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Ueberschär-Doppelpack ebnet den Weg: Bero holt erstmals den Polytan-Pokal

Vizemeister lässt Berlin-Liga-Konkurrenten FSV Hansa 07 vor einer beeindruckenden Kulisse nicht den Hauch einer Chance.

Hansas Co-Trainer hatte nicht zu viel versprochen: „Warte mal erst, bis unsere Fan-Zug ankommt“, sagte er, auf die bereits tolle Kulisse kurz vor dem Anpfiff des Finales um den Polytan-Pokal des Berliner Fußball-Verbandes angesprochen. Und pünktlich zum Anpfiff waren sie dann auch alle versammelt, mehrere Hundert Schlachtenbummler:innen aus Kreuzberg und nicht viel weniger Supporter:innen aus Mitte. Gekommen, um dem Endspiel Stadion Volkspark Mariendorf einen mehr als würdigen Rahmen zu verleihen.

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Maiken Ueberschaer markiert die Führung für Bero – die schnelle Flügelspielerin war die auffälligste Akteurin im Pokalfinale.

Dessen Bild bestimmte Bero von Beginn an sollte damit auch nicht mehr aufhören. Der Favorit ging in der 19. Minute folgerichtig in Führung. Maiken Ueberschär setzte sich rund 20 Meter vor dem Tor durch, nahm den Ball noch irgendwie mit in den Lauf und schob vor Frederike Gramm eiskalt zum 1:0 ein.

Bero schießt Hansa-Schlussfrau Frederike Gramm warm

Auch danach blieb Berolina Mitte gefährlich. Nach einer scharfen Flanke aus dem Halbfeld in den in Hansa-Strafraum verlängerte Annika Witzigmann die Hereingabe per Kopf beinahe ins eigene Tor, doch Gramm reagierte stark und faustete den Ball weg. Wenig später zog Ueberschär nach einem Vorstoß über rechts nach innen und scheiterte an Gramm, den Nachschuss setzte Emilie Schlüter an die Latte. Auch Shari Dittrich und Finja Bruns fanden in dieser Phase in der FSV-Torhüterin ihre Meisterin.

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Kim Ruoff (3. v. l.) steigt am höchsten und trifft, ihr vermeintlicher Anschlusstreffer zfür Hansa um 1:3 wird aber nicht anerkannt.

Gerade, als Gramm so richtig warm geschossen war, erhöhte Bero doch auf 2:0. Nach einer Ecke von Ueberschär köpfte Zehra Karatas, geborene Badem, ein. Großer Jubel, inklusive einstudiertem Tänzchen mit Kollegin Arzum Eren.

Auch in der zweiten Hälfte Hansa im Pakt mit der Querlatte

Direkt nach Wiederbeginn wurde Dittrich beim Umschalten rechts aufs Gleis gesetzt, sprintete mit dem Ball am Fuß los und legte den Ball vor der herauseilenden Gramm ins Zentrum, wo Eren mitgelaufen war und einschussbereit gewesen wäre. Annika Witzigmann klärte für Hansa in höchster Not zur Ecke. Die wurde zunächst abgewehrt, doch der Ball segelte anschließend nochmal zurück in den Strafraum. Kurz darauf landete er bei Finja Bruns an der Strafraumkante, die direkt abzog und nur die Unterkante der Latte traf.

Das 3:0 fiel wenig später dennoch. Über die rechte Seite spielte sich Bero erneut durch, Finja Bruns war beteiligt, ehe Amelie Schlüter den Ball auf den zweiten Pfosten brachte. Dort stand wieder Ueberschär, die sich den Ball an Gramm vorbeilegte und den Doppelpack perfekt machte.

Hansa kam anschließend durch Standardsituationen etwas besser zur Geltung. Nach einer Ecke von Rosa Diehl köpfte Kim Ruoff zunächst vorbei, wenig später traf sie nach einer Doublette der Szene zwar ins Netz, doch die Schiedsrichterin hatte ein Foul in der Box entdeckt, der Treffer zählte nicht.

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Vor dem 4:0 bewies Frank Krug dann ein gutes Händchen. Der Bero-Coach nahm Charlotte Wagner aus dem Spiel, wechselte Mathilde Tiramani in die Innenverteidigung ein und beorderte dafür Emma Lambrecht nach vorne. Kurz darauf schlug genau dieser Kniff ein: Nach einer Hereingabe von Amelie Schlüter von er rechten Seite nahm Lambrecht den Ball an und drosch ihn dann in die Maschen: Deckel drauf.

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Sonja Laukemper von der FSV Hansa 07 (l.) im Duell mit Beros Spielgestalterin Zehra Karatas.

Der Ehrentreffer gelang Hansa in der 79. Minute. Anna Schulz bekam den Ball halbrechts drei Meter vor der Box, zog einfach ab und setzte den Ball als Bogenlampe über Beros Torfrau Raya Schüler hinweg oben links ins Tor. Nicht etwa nur ein Tor mit statistischem Wert, sondern auch Belohnung für die große kämpferische Leistung der Hansa und für die vielen mitgepilgerten Fans.

Beide Teams feierten nach dem Abpfiff mit den Fans und eine vom Mithüpfen etwas kurzatmiger Bero-Coach Frank Krug, längst im obligatorischen Pokalsieger-Shirt gewandet, sagte: „Ein sehr souveräner Sieg, ich bin glücklich und sehr stolz auf diese Mannschaft.“

Dem schloss sich Doppeltorschützin Maiken Ueberschär an: „Ich freue mich riesig darüber, dass wir unsere tolle Saison mit dem Pokalsieg krönen konnten. Ich persönlich freue mich auch endlich im dritten Anlauf mal ein Pokalfinale gewonnen zu haben, zumal alle drei Finale mit Frank als Trainer waren. Für den Gegner fand sie lobende Worte: „Ich finde, dass Hansa das schon ganz gut gemacht hat und die ersten 15 Minuten haben sie uns ja auch recht gut verteidigt, vor allem die Torhüterin war oft zur Stelle. Wir wussten aber, dass es kein Torfestival werden wird und wollten deshalb durch viel Bewegung Räume schaffen, was uns auch gut gelungen ist, dadurch konnten wir uns die Tore und Torchancen erarbeiten.“

Wie es war, vor so vielen Zuschauern um die begehrte Trophäe zu spielen? „Eine tolle Erfahrung. Die Fans haben uns über die 90 Minuten heraus angefeuert und jede Aktion gefeiert. Hansa hatte auch wirklich einen richtig coolen Fanblock dabei, es hat sich wirklich so angefühlt als würde man im Stadion spielen, der Support war teilweise so laut, dass wir uns selber auf dem Feld nicht mehr verstanden haben. Es hat mich sehr gefreut, dass so viele Leute uns Fußball spielen sehen wollten.“


Fotos: Matthias Vogel