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47erinnen gewinnen 7-Tore-Spektakel

Roschig-Elf erkämpft sich 4:3-Sieg bei Inter +++ Nur noch zwei Teams mit weißer Weste +++ Neukölln erhascht noch einen Punkt in Moabit +++ Pankow gelingt erster Dreier

Pankow dreht das Spiel und holt den ersten Dreier

Erleichterung bei Borussia Pankow: Gegen die U23 von Türkiyemspor gelang mit einem 4:1 (3:1) der erste Saisonsieg. Dabei erwischten zunächst die Gäste den besseren Start.

Nach einem Ballverlust von Pankows Kapitänin Anna Zick auf der Außenbahn und einem anschließenden Missverständnis mit Franziska Klausch nutzte Senay Oktay die Gelegenheit und brachte Türkiyemspor in Führung (19.).

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Die Antwort folgte praktisch im Gegenzug. Sarah Schrader setzte sich über die rechte Seite durch und flankte scharf auf den zweiten Pfosten. Dort legte Angelina Säwe zurück auf Emma Lehberger, die den Ball aus kurzer Distanz zum 1:1 in die Maschen drosch (20.).

Wenig später drehte Pankow die Partie. Säwe traf zum 2:1 (32.), wenn auch mit etwas Glück: An ihrem Abschluss war die Torhüterin noch dran, dann trudelte die Kugel ins Tor. Für die 3:1-Pausenführung sorgte Schrader. Pankows Torjägerin ersprintete einen Ball in die Tiefe, hielt die Fußspitze hinein und gab ihm die entscheidende Richtungsänderung (37.).

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Nach der Pause blieb Pankow am Drücker, ließ allerdings einige Möglichkeiten liegen. Schrader legte schließlich ihren zweiten Treffer nach. Lena Pflanz war bei einem ersten Durchbruch auf der rechten Seite noch gestoppt worden, den Abpraller spielte sie rechts auf der Torauslinie entlang auf die eingewechselte Jane Coates. Die legte den Ball in den Rückraum und Schrader traf im Rutschen zum 4:1 (64.).

Kurios war auch die Besetzung im Türkiyemspor-Tor. Weil Torhüterin Sophie Kernchen verschlafen hatte, musste zunächst eine Feldspielerin zwischen die Pfosten. Kernchen kam erst beim Stand von 2:1 ins Spiel und verhinderte anschließend mit mehreren Paraden eine höhere Niederlage.

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Türkiyemspor-Trainer Mert Maska zollte Pankow Respekt und bescheinigte dem Gegner einen starken Auftritt. Gleichzeitig verwies er auf seine erneut sehr junge Mannschaft mit mehreren A-Juniorinnen und Spielerinnen, die ihr Debüt feierten. Auf sein Team wartet noch einiges an Arbeit, grundsätzlich unzufrieden war Maska mit dem Auftritt aber nicht.

Bei Pankow überwog dagegen die Erleichterung. Der erste Dreier ist eingefahren – und angesichts weiterer ungenutzter Möglichkeiten hätte der Sieg sogar höher ausfallen können. Fotos: Borussia Pankow


Moabit verpasst nur knapp den zweiten Sieg

Der Moabiter FSV und der BSV Grün-Weiß Neukölln trennten sich 1:1 (1:0). Aus Sicht von Moabits Trainer Vishal Khanna war das zu wenig: Er sah seine Mannschaft über weite Strecken als das bessere Team und hätte einen Sieg für verdient gehalten.

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Moabits Annika Zoschke wird von Nele Becker (r.) attackiert.

Moabit erwischte den besseren Start, spielte mit hohem Tempo und ging bereits in der sechsten Minute in Führung. Nach einem gut ausgespielten Angriff über den Flügel spielte Rieke Godenrath den Ball flach und scharf ins Zentrum. Neuköllns Innenverteidigerin packte dort zur Klärung die Grätsche aus fälschte den Ball zum 1:0 ins eigene Tor ab. Auch danach sah Khanna sein Team gut organisiert und mit Kontrolle über die Partie. Der Matchplan sei über weite Strecken aufgegangen.

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Moabits Lorena Peretti (r.) mit dem Ball am Fuß …

Neukölln blieb jedoch in Schlagdistanz und kam in der 79. Minute zurück. Laura Waibel erzielte den 1:1-Ausgleich – und wie. Von der Schaltzentrale der Gäste auf halbrechts in die Tiefe bedient, sah sie, das Moabits Schlussfrau Elisabeth Feß zu weit vor dem Kasten stand und hob das Spielgerät aus der Distanz gefühlvoll über sie herüber.

Laut Neuköllns Trainer Markus Schöne sprach von einer „wilden“ Schlussphase, in der Moabit eine Drei-gegen-eins-Chance ungenutzt ließ und Nele Becker für Grün-Weiß den Pfosten traf.

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… und in der Hand.

Khanna haderte am Ende auch mit einigen Entscheidungen, die aus seiner Sicht nicht zugunsten seiner Mannschaft ausfielen. Vor allem aber ärgerte ihn die verpasste Belohnung für den eigenen Auftritt. Das 1:1 spiegele den Spielverlauf für ihn nicht wirklich wider, sagte der Moabiter Trainer: „Ich denke, wir hätten den Sieg verdient gehabt.“ Fotos: Moabiter FSV


Wittenau tritt erneut nicht an

Die Partie zwischen dem SV Askania Coepenick und dem Wittenauer SC Concordia fand nicht statt. Der Aufsteiger aus Wittenau trat nicht an und gibt damit die Punkte kampflos an Askania ab.

Für Concordia ist es bereits das zweite Nichtantreten in dieser Saison. Damit wird die Situation für den Aufsteiger zunehmend kritisch: Bei einem dritten Nichtantreten droht nach den üblichen Regularien der Ausschluss vom laufenden Spielbetrieb.


Hertha besteht auch den Härtetest

Hertha BSC II setzt seinen starken Saisonstart fort. Der Aufsteiger gewann das Topspiel beim letztjährigen Vizemeister Berolina Mitte mit 3:2 (1:0) und steht nach vier Spielen mit vier Siegen an der Tabellenspitze. Bemerkenswert: Mit Leonie Witzorke musste bei Hertha eine etatmäßige Innenverteidigerin zwischen die Pfosten.

Dabei hätte zunächst Bero in Führung gehen können. Die Gastgeberinnen ließen in der Anfangsphase gute Möglichkeiten liegen und wurden dafür bestraft. Nach einem abgefangenen Querpass von Kapitänin Irina von Schorlemer kam der Ball zu Sophie Brüll, die ihn von der Strafraumkante sehenswert zum 0:1 in den Winkel hob (18.). Bero-Trainer Frank Krug sprach von einem „Traumtor“.

Danach entwickelte sich für Krug ein starkes Berlin-Liga-Spiel mit wechselnden Vorteilen. Hertha zeigte dabei, warum der Aufsteiger bislang so erfolgreich ist. „Man erkennt, dass sie eingespielt sind“, sagte Krug. Die Gäste bespielten die Räume gut und agierten sehr variabel. Bei seiner eigenen Mannschaft war ihm dagegen vor allem die Zentrale zu statisch.

Besonders ärgerte Krug das 0:2. Nach einer Ecke stand Lucy Bacher völlig frei und schob ein (59.). Für den Bero-Trainer kein neues Problem: Die Verteidigung gegnerischer Standards ziehe sich bereits durch die Saison.

Die Antwort kam dennoch schnell. Silvia Engels brachte den Ball von rechts nach innen und Arzum Eren traf mit einem herrlichen Flachschuss in die linke untere Ecke des Hertha-Gehäuses zum 1:2 (62.). „Da dachte ich: Da geht was“, beschrieb Krug seine Gedanken zu diesem Zeitpunkt der Partie.

Die musste er acht weitere Runden des Sekundenzeigers jedoch schon wieder neu ordnen. Denn Hertha kam über eine herausragende Kombination zum 1:3. Sophie Brüll leitete den Angriff auf der rechten Seite ein, als sie Lizete Dumina im Zentrum bediente. Die lettische Nationalspielerin steckte für Anouk Westphal links durch und die passte scharf auf den zweiten Pfosten. Brüll war durchgelaufen und machte ihren Doppelpack perfekt (70.).

Hertha hatte in der Folge Möglichkeiten zum 1:4 und damit zur Vorentscheidung. Bero gab sich aber nicht geschlagen und fuhr die Ernte dafür ein. Amelie Schlüter köpfte sehenswert zum 2:3 ein (86.), anschließend drängten die Gastgeberinnen auf den Ausgleich. Die beste Gelegenheit hatte Emma Lamprecht, ließ sie aber ungenutzt.

Gerade diese Reaktion hob Krug hervor. Seine Mannschaft habe sich immer wieder herangekämpft und bis zum Schluss alles versucht – das sei schon beeindruckend gewesen. Für ihn hätte die Partie durchaus auch auf Beros Seite kippen können. Grund zur Unruhe sah er nach der Niederlage deshalb nicht: Bero habe ein gutes Spiel gemacht und gegen einen „Top-Gegner“ verloren.


Stern braucht Anlaufzeit

Der SFC Stern 1900 bleibt ohne Punktverlust. Gegen die FSV Hansa 07 setzte sich der Favorit verdient mit 2:0 (1:0) durch, musste dafür aber hart arbeiten.

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Hansas Neuzugang Marta Zander Zeidam verfolgt von Sophia Verheijen.

Vor allem in der ersten Halbzeit war bei Stern Sand im Getriebe. Trainer Roman Rießler vermisste spielerische Lösungen gegen stabil stehende Gäste, auch wenn seine Mannschaft bereits zwei, drei gute Möglichkeiten hatte. Hansa hielt dagegen und machte es dem Favoriten schwer. Und dennoch: Lena Hegnal brachte Stern nach Vorarbeit von Emina Wacker früh in Führung (8.).

Nach der Pause fand Stern zunehmend ins gewohnte Fahrwasser. Hansa-Trainer Philipp Pawelzik sah nun eher den Spielverlauf, „wie man ihn in der Liga wohl erwartet hat“, war mit dem Auftritt seiner Mannschaft aber zufrieden. Vor allem die erste Hälfte habe sein Team sehr gut gemacht.

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Emina Wacker (r.) entwischt Lou Tillmanns auf der Außenbahn.

Und solange es nur 1:0 stand, blieb bei Hansa die Hoffnung auf den einen Moment. Fast kam er: Ein Standard von Rosa Diehl fand den Kopf von Kim Ruoff, deren Abschluss knapp über das Tor ging. Es war eine der ganz wenigen Offensivaktionen der Kreuzbergerinnen nach der Pause.

Für zusätzliche Belebung bei Stern sorgte die eingewechselte Hannah Schmitz auf der Neuner-Position. Nach einer Ecke von Hegnal köpfte sie sehenswert zum 2:0 ein (78.). „Bei so einer schönen Ecke muss man einfach einnicken“, meinte Schmitz, die eigentlich eher auf dem Flügel zuhause ist.

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Gelb-blaue Jubeltraube nach dem entscheidenden Kopfballtreffer von Hannah Schmitz – Jennifer Kandetzkis (Nummer 37) Hand tätschelt ihr Haupt.

Rießler hielt am Ende sogar einen höheren Sieg für möglich, wertete das Ergebnis aber auch als Zeichen für die Entwicklung von Hansa. Gerade in der ersten Halbzeit habe der Gegner seinem Team einiges abverlangt. Am Ende wurde Stern seiner Favoritenrolle dennoch gerecht und holte verdient den nächsten Dreier. Fotos: Matthias Vogel


Lichtenberg gewinnt wildes Sieben-Tore-Spiel

Der SV Lichtenberg 47 hat ein wildes Berlin-Liga-Spiel beim FC Internationale mit 4:3 (2:0) gewonnen. Inter-Trainer Pascal Armbruster sah die Niederlage am Ende als etwas unglücklich an – vor allem, weil seine Mannschaft nach schwachem Beginn immer besser in die Partie fand und in der zweiten Halbzeit aus seiner Sicht das bessere Team war.

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Karolin Urbanski, Kapitänin der Lichtenbergerinnen, im Duell mit Isabell Höntze (r.).

Die ersten 25 Minuten gehörten allerdings Lichtenberg. Das 0:1 durch Leonie Meyer fiel nach einer Ecke und aus Inter-Sicht äußerst unglücklich: Eine Abwehrspielerin erwischte den Ball beim Klärungsversuch nicht richtig und überraschte damit die eigene Torhüterin (20.). Nur vier Minuten später rutschte ein langer Ball durch die Inter-Abwehr. Meyer lief allein aufs Tor zu und lupfte zum 0:2 ein (24.).

Vivien Jäger überrascht die Inter-Schlussfrau

Danach fing sich Inter, hatte noch vor der Pause Möglichkeiten zum Anschluss und übernahm nach dem Seitenwechsel zunehmend die Initiative. Julie Ram verkürzte auf 1:2 (52.). Mitten in diese Drangphase hinein folgte jedoch der nächste Rückschlag: Vivien Jäger überraschte Inter-Torhüterin Marie-Theres Husken mit einem Schuss aus rund 35 bis 40 Metern zum 1:3 (55.).

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Ayoka Besigk herzt Inters Doppeltorschützin Viktoria Lalova,

Doch Inter ließ sich auch davon nicht stoppen. Zweimal wurde Viktoria Lalova nahezu identisch mit einem Steckpass auf der linken Seite freigespielt, zweimal zog sie in den Strafraum und traf ins lange Eck – erst zum 2:3 (57.), dann zum 3:3 (76.). Die ersten beiden Pflichtspiel-Treffer der Ex-Charlottenburgerin für Inter.

Das Momentum lag nun bei den Gastgeberinnen, die auf das 4:3 drängten. Stattdessen schlug Lichtenberg kurz vor Schluss noch einmal zu. Nach einer Inter-Ecke und dem anschließenden langen Ball setzte sich die eingewechselte Lara Pflicke am Strafraum gegen mehrere Gegenspielerinnen durch und traf ins lange Eck zum 3:4 (86.).

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Am Ende jubelt der SV Lichtenberg 47 über den ersten Saisonsieg.

„Die ersten 25 Minuten gehen deutlich an Lichtenberg“, bilanzierte Armbruster. Danach sei die erste Hälfte ausgeglichen gewesen, in der zweiten habe er Inter deutlich stärker gesehen. Am Ende stand dennoch Lichtenbergs Auswärtssieg – nach einer Partie, die nach dem 0:2 zur Pause noch komplett auf den Kopf gestellt wurde. Fotos: Laura Timme