köhler deutlich besser ist als es der Tabellenstand vermuten lässt.
Kurz nach dem Seitenwechsel folgte die Quittung für die ausgelassenen Möglichkeiten. Hannah Schadewald erzielte in der 49. Minute den Ausgleich für die Gäste. Viktoria blieb zwar die klar spielbestimmende Mannschaft, benötigte aber bis zur 73. Minute, um die erneute Führung zu erzielen. Joana Tibus traf zum 2:1 und stellte damit die Weichen endgültig auf Sieg.

Entsprechend gemischt fiel das Fazit von Trainer Darien Hoffmann aus. Die erneut mangelhafte Chancenverwertung seiner Mannschaft missfiel ihm merklich. Seine Spielerinnen würden sich regelmäßig zahlreiche Torchancen herausspielen, diese aber zu selten konsequent nutzen. Gleichzeitig zollte er dem FFC Berlin 2004 großen Respekt. Die Marzahnerinnen hätten tief verteidigt, dabei aber stets versucht, Fußball zu spielen und sich keineswegs wie ein abgeschlagener Tabellenletzter präsentiert.

Unterm Strich überwog dennoch die Zufriedenheit. Mit Rang drei spielte die junge Viktoria-Mannschaft eine starke Saison. Hoffmann sieht allerdings weiterhin Entwicklungspotenzial. Gerade von Spitzenteams wie Meister SFC Stern 1900 könne man lernen, unabhängig vom Gegner Woche für Woche die eigenen Aufgaben konsequent zu erledigen. „dahin zu kommen, ist in der kommenden Saison unser aller Aufgabe“, so Hoffmann. Fotos: Jessika Ekinci

