Pawelzik-Team holt nach Pokal-Triumph auch den Dreier bei Inter +++ Auch Moabit landet Überraschungscoup +++ Vikis U20 jetzt im Club der 100er +++ Bero zieht das Spitzenspiel
U23 Türkiyemspor Berlin – Moabiter FSV 1:2 (0:1): Moabit nutzt die Momente.
„Die erste Halbzeit war relativ schlimm“, sagte Co-Trainer Mert Maska. Türkiyemspor suchte immer wieder den langen Ball, fand aber weder die nötigen Laufwege noch die Abstimmung. „Die Kommunikation war gar nicht da“, so Maska. Das 0:1 fiel aus seiner Sicht unnötig: Ein Fernschuss, der von Lucia Marigo noch abgefälscht wurde, brachte Moabit in Führung (28.). Die Gäste feierten Kiara Lohmann als Torschützin.

Nach der Pause steigerte sich Türkiyemspor deutlich. Gegen tief stehende Gäste – „teilweise mit dem ganzen Team hinten drin“ – kam die Mannschaft besser ins Pressing und belohnte sich mit dem Ausgleich durch Sarah Wippig (74.). In dieser Phase war Türkiyemspor klar am Drücker. Doch genau in dieser Druckphase fiel die Entscheidung: Ein langer Ball führte zu einer Ecke, bei der die Zuordnung fehlte. Fine Herzog hatte am Elfmeterpunkt zu viel Platz und traf zum 1:2 (78.) – ein herrlicher Abschluss.

„Keiner reagiert wirklich drauf“, beschrieb Maska die Szene. Insgesamt sieht er ein bekanntes Problem: Gegen tief stehende Gegner fehlen im Aufbau die Ideen, um Lücken zu schaffen. So bleibt es bei einer Niederlage, die aus Sicht von Türkiyemspor vor allem in den eigenen Abläufen begründet liegt.
Friedrichshagener SV – U20 Viktoria Berlin 2:7 (1:1): Viktoria zieht erst spät davon.
Friedrichshagen startete mutig und ging in der 16. Minute in Führung: Über die rechte Seite schickte Stella Kränig Leni Hänel auf die Reise, die im Zentrum Julia Ahrendt bediente – Abschluss flach ins Eck, 1:0. Viktoria fand jedoch zurück und glich durch Anastasia Buryakin (33.) aus, die FSV-Torhüterin Ronja Kessel umkurvte und einschob.

Nach der Pause drehte Viktoria die Partie zunächst durch Deborah Valenzuela Chmieleski (54.) und zog durch einen Doppelschlag von Lea-Sophie Hahn (65., 67.) auf 1:4 davon. Friedrichshagen antwortete noch einmal eindrucksvoll: Emma Braun traf in der 69. Minute aus rund 40 Metern zum 2:4.Danach jedoch übernahm Viktoria endgültig die Kontrolle. Joana Tibus (77.) sowie erneut Lea-Sophie Hahn mit zwei weiteren Treffern (87., 90.) schraubten das Ergebnis in die Höhe.
„Da waren drei, vier Eckentore dabei, die wir besser verteidigen müssen“, sagte Co-Trainer Dustin Lefevre. Am Ende sei das Ergebnis „um zwei, drei Tore zu hoch ausgefallen“, der Sieg aber verdient gewesen.

Für Viktoria hat der Erfolg Gewicht: Als einziges Team bleibt die U20 Tabellenführer SFC Stern 1900 auf den Fersen und durchbricht zudem die Marke von 100 Saisontoren – als zweite Mannschaft nach Stern. Für Friedrichshagen ist die Niederlage kein Beinbruch: „Wir spielen ja bislang eine sehr solide Rückrunde und können damit zufrieden sein“, so Lefevre. Fotos: Friedrichshagener SV
Borussia Pankow – Berolina Mitte 0:1 (0:0): Arzum Eren entscheidet Topspiel für Bero.
Beide Teams, zuletzt mit Rückschlägen im Titelrennen, lieferten sich ein intensives, aber chancenarmes Duell. Pankow wollte hoch anlaufen, bekam jedoch zunächst keinen Zugriff, weil Bero mit den beiden Innenverteidigerinnen Emma Lamprecht und Kim Nenninger sowie Zehra Badem, die sich auch immer wieder zwischen die Innenverteidigerinnen fallen ließ, den Ball im Aufbau sauber zirkulieren ließ. Gleichzeitig ließ Pankow die Gäste im Angriff kaum zur Entfaltung kommen. „Das war eigentlich ein typisches 0:0-Spiel“, ordnete Trainerin Josefine Ruß ein.

Die entscheidenden Ausgleichsmöglichkeiten hatte Pankow in der Schlussphase: In der 82. Minute wurde ein Kopfball von Charlotte Lemke nach Ansicht der Gastgeberinnen von Zehra Badem mit der Hand abgewehrt – doch der Elfmeterpfiff blieb aus. Nur drei Minuten später verpasste Emma Lehberger (85.) per Kopf nach einer Ecke von Sarah Schrader und einer zweiten Hereingabe von Angelina Säwe den möglichen Ausgleich.
Nach der Pause hatte Pankow die Partie zunehmend im Griff. Die Entscheidung fiel jedoch in einer Phase, in der die Ordnung kurz verloren ging: Nach einem Dreifachwechsel griff das Pressing nicht sauber, Emma Lamprecht spielte den Tiefenball auf Arzum Eren, die in der 69. Minute zur Führung einschob.
Josi Ruß: „Ich bin gar nicht so unzufrieden.“
„Ich bin gar nicht so unzufrieden“, so Ruß. „Wir haben Bero sehr gut bespielt und in der zweiten Halbzeit in ihre Hälfte gedrückt.“ Natürlich sei es bitter, dass die Gäste dennoch den Siegtreffer erzielten. „Viel habe die Partie nicht hergegeben – umso bitterer, dass genau ein Moment den Unterschied machte. „Aber hätten wir gewonnen, hätte mich das Unentschieden vergangene Woche gegen Friedrichshagen nur noch mehr geärgert. Dort haben wir uns aus dem Rennen um die Meisterschaft verabschiedet, nicht heute.“ Foto: Borussia Pankow
FC Inter – FSV Hansa 07 1:2 ( ): Hansa legt nach Pokal-Coup nach.
Hansa nahm offenbar den Schwung aus dem Halbfinalsieg im Polytan-Pokal am vergangenen Donnerstag mit in den Liga-Alltag. In Schöneberg erwischte die Pawelzik-Elf den besseren Start und ging früh durch Beatrice Chanyau (4.) in Führung – ein abgefälschter Ball aus der Distanz. Inter brauchte etwas, um ins Spiel zu finden, kam im Verlauf aber besser in die Partie, ohne sich klare Vorteile zu erarbeiten. „Wir hatten zwar mehr Ballbesitz, aber kaum Chancen“, so Trainer Oliver Tomaschewski.

Der Ausgleich fiel schließlich durch Janine Adrian (60.), die einen Abschluss aus etwa 15 Metern im Eck unterbrachte. Alicia Block hatte den Ball im Mittelfeld erobert und nach einem Doppelpass mit Julia Kaiser Adrian glänzend im Zentrum in Szene gesetzt. In dieser Phase verpasste es Inter jedoch, nachzulegen. Die größte Möglichkeit blieb ein freier Kopfball, der ungenutzt blieb.



Die Entscheidung fiel spät: Nach einem Fehlpass im Aufbau nutzte Hansa die Situation konsequent und kam nach einem Einwurf auf der linken Seite in Höhe des Strafraumecks zum entscheidenden Treffer durch Anna Schulz (90.+4), die im Zentrum sträflich frei gelassen wurde.

„Hansa hat hart gefightet und wurde am Ende belohnt“, ordnete Tomaschewski ein, der auch die schwierigen Rahmenbedingungen – unter anderem die fehlende Aufwärmphase – als Faktor nannte. Am Ende bleibt aus Inter-Sicht ein Spiel, in dem mehr drin war, die entscheidenden Szenen jedoch an den Gegner gingen. Fotos: Laura Timme
SFC Stern 1900 – SV Askania Coepenick 7:0 (2:0): Branchenführer macht nach der Pause ernst.
Der SFC Stern 1900 Frauen wird seiner Favoritenrolle gerecht und schlägt den SV Askania Köpenick Frauen klar mit 7:0 – ein Sieg, der vor allem Trainer Roman Rießler zufriedenstellte.

Dabei begann die Partie mit einer vergebenen Großchance: Diana Steinmeyer ließ gleich in der Anfangsphase eine dicke Möglichkeit ungenutzt. Dennoch war laut Rießler von Beginn an erkennbar, „dass Qualität und Spielfreude im Vergleich zu den vergangenen beiden Spielen deutlich besser waren“. Stern übernahm die Kontrolle und ging früh durch Sophia Verheijen (4.) in Führung, ehe Sofie Roll (39.) nach einer abgewehrten Ecke mit einem schulbuchmäßigen Spannstoß von der Strafraumkante auf 2:0 stellte.

Zur Pause blieb es bei einer klaren, aber noch ausbaufähigen Führung. Der Grund: zu viele Ballverluste im Zentrum, die dem Gegner immer wieder Umschaltmomente ermöglichten. Genau das wollte Stern im zweiten Durchgang abstellen.

Nach dem Seitenwechsel setzte die Mannschaft die Anpassungen konsequent um – und ließ keinen Zweifel mehr am Ausgang. Emina Wacker (49.), Hannah Schmitz (59.) und Jennifer Kandetzki (61.) schraubten das Ergebnis früh in die Höhe, ehe Diana Ivonne Steinmeyer an ihrem Geburtstag selbst für den Schlusspunkt sorgte und mit einem Doppelpack (82., 90.) den Endstand herstellte. „Das war schon so, wie wir gerne Fußball spielen wollen“, so Rießler. Fotos: Ralf Seedorff
SV Lichtenberg 47 – Viktoria Mitte 3:0 (3:0): Viktoria nur zu siebt: Partie wird zur Halbzeit abgebrochen.
Sportlich war die Begegnung früh entschieden. Lichtenberg nutzte die Überzahl konsequent und ging durch Karolin Urbanski in Führung. Celine Hellriegel legte wenig später nach, ehe Mara Rothe noch vor der Pause auf 3:0 erhöhte. Nach dem Seitenwechsel konnte das Spiel nicht fortgesetzt werden. Der Hintergrund liegt offenbar in der personellen Situation bei Viktoria Mitte. Das Pokalhalbfinale wenige Tage zuvor hatte Kräfte gekostet und den ohnehin dünnen Kader zusätzlich geschwächt.
BSV GW Neukölln – FFC Berlin 2004 8:2 (4:1): Pflicht erfüllt: Neukölln verschafft sich Luft
Der BSV Grün-Weiß Neukölln hat den wichtigen Pflichtsieg gegen das abgeschlagene Tabellenschlusslicht FFC Berlin 2004 eingefahren. Die Mannschaft von Helge Kapheim gewann deutlich mit 8:2 und brachte damit mehr Luft zwischen sich und die Abstiegsplätze. Fünf Spiele vor Schluss haben die Grün-Weißen jetzt 12 Punkte Vorsprung.
„Uns war der Ernst der Lage bewusst. Es war klar, dass wir dieses Spiel gewinnen müssen“, ordnete Kapheim die Ausgangslage ein. Seine Mannschaft setzte das konsequent um, kam gut in die Partie und legte früh vor. Alina Schrama traf bereits in der Anfangsphase zur Führung und schnürte später noch einen Doppelpack. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich brachte Nadine König Neukölln wieder nach vorn, ehe Schrama auf 3:1 erhöhte. Laura Waibel stellte noch vor der Pause auf 4:1.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Neukölln überlegen. Emely Schlendermann erhöhte auf 5:1, ehe der FFC durch Luana Panten noch einmal verkürzte. Nele Becker stellte mit einem Doppelpack den alten Abstand wieder her, dazwischen traf auch Aylin-Kimberley Jüterbock zum 7:2. Den Schlusspunkt setzte erneut Becker.
Ganz zufrieden war Kapheim dennoch nicht. Die Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig, der Sieg hätte noch höher ausfallen können. Zudem fielen ihm die Gegentreffer zu leicht. Der FFC kam mit nur vier Abschlüssen zu zwei Treffern. „Aber ich will mich bei einem 8:2-Sieg nicht groß beschweren“, so der Neuköllner Coach.
Positiv aus Neuköllner Sicht war auch die personelle Situation. Erstmals seit längerer Zeit stand wieder ein nahezu vollständiger Kader zur Verfügung. Nach einer von Verletzungen geprägten Saison scheint sich die Mannschaft rechtzeitig zum Endspurt zu stabilisieren.
Trotz des deutlichen Sieges fand Kapheim anerkennende Worte für den Gegner. Der Tabellenletzte spiele mit einer sehr jungen Mannschaft, überwiegend mit Spielerinnen des Jahrgangs 2008. „Sie treten trotz den vielen Niederlagen jede Woche wieder an und geben ihr Bestes. Meinen Respekt“, sagte Kapheim. Foto: BSV GW Neukölln

