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Dreimal Aluminium, ein Punkt

Leipzig-Süd ist beim 1:1 in Babelsberg dem Sieg näher. Beide Trainer hadern mit dem Ergebnis.

Dreimal Aluminium, weitere gute Möglichkeiten und eine Schlussphase, in der der Gegner kaum noch aus der eigenen Hälfte kam. Für Eintracht Leipzig-Süd war beim 1:1 (0:0) in der Regionalliga Nordost beim FSV Babelsberg 74 deutlich mehr drin. „Wenn man drei-, viermal Aluminium trifft, darf auch mal ein Tor fallen“, ärgerte sich Gästetrainer Stephan Franke. Sein Gegenüber Marvin Bellin war ebenfalls nicht restlos zufrieden. Allerdings aus anderen Gründen.

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Sophie Chapman (l.) erzielte die Führung für Babelsberg.

Dabei hatte die Partie zunächst wenig von dem, was sie später noch bieten sollte. Beide Mannschaften verstanden es durchaus, den Ball auch gegen hohes Anlaufen geordnet aus der eigenen Hälfte zu spielen. Der Übertrag ins Mittelfeld war oftmals schon holpriger und je näher sie dem gegnerischen Strafraum kamen, desto häufiger fehlten die Lösungen. Vor allem Babelsberg hatte viel Ballbesitz, ohne daraus nennenswerte Torgefahr zu entwickeln.

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„Wir haben nicht damit gerechnet, dass Leipzig uns den Ball so viel lässt“, sagte Bellin. Mit der Spielkontrolle war er zufrieden, mit der fehlenden Durchschlagskraft weniger. „Wir haben es dann nicht geschafft, bis ins letzte Drittel wirklich zwingend zu werden und ganz klare Torchancen rauszuspielen.“

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Dass es torlos in die Pause ging, war dennoch nicht selbstverständlich. Eine Ecke von Jennifer Weber nämlich klatschte direkt an den Innenpfosten, von dort sprang der Ball in die Arme von Babelsbergs Torhüterin Nina Haeberlin. Kurz darauf setzte Maleen Jankowski einen Kopfball nach Maßflanke der starken Carla Ruf neben das Tor. Es blieben die wenigen Aufreger einer ansonsten ereignisarmen ersten Hälfte.

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Wie die Türsteherin einer Nobeldisco: Weil Leipzigs Carla Ruf (l.) auf der rechten Seite niemanden durchließ …

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Babelsberg fand über die rechte Seite zunehmend Wege in den Leipziger Strafraum. Besonders Aline Helm sorgte mit ihren Vorstößen immer wieder für Gefahr. Einmal scheiterte sie noch selbst an Torhüterin Kristina Hauczinger, beim nächsten Mal bereitete sie die Führung vor. Nach ihrem Rückpass von der Grundlinie benötigte Sophie Chapman zwar zwei Versuche, brachte den Ball schließlich aber mit der Pike im kurzen Eck unter (56.).

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… kam der Babelsberger Druck häufig von der rechten Seite. Auch weil Aline Helm (7) stark aufspielte.

Babelsbergs gesperrte Spielführerin Denise Simon, die das Spiel vom Spielfeldrand verfolgte, sah darin eine Phase, in der ihre Mannschaft die Partie hätte entscheiden können. „Aline kam oft durch, im Zentrum sind wir aber nicht konsequent nachgerückt“, sagte sie. So blieb es beim knappen Vorsprung, obwohl sich Möglichkeiten boten, die Leipziger Abwehr häufiger in Bedrängnis zu bringen.

Hanna Hohmann verpasst die sicher geglaubte Führung für Leipzig

Die Gäste wiederum blieben trotz des Rückstands gefährlich. Hanna Hohmann traf aus nächster Nähe einen tückisch aufsetzenden Ball nur die Latte. Später senkte sich ein Distanzschuss von Laura Schubert auf das Lattenkreuz. Zusammen mit dem Innenpfostentreffer vor der Pause waren das drei Szenen, in denen Babelsberg das Glück auf seiner Seite hatte.

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Auch Babelsberg traf einmal nur den Querbalken, als Jenny Löwe eine Ecke zu Leipziger Kasten hindrehte.

Zum Ausgleich benötigte Leipzig-Süd schließlich dann auch einen Strafstoß. Die eingewechselte Donika Grajgevci wurde auf dem Weg zum Tor im Strafraum zu Fall gebracht. Schiedsrichterin Mia Lübke zeigte auf den Punkt, Kapitänin Laura Schubert verwandelte sicher zum 1:1 (74.). Für Grajgevci hatte der Zweikampf Folgen: Sie musste später wieder ausgewechselt werden.

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Gleich wird Donika Grajgevci (r.) im FSV-16er unsanft zu Fall gebracht.

Die Szene war zugleich einer der Gründe, weshalb Stephan Franke nach dem Spiel mit der Leistung des Schiedsrichtergespanns haderte. Schon während der Partie hatte sich der Leipziger Trainer über die harte Gangart der Gastgeberinnen beklagt. Sein eigentlicher Vorwurf richtete sich jedoch gegen die aus seiner Sicht fehlende Konsequenz bei der Bewertung der Zweikämpfe. Körperbetontes Spiel sei grundsätzlich kein Problem, solange Regelverstöße entsprechend geahndet würden. Franke verwies auf ein taktisches Foul ohne Gelbe Karte und die ausgebliebene Verwarnung nach dem Foul an Grajgevci. „Die Folge ist, das Donika uns jetzt wieder länger ausfällt“, wetterte der Coach nach der Partie.

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Das erhitzte das Gemüt von Eintracht-Coach Stephan Franke.

Sportlich hatten die Gäste in der Schlussphase die besseren Argumente. Leipzig-Süd übernahm zunehmend die Initiative, während Babelsberg immer seltener für Entlastung sorgte. Jasmin Petters schoss aus aussichtsreicher Position an der Strafraumgrenze über das Tor, Lea Güldenpfennig kam am zweiten Pfosten gefährlich zum Kopfball. Eine Babelsberger Spielerin konnte gerade noch zur Ecke klären.

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Gut für Leipzig-Süd, dass Kapitänin Laura Schubert cool blieb und den fälligen Strafstoß zum Ausgleich versenkte.

Zwischendurch hatte Jenny Löwe mit einem Distanzschuss zwar noch einmal für Gefahr auf der Gegenseite gesorgt, doch Hauczinger war zur Stelle. Ansonsten bestimmten die Leipzigerinnen die letzten Minuten. Denise Simon hatte den Eindruck, dass bei ihrer Mannschaft allmählich die Kräfte nachließen. „Spielerisch war das heute von beiden Teams nicht berauschend“, lautete ihr Fazit nach 90 Minuten. Leipzig-Süd habe es in der zweiten Hälfte schließlich besser gemacht und sei dem Sieg näher gewesen.

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Nele Oberstein (l.) und Laura Flügge (M.) versuchen, den Pass von FSV-Schienenspielerin Samantha Spurtaz zu blocken.

FSV-Trainer Bellin räumte ein, dass seine Mannschaft das Spielfeld mit einer gewissen Enttäuschung verlassen habe. „Da war möglicherweise mehr drin.“ Zugleich verwies er darauf, dass Babelsberg bis zum Elfmeter weitgehend die Kontrolle behalten habe. „Wenn man das gesamte Spiel betrachtet, geht dieser Punkt in Ordnung.“ Angesichts der Tabellensituation, mit Leipzig-Süd auf Rang drei vor den Babelsbergerinnen, könne man letztlich damit leben.

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Oberstein im Duell mit Ruodi Schulze (r.).

Franke wiederum bescheinigte dem FSV durchaus Fortschritte gegenüber dem vergangenen Jahr. Am Gefühl, zwei Punkte liegen gelassen zu haben, änderte das nichts. Seine Mannschaft hatte genügend Möglichkeiten, die Partie für sich zu entscheiden.

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Spiel geordnet, Akzente gesetzt: Jenny Löwe, FSV Babelsberg 74.

So standen am Ende zwei Trainer, die aus unterschiedlichen Gründen mehr erwartet hatten. Babelsberg hatte über längere Phasen die Kontrolle, Leipzig-Süd die klareren Chancen. Und während die Gastgeberinnen mit dem Punkt angesichts der turbulenten Schlussphase gut bedient waren, blieb den Gästen vor allem die Erinnerung an den Klang, wenn ein Fußball auf Metall prallt.


Fotos: Matthias Vogel