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Stille Perlen: Alicia Block – Die Frau für die leisen, wichtigen Dinge

FC Inter Berlin: Warum eine 27-Jährige zur unverzichtbaren Konstante geworden ist.

Sommerpause. Keine Spiele, keine Tore, keine Tabellen. Dafür rücken bei Rasenperlen Menschen in den Mittelpunkt, die sonst oft zwischen den Zeilen stehen. Mit der neuen Serie „Stille Perlen“ würdigen wir Frauen, die selten im Rampenlicht stehen, für ihre Mannschaft aber von unschätzbarem Wert sind. Spielerinnen, Ehrenamtliche oder Vereinsmenschen, die Woche für Woche ihren Beitrag leisten, ohne dafür große Aufmerksamkeit zu bekommen. Die erste Stille Perle kommt vom Berlin-Ligisten FC Inter: Alicia Block.

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Wer heute auf die zentrale Mittelfeldspielerin blickt, könnte meinen, sie sei schon immer Teil des Berliner Frauenfußballs gewesen. Tatsächlich tauchte ihr Name erst vor rund drei Jahren auf dem Radar auf. Die aus dem Raum Göttingen stammende Block spielte lange Zeit vor allem freizeitorientiert Fußball, kickte regelmäßig auf Bolzplätzen, reiste viel und war zunächst vereinslos. Erst mit ihrem Wechsel zum SSC Charlottenburg begann ihr Weg im leistungsorientierten Frauenfußball.

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„Es war ein Auf und Ab“, sagt sie rückblickend über ihre Zeit beim SCC. Nach dem Abstieg aus der Berlin-Liga sollte der direkte Wiederaufstieg gelingen. Als das nicht klappte, entschied sie sich für den nächsten Schritt. Die Wahl fiel auf den FC Inter Berlin. Kontakte zum Verein gab es bereits, der Wechsel lag nahe. Eingewöhnungsprobleme hatte sie nicht. Menschen kennenzulernen falle ihr leicht, sagt sie. Außerdem verbinde Fußball wie kaum etwas anderes. „Man lernt schnell tolle Menschen kennen.“

Den Schichtdienst zugunsten von Spielen und Training geplant

Dass sie schnell Teil einer Gemeinschaft wird, zeigte sich auch bei ihrem neuen Verein. Noch in ihrer ersten Saison wurde die 27-Jährige in den Mannschaftsrat gewählt. Dort engagiert sie sich gemeinsam mit Kapitänin Julia Marinowski und den weiteren Mitgliedern für das Team. „Wenn ich merke, dass ich Teil von etwas bin, das sich gut anfühlt, dann bin ich auch bereit, etwas zu geben“, beschreibt sie ihre Einstellung. Genau das tat sie während der gesamten Saison.

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Es ist eine Auszeichnung, die besonderes Gewicht hat. Denn sie kommt von Trainer Oliver Tomaschewski, der den FC Inter nach der Saison verlassen und sich Blau-Weiß 90 angeschlossen hat. Lange überlegen musste er bei seiner Wahl nicht. Die Mittelfeldspielerin absolvierte nach seinen Angaben 23 der 26 Saisonspiele, „obwohl sie beruflich im Schichtdienst arbeitet und ihre Einsatzzeiten regelmäßig um den Trainings- und Spielbetrieb herum organisieren musste“.

„Sie hat immer versucht, ihre Dienste so zu legen, dass sie bei den Spielen dabei sein kann“, sagt Tomaschewski. Auch bei den Trainingseinheiten sei ihre Beteiligung über die gesamte Saison hinweg bemerkenswert gewesen. Hinzu kam ihre Rolle innerhalb der Mannschaft. „Sie hat im Teamrat mitgewirkt und das Team mit moderiert und zusammengehalten“, so der Trainer.

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Dabei war ihre Position zu Saisonbeginn keineswegs selbstverständlich. Tomaschewski wusste zunächst noch nicht genau, welche Rolle die Neuzugangsspielerin ausfüllen würde. Doch schon nach dem ersten Testspiel war klar, welches Potenzial in ihr steckt. Aus einer Liga tiefer kommend, entwickelte sich Block schnell zur Stammspielerin. „Auf Alicia konnte man sich immer verlassen“, sagt Tomaschewski. „Sie ist fußballerisch sehr gut vorangegangen, hat um jeden Ball gekämpft und war sich für keinen Weg zu schade.“

„Ich mache jetzt nicht so die crazy Sachen“

Warum sie eher weniger im Rampenlicht steht, glaubt die 27-Jährige zu wissen: „Ich mache jetzt nicht so die crazy Sachen auf dem Platz“, sagt sie selbst und lacht. Aber: Sie war da. Verlässlich. Woche für Woche. „Mein sportlicher Ehrgeiz ist im Laufe der Jahre erstaunlicher Weise stetig gewachsen“, sagt sie. Für die kommende Saison hat sie deshalb bereits konkrete persönliche Ziele. Ihr Abschluss soll besser werden, ebenso ihr linker Fuß.

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Block absolviert aktuell ihren Master in Sozialer Arbeit und arbeitet in einer Wohneinrichtung für junge Menschen mit psychischen Erkrankungen. Verantwortung zu übernehmen, Menschen zu unterstützen und Gemeinschaft zu fördern, gehört dort ebenso zum Alltag wie auf dem Fußballplatz. Am FC Inter schätzt sie besonders, dass diese Werte ebenfalls gelebt werden. „Der Verein ist zukunftsorientiert und vertritt die richtigen Werte“, sagt sie. Nachhaltigkeit, Inklusion und soziale Verantwortung würden nicht nur genannt, sondern tatsächlich gelebt.

Dass sie sich dort wohlfühlt, überrascht deshalb kaum. Und so wird Alicia Block auch in der kommenden Saison das Trikot des FC Inter tragen. Nicht als lauteste Spielerin. Nicht als größte Selbstdarstellerin. Nicht als regelmäßige Gastspielerin in der Perlen-Elf. Sondern als das, was sie für den FC Inter in dieser Saison geworden ist: Eine Stille Perle.


Fotos: Laura Timme