Team aus der Niederheide knackt Erfurt +++ Türkiyemspor erneut fahrlässig +++ Unions U23 stolpert auf schlechtem Platz über disziplinierte Gegnerinnen.
SV Eintracht Leipzig-Süd – Türkiyemspor Berlin 3:2 (1:2): Effizienz schlägt Chancenplus
Der SV Eintracht Leipzig-Süd gewinnt mit 3:2 gegen Türkiyemspor Berlin – trotz klarer Vorteile der Gäste im Spielverlauf. Für die Berlinerinnen ist es eine Niederlage, die sie sich selbst zuschreiben müssen.

Dabei begann die Partie aus Sicht von Türkiyemspor vielversprechend. Vor allem in der ersten Halbzeit war das Team aus Kreuzberg spielbestimmend, erspielte sich zahlreiche Möglichkeiten und hätte nach Einschätzung von Trainer Amadou Konde die Partie für sich entscheiden müssen. Dennoch gerieten die Gäste in der 15. Minute in Rückstand: Nele Oberstein traf nach einer Ecke zum 1:0 für Leipzig.
Pressingaktion bringt die Führung
Die Antwort folgte schnell. In der 23. Minute wurde Lena-Marie Wolter Cosme von Angelina Lübcke mustergültig bedient, setzte sich auf der rechten Seite im Eins-gegen-eins durch und traf aus spitzem Winkel zum 1:1. Türkiyemspor blieb am Drücker und drehte die Partie noch vor der Pause: Nach einer Pressingaktion wurde der Ball erobert, über Chiara Sadk vorbereitet, schloss Josi Schwarz in der 36. Minute zum 2:1 ab. Mit dieser Führung ging es in die Halbzeit.

Doch direkt nach dem Seitenwechsel kippte das Spiel. Nur wenige Minuten nach Wiederanpfiff gelang Leipzig der Ausgleich: Larissa Schreiber traf mit einem sehenswerten Abschluss zum 2:2. In der Folge blieb Türkiyemspor zwar die aktivere Mannschaft, ließ jedoch weitere Möglichkeiten ungenutzt. Die Eintracht zeigte sich dagegen effizient und nutzte eine ihrer wenigen Chancen wieder konsequent: In der 75. Minute erzielte Laura Schubert nach einem Freistoß aus dem Halbfeld den Treffer zum 3:2-Endstand.
Coach Konde: „Da war mehr möglich!“
Konde führte aus, seine Mannschaft habe deutlich mehr Chancen aus dem Spiel heraus gehabt, diese aber nicht genutzt. Leipzig sei nur wenige Male gefährlich geworden, habe diese Situationen jedoch effektiv in Tore umgemünzt. Entsprechend bitter falle die Niederlage aus, da aus seiner Sicht mehr möglich gewesen sei.

In der Tabelle bleibt SV Eintracht Leipzig-Süd im gesicherten Mittelfeld. Türkiyemspor Berlin steht bei 17 Punkten, hat weiterhin ein Polster von neun Zählern auf die Abstiegsplätze, ist aber noch nicht frei von allen Abstiegssorgen. Fotos: Loredana Zafisambondaoky
FC Hansa Rostock – U23 1. FC Union Berlin 1:1 (1:1): Köpenickerinnen straucheln bei disziplinierten Gastgeberinnen.
Die U23 des 1. FC Union Berlin kommt beim Tabellenletzten FC Hansa Rostock nicht über ein 1:1 hinaus und lässt im Rennen um die Spitzenplätze Punkte liegen. Für die Gastgeberinnen liefert der Zähler zumindest einen Motivationsschub im Abstiegskampf .
Rostock setzte den ersten Wirkungstreffer. In der 20. Minute führte ein Umschaltmoment zur Führung: Ein tiefer Ball aus dem Zentrum in die linke Halbspur, im Strafraum abgeschlossen in die lange Ecke – 1:0 durch Laurentia Köhler. Union antwortete noch vor der Pause. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld wurde der Ball im Fünfmeterraum verwertet, Louisa Kähler traf in der 35. Minute zum 1:1.

Mehr Ertrag gelang den Köpenickerinnen nicht. Trainerin Anja Matthes führte aus, man sei mit dem sehr schlechten Platzzustand und der disziplinierten Verhaltensweise von Hansa nicht zurechtgekommen. Viele Aktionen seien unsauber gewesen, Bälle immer wieder versprungen, sodass man kaum ins letzte Drittel gekommen sei. Zudem hätten im Offensivspiel die Ideen gefehlt. Rostock habe sich dagegen sehr griffig in den Zweikämpfen präsentiert und Union über weite Strecken vom eigenen Rhythmus ferngehalten.

Das Fazit der Trainerin fiel entsprechend deutlich aus: Die Leistung insgesamt sei nicht gut gewesen. Gleichzeitig richtete Matthes den Blick nach vorn und betonte, dass man aus dem Spiel viel lernen könne, was für die junge Mannschaft entscheidend sei. In der Tabelle bleibt FC Hansa Rostock Schlusslicht. Die U23 des 1. FC Union Berlin ist mit einem Spiel weniger und zwei Punkten Rückstand auf RB Leipzig II Dritter, der Abstand zu Spitzenreiter Hertha BSC beträgt acht Punkte. Archivbilder: Jens Knohr
SV Blau-Weiss Hohen Neuendorf – 1. FFC Erfurt 2:1 (1:0): Big Points im Abstiegskampf – Hohen Neuendorf belohnt sich für großen Kampf.
Der SV Blau-Weiss Hohen Neuendorf feiert mit dem 2:1 gegen 1. FFV Erfurt einen enorm wichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt. Eine geschlossene Mannschaftsleistung, viel Einsatz – und ein Plan, der über weite Strecken aufging.

Hohen Neuendorf hatte die Partie bewusst auf den Kunstrasen verlegt, um dem Gegner die Räume zu nehmen. Das engere Geläuf sollte die langen Bälle und die schnelle Offensive der Erfurterinnen ausbremsen – mit Erfolg, zumindest zunächst. Die Gastgeberinnen gingen in der 17. Minute in Führung: Nach einer Eckenvariante von Lenina Burghardt von der rechten Seite stand Sarah Tiede am zweiten Pfosten frei und köpfte zum 1:0 ein. Trainer Christian Liedtke merkte an, die Torschützin sei dabei offenbar völlig vergessen worden.
In der Folge bot sich die große Chance zum Ausbau der Führung. Alexandra Almasalme lief allein auf das Tor zu, spitzelte den Ball an der Torhüterin vorbei, doch eine Erfurter Verteidigerin klärte auf der Linie.

Nach dem Seitenwechsel kippte das Momentum in Richtung Gäste. Liedtke zufolge sei Erfurt nun am Drücker gewesen. Der Ausgleich fiel in der 55. Minute nach einer klar geregelten Situation: Nach einem Zusammenprall blieb Jacqueline Pantelmann verletzt liegen und wurde behandelt, anschließend wurde der Schiedsrichterball ausgeführt. Erfurt brachte den Ball ins Zentrum, wo ihn Maja Bauerschmidt direkt abnahm und zum 1:1 traf. Seine Mannschaft sei in dieser Szene nicht auf dem Posten gewesen, so Liedtke.
Glück und Geschick, Kampf und Krampf
Die Partie entwickelte sich anschließend zu einem Spiel, das der Trainer als von „Kampf und Krampf“ geprägt beschrieb. Dabei betonte Liedtke, dass die langen Bälle der Erfurterinnen durchaus gefährlich geblieben seien – nach einer solchen Situation rutschte ein Ball durch und landete am Pfosten.

Die Entscheidung fiel in der 74. Minute. Karina Duchowny steckte den Ball stark durch, Philia Henning erkannte das zögerliche Herauslaufen der Torhüterin und traf mit einem herrlichen Lupfer zum 2:1.
In der Schlussphase rettete Hohen Neuendorf den Vorsprung über die Zeit. Liedtke zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung seiner Mannschaft und den personellen Anpassungen – unter anderem rückte Luisa Buchwalder auf die rechte Außenverteidigerposition, Luna Windsberger wurde defensiver eingesetzt. „Wir wollten die Diagonalbälle entschärfen und nach Balleroberungen mehr Fußball spielen. Das hat ganz gut geklappt.

Überschattet wurde der Erfolg von der Verletzung von Jacqueline Pantelmann, die sich laut Liedtke bei dem Zusammenprall mindestens eine Gehirnerschütterung, möglicherweise sogar einen Nasenbeinbruch zuzog.
HND schließt zum Mittelfeld der Liga auf
Dennoch überwog die Freude. Hohen Neuendorf schließt mit dem Sieg zum Mittelfeld auf und profitiert auch von den Ergebnissen der Konkurrenz. Einen einzelnen Schlüsselspieler wollte Liedtke nicht herausheben, betonte vielmehr die geschlossene Teamleistung. Lediglich Torhüterin Marie Ulrich erhielt ein Sonderlob, sie habe mit mehreren starken Paraden entscheidend zum Erfolg beigetragen. Fotos: Christian Schneider

