Viktorias U20 krönt mit einem hoch verdienten 2:1-Sieg gegen Hertha BSC II eine bärenstarke Saison. Die Treffer erzielen Nora Krehnke und Deborah Chmieleski.
Es war eine Viertelstunde vor Schluss, als Ronja Grubba fragend die Hände ausbreitete. Die Abwehrchefin der Viktoria war mit dem Defensivverhalten ihrer Mannschaft ganz und gar nicht mehr zufrieden. Gerade eben, also nur fünf Minuten nach dem Anschlusstreffer von Isabella Trincia, war Lena Hagemann völlig frei am Elfmeterpunkt zum Kopfball gekommen und Viki konnte vom Glück sagen, dass sie ihr Visier zu zentral eingestellt hatte und eben nicht zum Ausgleich traf.

Grubba, die auf den hohen Stellenwert des Pokals für das Team hingewiesen hatte, als für die Zweitliga-Reserve der Meisterschaftszug in der Berlin-Liga abgefahren war, war nach der Partie erleichtert – und kritisch zugleich. „In dieser Phase werden wir hoch gepresst und schauen einfach nur zu. Aber es ist ja gutgegangen und zum Glück haben wir jetzt den Pott.“

Und verdient war der Triumph allemal. Weil Himmelblau den Landesliga-Meister aus Westend in der ersten Hälfte nach Belieben dominierte. Und hätte die Anzeigetafel im Mariendorfer Rund zum Seitenwechsel 5:0 für Viktorias U20 verkündet, Hertha hätte sich nicht beschweren dürfen. Gabby Kelly-Niemack traf in der 4. Minute nur die Unterkante der Latte, Anastasia Buryakin ins Schwarze, allerdings aus knapper Abseitsstellung heraus und dann wären dann noch die ganzen Möglichkeiten der nicht in den Griff zu bekommenden Torjägerin Deborah Chmieleski.

Als ob er die Sturm- und Drang-Episode der Hertha in der zweiten Hälfte vorausahnte, kommentierte Vikis Co-Trainer Yves Rahmoune den Chancenwucher seiner Elf so: „Wir müssen einfach diese Dinger machen.“
Chmieleski trifft knüppelhart zum 2:0
Immerhin, zur Pause stand es 2:0. Nachdem Buryakin mit einem strammen Schuss an Hertha-Schlussfrau Sophie von Bülow gescheitert war, hatte Nora Krehnke zur Führung abgestaubt. Und kurz vor der Pause erntete Chmieleski wenigstens einen Teil ihrer Saat. Wieder einmal auf dem linken Flügel entwischt, zog sie nach innen an der zurückgeeilten Verteidigerin vorbei und traf knüppelhart in die kurze Ecke (40.).



Kurz zuvor hatte sich endlich auch Hertha offensiv angemeldet. Sophie Brüll spielte ins Zentrum auf Hagemann, die Trincia schickte. Die kam gegen die herauslaufende Torhüterin Luisa Kaiser jedoch einen Schritt zu spät.
Trincia weckt Hoffnung auf der Tribüne
Nach dem Seitenwechsel kam Hertha mit deutlich mehr Schwung aus der Kabine und gestaltete die Partie wesentlich ausgeglichener. Und als ein langer Ball Trincia erreichte, die Stürmerin Kaiser umkurvte und den Anschlusstreffer markierte (71.), wurde es richtig laut. Die vielen Hertha-Fans auf der Tribüne witterten Morgenluft. Mehr als die Kopfballchance von Hagemann hatte Viki aber dann nicht mehr zu überstehen.

Danach investierte die Viktoria nämlich wieder mehr und kehrte zur Dominanz aus der ersten Hälfte zurück. Hertha kam nicht mehr wirklich gefährlich vor das Tor. In der Schlussphase lag deshalb eher das 3:1 in der Luft als das 2:2.


Entsprechend groß war der Jubel nach Abpfiff bei Viktoria. Krehnke, die eine überragende Performance ablieferte, sagte nach der Partie. „Wir waren in dieser Saison in den entscheidenden Spielen sehr dicht dran, haben aber verloren. Wir haben darüber geredet, dass das heute nicht passieren darf. Schön, dass es geklappt hat, obwohl wir zwischendurch nicht richtig da waren.“
Fotos: Matthias Vogel

