Hoffmann-Elf zieht gegen Türkiyemspor in der zweiten Hälfte davon +++ FFC punktet überraschend beim Moabiter.
Später Nacken- statt Befreiungsschlag
Der Moabiter FSV hat im Nachholspiel gegen den FFC Berlin 2004 einen späten Sieg aus der Hand gegeben und sich mit einem 1:1 (1:0) begnügen müssen. Nach langer Führung kassierte das Team von Trainer Martin Meyer in der 91. Minute noch den Ausgleich – und verpasste damit im Saisonendspurt einen fest eingeplanten Dreier.
Dabei hatte Moabit die Partie zunächst kontrolliert, ohne daraus entscheidend Kapital zu schlagen. „Wir hatten die ersten 20, 30 Minuten quasi ausschließlich den Ball“, sagte Meyer, dessen Mannschaft jedoch insgesamt „nicht über die Schmerzgrenze gegangen“ sei. Klare Torchancen blieben lange Mangelware, auch weil der FFC kompakt verteidigte und seinen Matchplan konsequent durchzog.
Das 1:0 fiel dennoch sehenswert: Nach einer geklärten Ecke jagte Rieke Godenrath den Ball per Dropkick in den Winkel (27.). „Das war schon richtig gut“, befand Meyer. Doch spielerisch blieb Moabit zu unpräzise. Zwei große Chancen durch Saskia Bunschuh blieben ungenutzt, dazu landete ein weiterer Versuch an der Latte.
So blieb der FFC im Spiel – und schlug spät zu. Nach einem Einwurf landete ein missglückter Befreiungsschlag vor den Füßen von Annabelle Filipovic, die den Ball mit links aus halbrechter Position ins kurze Eck setzte. „Mit ihrer grandiosen Schusstechnik“, lobte Meyer die Offensivspielerin des FFC, die nach einer taktischen Umstellung der Gäste immer stärker wurde.
Meyer ärgerte sich, wollte die Leistung des Gegners ausdrücklich anerkennen. „Man muss dem FFC ein Kompliment machen“, sagte der Trainer, der insbesondere die klare Spielidee und die defensive Organisation der Gäste hervorhob. Gleichzeitig blieb die Enttäuschung über den verpassten Sieg deutlich spürbar: „Wir tragen uns jetzt über die Ziellinie, ganz einfach.“
Viki zieht nach der Pause davon
Die U20 des FC Viktoria 1889 Berlin hat das Nachholspiel gegen die U23 von Türkiyemspor Berlin am Ende deutlich mit 5:1 gewonnen. Zur Pause hatte es nach einem zwischenzeitlichen Ausgleich noch 1:1 gestanden.

Viktoria-Trainer Darien Hoffmann sprach am Ende von einem vielleicht „einen Tick zu hohen“, aber dennoch „klar verdienten“ Erfolg seiner Mannschaft, auch wenn sie phasenweise Probleme hatte. Himmelblau erwischte den besseren Start. Viktoria dominierte, ließ jedoch zunächst die nötige Effizienz vermissen. Erst in der 20. Minute brach Lea Hahn den Bann. Nach einem Steckpass jagte sie den Ball laut Hoffmann „mit gefühlten 300 km/h“ in die Maschen.
Kurz vor der Pause kam Türkiyemspor besser ins Spiel
Doch statt die Kontrolle weiter auszubauen, brachte Viktoria den Gegner noch vor der Pause zurück ins Spiel. Nach einem Handspiel von Marie Jakob verwandelte Nika von Brühl den fälligen Strafstoß zum 1:1 (30.). Danach kamen die Gäste besser ins Spiel, „unnötig“, wie Hoffmann befand. „Das habe ich den Mädels in der Pause auch gesagt.“

Der Wille auf Besserung hätte zehn Sekunden Wiederanpfiff fast einen ordentlichen Dämpfer erhalten. Eine Türkiyemspor-Offensivspielerin lief allein auf das Tor zu, vergab jedoch die große Chance zur Führung. „Da hatten wir wirklich ein bisschen Glück“, sagte Hoffmann. Im direkten Gegenzug stellte Viktoria auf 2:1. Wieder kam der Angriff über außen, Lea Hahn brachte den Ball scharf in die Mitte, Leila Ibrahimovic vollendete (47.). Danach zog Viktoria davon. Deborah Chmieleski traf doppelt (53., 65.), Ibrahimovic legte ihren zweiten Treffer nach (69.). Fotos: Jessica Ekinci
Titelbild: Jessica Ekinci

