Kreuzbergerinnen bärenstark beim Favoriten: 1:1 +++ Union unterliegt zuhause Leipzig-Süd +++ Dezimiertes HND geht in Magdeburg baden
1.FC Magdeburg – SV Blau-Weiss Hohen Neuendorf 5:0 (1:0): Sandbienenplage und Personalprobleme
Die Voraussetzungen waren schwierig: Verletzt, krank, im Kurzurlaub – mehrere Ausfälle zwangen Trainer Christian Liedtke zum Improvisieren, gleich vier Spielerinnen rückten aus der U17 und der zweiten Mannschaft in den Kader. Zudem verzögerte sich der Anpfiff um 25 Minuten, weil sich Sandbienen in den Strafräumen angesiedelt hatten und das bei den Spielerinnen zu Irritationen geführt hatte, auch wenn diese Bienenart als sehr friedfertig gilt und Stiche äußerst selten sind.

Als die Partie dann endlich startete, präsentierte sich Hohen Neuendorf zunächst stabil. Die Gäste verteidigten diszipliniert und hatten selbst die große Chance zur Führung: Karina Duchovwny wurde beim Abschluss in der Box nach Ansicht der HND-Bank regelwidrig gestoppt, ein möglicher Elfmeterpfiff blieb aus. Stattdessen fiel das 0:1 durch Charlotte Klein (32.) – nach abgewehrtem Schuss und Abstauber, aus Sicht der Gäste womöglich aus Abseitsposition.

Nach dem Seitenwechsel bauten Tabea Alsleben (57.), Kira Josefin Bölke (65.) und Neele Abraham (72.) bauten die Führung aus, ehe Hanna Eckl (89.) den Endstand markierte. Mehrere Gegentreffer waren laut Liedtke eher der eigenen tatkräftigen Mithilfe als der Spielstärke der Magdeburgerinnen geschuldet. „Das Ergebnis ist am Ende vielleicht um zwei, drei Tore zu hoch“, ordnete Liedtke ein. Von dem her sei es ärgerlich, an so einem Tag nicht in Bestbesetzung antreten und vielleicht Zählbares von der weiten Auswärtsfahrt mitbringen zu können.
U23 1. FC Union Berlin – SV Eintracht Leipzig-Süd 1:2 (0:1): Union spielt, Leipzig trifft
Nach dem deutlichen Dämpfer gegen RB Leipzig II und dem Remis in Rostock war die Mannschaft von Trainerin Anja Matthes auf Wiedergutmachung aus – wurde aber früh ausgebremst. Bereits in der 10. Minute führte ein Fehler im Spielaufbau im Zentrum zur Leipziger Führung durch Emily Reißmann.

In der Folge übernahm Union die Kontrolle. „Wir sind 70 Minuten besser“, so Matthes. Ihre Mannschaft erspielte sich zahlreiche Möglichkeiten, scheiterte jedoch immer wieder: Latte, Pfosten oder eine Leipziger Rettungsaktion – der Ausgleich lag mehrfach in der Luft.

Er fiel schließlich durch Megan Reichenbach (71.): Eine Flanke von der rechten Seite klatschte an den linken Innenpfosten, Reichenbach schaltete am schnellsten und drückte den Ball über die Linie. Doch trotz anhaltendem Druck blieb Union ohne weiteren Ertrag. Vier Minuten vor dem Ende dann der erneute Nackenschlag: Nach einem langen Ball unterlief der letzten Unioner Reihe ein Fehler, Emma Cheyenne Müller nutzte die Situation zum 1:2 (89.).

„Es ist einfach der Wurm drin“, sagte Matthes zur aktuellen Negativserie. Die Niederlage gegen Leipzig mit den vielen Gegentoren sei „aus der Kalten“ gekommen und für die junge Mannschaft schwer zu verdauen gewesen, das Remis in Rostock habe zusätzlich am Selbstbewusstsein gekratzt. Was zuvor selbstverständlich gewesen sei, funktioniere aktuell nicht mehr. „Die Mädels dürfen jetzt nicht verzweifeln. Das Gute ist, dass wir wissen, dass es nur an Kleinigkeiten liegt“, so Matthes. Gute Gelegenheiten, sich aus diesem Tief herauszuarbeiten, bieten sicher die kommenden Spiele bei Türkiyemspor Berlin (So., 26. April) und dem 1. FFC Fortuna Dresden (So., 3. Mai) – zwei Teams aus der unteren Tabellenhälfte.
FC Carl Zeiss Jena II – Türkiyemspor Berlin 1:1 (0:0): Kreuzbergerinnen punkten überraschend bei Top-Team
Gegen ein Team aus den Top Fünf der Liga präsentierte sich Türkiyemspor nach dem großen Umbruch im Winter erneut gefestigt. Die Mannschaft von Trainer Amadou Konde stand kompakt, verteidigte diszipliniert und setzte gezielt auf Umschaltmomente. Schon vor der Pause boten sich klare Gelegenheiten: Anna Fechner lief frei auf die Torhüterin zu, später vergab auch Angelina Lübcke aus kurzer Distanz, als der Ball unglücklich aufsprang.

Die Führung fiel dennoch auf der anderen Seite – und kam aus Gäste-Sicht zur Unzeit: Emy Bührig nutzte in der 71. Minute einen tiefen Ball, setzte sich im Eins-gegen-eins gegen Torhüterin Kevser Gündogdu durch und schob eiskalt ein.
Der Ausgleich folgt auf dem Fuße
Türkiyemspor ließ sich davon nicht aus der Struktur bringen. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld, der zunächst geklärt wurde, reagierte Anna Fechner am schnellsten, nahm den zweiten Ball am Strafraum auf und traf zum Ausgleich (76.).

„Ein ganz wichtiger Punkt für uns, auch wenn mehr drin gewesen wäre“, sagte Konde. Auch Jenas Trainer Christian Kucharz zollte Respekt: Seine Mannschaft habe viel investieren müssen, Türkiyemspor habe sehr kompakt verteidigt und immer wieder gefährlich umgeschaltet – „ein Ritt auf der Rasierklinge“. Das Remis sei „völlig gerecht“.
Coach Konde: Auch gegen Unions U23 soll gepunktet werden
Für Türkiyemspor ist dieser Punkt vor allem leistungstechnisch ein positives Signal. Im Abstiegskampf hilft er nur bedingt – doch dass er ausgerechnet bei einem Topteam wie Jena II gelingt, macht ihn besonders. „Jetzt kommt 1. FC Union Berlin II und auch hier wollen wir Zählbares mitnehmen“, so Konde.
Titelbild: Loredana Zafisambondaoky

