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Wundertüte Türkiyemspor

Solmaz-Elf punktet überraschend gegen Inter +++ Moabit tritt im Keller auf der Stelle +++ Vikis U20 trotz Unterzahl souverän.

FSV Hansa 07 – Berolina Mitte 0:3 (0:2): Effizienter Favorit, ordentlicher Auftritt

Der FSV Hansa 07 unterliegt Berolina Mitte mit 0:3 – ein Ergebnis, das aus Sicht von Trainer Philipp Pawelzik trotz Niederlage differenziert ausfällt. „Ich denke, wir können zufrieden sein“, sagte er nach der Partie.

Hansa begann mit einem klaren Plan: kompakt stehen und auf Umschaltmomente setzen. Der hielt nur neun Minuten, dann brachte ein Freistoß aus dem rechten Halbfeld die Führung für Berolina – Maiken Ueberschär war zur Stelle (9.). Kurz vor der Pause folgte der zweite Nackenschlag: Nach einer Ecke klärte Hansa nicht konsequent, Berolina kam zu mehreren Abschlüssen, ehe Emma Lamprecht per Kopf traf. „Bitter, wenn du als Underdog kurz vor der Pause noch einen kassierst“, so Pawelzik.

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Beros Innenverteidigerin Emma Lamprecht sorgte per Kopf für die Vorentscheidung. Archivbild: Matthias Vogel

Nach dem Seitenwechsel wurde es kurz turbulent. Erst bot sich Hansa die Chance zum Anschluss. Lea Berndorf setzte sich über rechts durch, doch Lilly Becker verpasste im Zentrum knapp. Im direkten Gegenzug folgte die Entscheidung: Ein sauber ausgespielter Angriff, abgeschlossen von Silvia Engels, stellte auf 0:3 (48). „Das ist dann eben auch der Unterschied“, sagte der Hansa-Coach.

Anschließend verflachte die Partie zusehends, Berolina blieb „trudelte so ein bisschen aus“, wie es Pawelzik formulierte. Sein Fazit fiel dennoch positiv aus: eine „passable Leistung“ gegen einen Gegner mit hoher individueller Qualität – und im Vergleich zum Hinspiel, als man mit zwei Toren höher unterlag, ein Schritt nach vorn.


SFC Stern 1900 – SV Lichtenberg 47 4:1 (2:1): „Weit weg von schön anzuschauen.“

Der SFC Stern 1900 bleibt Tabellenführer der Berlin-Liga, doch das 4:1 (2:1) zuhause gegen den SV Lichtenberg 47 offenbarte erneut Schwankungen im Spiel des Favoriten. Trainer Roman Rießler fand deutliche Worte – vor allem zur Pause. „Die durften sich richtig etwas anhören von mir, weil es einfach das zweite, dritte oder vierte Spiel in Folge ist, in dem wir nicht gut performen.“

Stern begann durchaus effizient. Das 1:0 entsprang einem sauberen Angriff über rechts: Doppelpass zwischen Alina Lindemann und Diana Steinmeyer, deren Rückpass von der Grundlinie verwertete Sophie Roll (14.). Auch das 2:0 folgte einem klaren Muster: Ecke von Roxana Nowak, Lindemann traf die Latte, Roll staubte per Kopf zum Doppelpack ab (24.). Doch die Partie blieb aus Sterner Sicht fehlerbehaftet – zu langsame Ballzirkulation, unpräzise Zuspiele im Regen und eine zu selten besetzte Box. Der Anschlusstreffer fiel folgerichtig aus einem Missverständnis zwischen Nowak und Torhüterin Antonia Haertel – ein Eigentor aus der Kategorie Slapstick.

Der linke Flügel lahmt

Nach der Pause inklusive erwähnter Standpauke trat Stern dominanter auf, kreierte die meisten Chancen über die rechte Seite mit der auffälligen Steinmeyer, während der linke Flügel laut Rießler eher lahmte. Die Entscheidung fiel spät: In der Nachspielzeit rettete Frida Roeth einen Fehlpass, lief mit dem Ball am Fuß auf 47er-Schlussfrau Lara Risch zu und traf im Nachfassen zum 3:1. Kurz darauf erhöhte Steinmeyer nach starker Einzelleistung auf 4:1.

Das Ergebnis hätte deutlicher ausfallen können – zwei Treffer wurden wegen Abseits aberkannt. „Das ist schon dominant alles, aber weit weg von schön anzuschauen“, bilanzierte Rießler. Unterm Strich bleibt dennoch der Ertrag: „Unter der Woche gegen Neukölln in der ersten Halbzeit nicht geglänzt und gewonnen, heute wieder – das ist dann letztlich auch okay.“


U20 Viktoria Berlin – BSV GW Neukölln 3:0 (1:0): Dominant, trotz Platzverweis.

Die U20 von Viktoria Berlin bleibt im Titelrennen und bezwingt den BSV Grün-Weiß Neukölln mit 3:0 (1:0) – trotz langer Unterzahl. Nach rund einer halben Stunde ging Viktoria in Führung: Angriff über rechts, Abschluss aus der Distanz, den Abpraller verwertete Anastasia Buryakin. Kurz vor der Pause folgte der Knackpunkt: Kapitänin Layla El-Khanji sah Gelb-Rot (40.). Hoffmann kritisierte die Entscheidung scharf – die erste Verwarnung sei nach einer Schlichtungsaktion erfolgt, die zweite „überhaupt nicht gerechtfertigt“.

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Doch auch in Unterzahl blieb Viktoria dominant. „Wir haben nie aufgehört, Fußball zu spielen“, betonte Hoffmann. Das 2:0 (58.) entstand aus einer Szene an der Auslinie: Joana Tibus rettete den Ball im Vollsprint vor dem Aus, flankte in die Mitte, wo Emely Zill schneller schaltete als ihre Gegenspielerin. Die Proteste der Gäste ließ Hoffmann mit Verweis auf die Aussage des Schiedsrichtergespanns abprallen: „Ball war noch drin.“

Den Schlusspunkt setzte ein „echtes Mannschaftstor“ (Hoffmann): Kombination aus der eigenen Hälfte, Querpass, Abschluss durch Leila Ibrahimovic zum 3:0.

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Hellwach, als Neukölln abschaltet: Emily Zill, Vikis Torschützin zum 2:0.

Taktisch stellte Neukölln den Favoriten vor Aufgaben. Trainer Helge Kapheim ließ laut Hoffmann zunächst im 6-3-1 verteidigen, was Viktorias Offensivdrang dämpfte. Mit der späteren Umstellung auf 4-3-3 öffneten sich Räume – und Chancen für den Tabellenzweiten, der damit weiter dicht hinter Spitzenreiter SFC Stern 1900 bleibt. Fotos: Jessika Ekinci


SV Askania Coepenick – FFC Berlin 2004 6:0 (1:0): In der zweiten Hälfte platzt der Knoten.

Der SV Askania Coepenick hat die Partie gegen den Tabellenletzten FFC Berlin 2004 klar mit 6:0 (1:0) gewonnen – ein Ergebnis, das erst nach der Pause deutlich wurde. Trainer Marco Cappa sah zwei unterschiedliche Halbzeiten.

Vor der Pause tat sich Askania schwer. „Wir haben uns dem Gegner angepasst“, sagte Cappa, sprach von einem „mentalen Problemchen“. Der Druck im Abstiegskampf sei spürbar gewesen, der FFC habe es zudem ordentlich gemacht und selbst für Druck gesorgt. Die Folge: wenig Struktur im Spiel der Gastgeberinnen. Erst kurz vor der Pause fiel das 1:0 – nach einem tiefen Ball, wie er eigentlich von Beginn an geplant war, traf Laura Melms in der 42. Minute.

Die Kabinenansprache – Cappa wollte mehr davon sehen – zeigte Wirkung. Direkt nach Wiederbeginn erhöhte Melanie Busch auf 2:0 (48.). Sophie Hentschel (60.) und Stella Kohlhoff (61.) sorgten mit einem Doppelschlag für klare Verhältnisse. Der Widerstand des FFC kam zum Erliegen. In der Schlussphase schraubten Jennifer Hösselbarth (66.) und Jasmin Hubach (77.) das Ergebnis weiter in die Höhe.

Auffällig: sechs Tore, sechs verschiedene Torschützinnen. Für Cappa ein Beleg dafür, dass sein Ansatz greift: „Alle agieren, alle sind im Spiel, niemand ist wichtiger als der andere.“ Mit dem Pflichtsieg wahrt Askania die Chance im Abstiegskampf.


Moabiter FSV – Viktoria Mitte 1:1 (0:0): Ein Remis, das niemandem hilft.

Der Moabiter FSV hat sich im Kellerduell mit Viktoria Mitte ein 1:1 (0:0) erarbeitet – ein Spiel, das lange kaum Höhepunkte bot und erst in der Schlussphase an Dramatik gewann. „Wir sind glücklich, aber nicht zufrieden“, brachte Trainer Martin Meyer die Gefühlslage auf dem Gelände am Poststandionauf den Punkt.

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Über weite Strecken blieb die Partie niveauarm. Beide Teams verteidigten kompakt, ließen kaum Torchancen zu und neutralisierten sich im Spielaufbau. Moabit begann zwar mutig, verlor aber früh die Klarheit in den Aktionen, während Viktoria Mitte Umschaltmomente nicht konsequent ausspielte. Folgerichtig ging es torlos in die Pause.

Auch nach dem Seitenwechsel fehlte es an Durchschlagskraft. Moabit bekam die Achterinnen zu selten ins Offensivspiel, die Abstände im Mittelfeld blieben laut Meyer zu groß. Viktoria Mitte präsentierte sich diszipliniert und gut eingestellt – ein Verdienst von Trainer Nils Tobela, wie Meyer anerkennend betonte.

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Beim Moabiter heißt es nach dem mageren Pünktchen nun: Kräfte bündeln für das Saison-Finale.

Die Schlussphase brachte die Entscheidung – zunächst gegen Moabit. Nach einem Standard unterlief der Torhüterin ein Fehler, der Ball sprang Viktoria-Stürmerin Bethany Loftus vor den Kopf, die zur Führung einköpfte (90.+). „Sehr, sehr unglücklich“, so Meyer. Doch mit der letzten Aktion schlug Moabit zurück: Ein direkter Pass in die Spitze fand die eingewechselte Luise van der Linde, die flach und präzise ins lange Eck zum 1:1 vollendete.

Ein Punkt, der beiden Teams im Abstiegskampf bestenfalls Mut macht, aber nicht genügt. Meyer: „Wir wollten ganz klar drei Punkte.“ Fotos: Moabiter FSV


U23 Türkiyemspor Berlin – FC Inter 3:3 (2:0): Türkiyemspor gibt Sieg aus der Hand.

Es bleibt dabei, das einzig Konstante bei der U23 von Türkiyemspor ist in dieser Saison die Inkonstanz. Vor einer Woche kassierten die Kreuzbergerinnen gegen die abstiegsbedrohte Viktoria aus Mitte eine empfindliche Niederlage, jetzt hat die Solmaz-Elf gegen Inter überraschend einen Punkt gebunkert. Mehr noch: Beim 3:3 (2:0) gegen FC Inter hat sie sich um den verdienten Lohn – einen Sieg – gebracht.

Trainerin Sinem Solmaz sah eine Partie mit klarem Bruch. Türkiyemspor dominierte die Anfangsphase und belohnte sich früh: Ida Ochmann traf in der 5. Minute zur Führung. Auch das 2:0 war sauber herausgespielt – über mehrere Stationen eingeleitet von Mayumi Loredo Ahoki, vollendet von Nika von Brühl (17.). „Eigentlich müssen wir da drei, vier Tore mehr machen“, sagte Solmaz. Inter kam kaum zur Entfaltung.

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Überragende Spielerin und Pechvogel zugleich: Ida Ochmann, U23 Türkiyemspor. Archivbild: Matthias Vogel

Nach der Pause verlor Türkiyemspor durch Wechsel den Rhythmus. Inter nutzte die offenen Phasen konsequent: Isabel Höntze verkürzte (57.), Janine Adrian glich aus (73.). Die direkte Antwort folgte: Flanke von links, Ilkim Erusta traf per Kopf zum 3:2 (77.). Doch die Führung hielt nicht. In der 85. Minute unterlief der zuvor starken Ochmann ein unglückliches Eigentor zum 3:3. „Erste Hälfte klar wir, zweite Hälfte mehr Inter“, bilanzierte Solmaz – ein Ergebnis, das dem Verlauf entspricht, auch wenn für Türkiyemspor mehr möglich war.


Titelbild: Jessika Ekinci