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Hartmann trifft, Tiede antwortet

Hohen Neuendorf und Türkiyemspor teilen sich im Spiel der Woche die Punkte.

Mit einem leistungsgerechten 1:1 (0:1) haben sich der SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf und Türkiyemspor Berlin am letzten Spieltag der Regionalliga Nordost voneinander verabschiedet. In einer Partie, vor der es wegen der Winterwechsel zahlreicher Spielerinnen von Türkiyemspor nach Hohen Neuendorf ordentlich knisterte, blieb es auf dem Platz jederzeit fair.

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Svea Kurrek versucht an Türkiyemspors Außenverteidigerin Ronja Lange (r.) vorbeizukommen.

In einem zerfahrenen Regionalliga-Spiel wirkte Türkiyemspor über weite Strecken etwas aktiver und suchte vor allem in der ersten Hälfte über die rechte Seite in Person von Lena Wolter Cosme immer wieder den Weg nach vorn. Mehr als ein Kopfball über das Tor sprang nach ihren Hereingaben aber nicht heraus. Hohen Neuendorf fand offensiv kaum Lösungen. Die größte Szene der Gastgeberinnen ereignete sich in der 36. Minute, als ein langer Ball Sarah Tiede erreichte. Die Stürmerin, die ihr letztes Spiel für Hohen Neuendorf bestritt, ging an Gästetorhüterin Marietta Brand vorbei und nach ihrem etwas verunglückten Abschluss schob Philia Henning den Ball zwar ins Netz, doch die Fahne des Assistenten war bereits oben.

Kurz vor der Pause belohnte sich Türkiyemspor dann für die etwas reifere Spielanlage. Über die linke Seite machte sich Hanna Baldauf im Zuge eines Konters auf die Socken und spielte ins Zentrum auf Meliah Hartmann, die erst ihre Gegenspielerin abschüttelte und dann Marie Ulrich im HND-Kasten mit einem platzierten Abschluss keine Chance ließ. Mit der 1:0-Führung für die Gäste ging es in die Kabinen.

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Mit dem Ball am Fuß extrem dynamisch: Türkiyemspors Torschützin Meliah Hartmann (l.).

Nach dem Seitenwechsel drängte Türkiyemspor zunächst auf die Vorentscheidung. Keine Minute war gespielt, als Angelina Lübcke über die rechte Seite durchbrach. Ulrich parierte ihren Abschluss stark, doch der Abpraller fiel Baldauf vor die Füße, die – wohl überrascht von der plötzlichen Großchance – den Ball ins Aus stolperte, anstatt ihn ins leere Tor zu schieben. Wenig später zog Hartmann erneut gefährlich aus zentraler Position ab, zielte jedoch zu hoch. Auch ein Distanzschuss von Lübcke verfehlte sein Ziel nur knapp.

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Gleich nah der Pause hat Angelina Lübcke das 2:0 für Türkiyemspor auf dem Fuß, Luisa Buchwalder (l.) kommt zu spät.

Hohen Neuendorf benötigte einige Zeit, um wieder Zugriff auf die Partie zu bekommen. Ein Fernschuss von Philia Henning, der knapp am rechten oberen Eck vorbeistrich, kündigte die stärkere Phase der Gastgeberinnen an. Nach einem Dreifachwechsel bekam das Hohen Neuendorfer Spiel schlagartig mehr Struktur, vor allem die erstmals nach ihrem Wechsel von Türkiyemspor spielberechtigten Charleen Niesler und Lina Vianden zeichneten dafür verantwortlich.

Traumflanke Duchowny, Traumtor Tiede

In der 66. Minute fiel dann auch der Ausgleich. Karina Duchowny wurde auf der rechten Seite blank gespielt und nutzte den seltenen Raum zu einer mustergültigen Flanke in den Strafraum. Sarah Tiede stieg in der Mitte hoch und köpfte den Ball trotz Bedrängnis schulbuchmäßig in die lange Ecke zum 1:1. „Ein Bombentor“, kommentierte Hohen Neuendorfs Trainer Christian Liedtke diese Szene.

In der Schlussphase suchten beide Mannschaften den Siegtreffer, ohne dabei alles zu riskieren. Die beste Gelegenheit gehörte noch einmal Türkiyemspor. Baldauf zog von links nach innen und prüfte Ulrich mit einem Schuss auf die kurze Ecke. Die Torhüterin ließ den Ball zunächst abprallen, doch die Gäste konnten die Nachschusssituation nicht nutzen.

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Lutricia Michalke macht einmal mehr ein herausragendes Spiel in der Kreuzberger Innenverteidigung. Hier läuft sie Hohen Neuendorfs Charleen Niesler ab.

So blieb es beim 1:1, mit dem am Ende beide Seiten leben konnten. Liedtke sprach von einem verdienten Punkt. Seine Mannschaft habe sich in der ersten Halbzeit zu sehr dem Spiel mit langen Bällen angepasst, wodurch ein zerfahrenes „Pingpong-Spiel“ entstanden sei. Zudem verwies er auf zwei knappe Abseitssituationen vor der Pause, die aus seiner Sicht durchaus auch anders hätten bewertet werden können.

Auch Türkiyemspors Trainer Amadou Konde sah durchaus Chancen auf mehr, nahm den Punkt aber gerne mit. Wichtig sei gewesen, die Saison mit einer ordentlichen Leistung und einem positiven Gefühl zu beenden. Letzteres nehmen nun beide Teams mit – auch wenn man in der Niederheide sicher schon bessere Regionalliga-Begegnungen gesehen hat.


Fotos: Matthias Vogel


Hohen Neuendorfs Jaqueline Pantelmann musste nach einem Zusammenprall in der 6. Minute mit dem Krankenwagen abtransportiert werden. Dem Vernehmen nach mit Nasenbeinbruch. Rasenperlen wünscht schnelle Genesung.