engels jakob

High-Voltage-Ostersonntag: Bero gegen Viktorias U20 unter maximalem Druck

Die Berlin-Liga der Frauen auf der Zielgeraden: Das (Nachhol)Spiel der Woche auf rasenperlen.de hat richtungsweisenden Charakter.

Das Nachholspiel vom 14. Spieltag ist mehr als nur ein Termin im Kalender – es ist ein Schlüsselspiel im engen Titelrennen der Berlin-Liga der Frauen. Vier Teams kämpfen noch um die Meisterschaft: Tabellenführer SFC Stern 1900 (49 Punkte), Verfolger Viktoria Berlin (46), dazu Borussia Pankow (45) und Berolina Mitte (44). Entsprechend hoch ist die Fallhöhe für beide Seiten vor dem Duell am Ostersonntag (16.30 Uhr, Kleine Hamburger Straße). Liefern sich die beiden Spitzenteams eine intensive Partie wie im Hinspiel (2:1 für Bero), können sich die Fans zudem auf tollen Fußball freuen.

lamprecht hahn
Mit Emma Lamprecht (l.) und Vikis Lea Hahn treffen zwei der formstärksten Spielerinnen der Liga aufeinander.

Die Ausgangslage ist klar – und die Tonlage der Trainer ebenso. Vor dem Spiel der Woche zwischen Berolina Mitte und der Viktoria-U20 prallen zwei Perspektiven aufeinander: vorsichtiger Realismus auf der einen, selbstbewusste Klarheit auf der anderen Seite.

Termin am Ostersonntag? Dafür fehlt Frank Krug die Fantasie

Die ungewöhnliche Terminierung beschäftigt Bero-Coach Frank Krug merklich. Ein Spiel am Ostersonntag? „Da fehlen mir etwas die Worte und die Fantasie, wie man darauf kommt“, sagt Krug. Die Folgen sind konkret: Nicht alle Spielerinnen stehen zur Verfügung, einige sind familiär gebunden oder verreist, dazu kommen Verletzungsfragen. „Da muss ich abwarten, ob sie rechtzeitig fit werden.“

Trotzdem sieht er sein Team nicht geschwächt: „Wir haben genug Spielerinnen, die das eins zu eins ersetzen können.“ Der Blick auf den Gegner fällt respektvoll aus. Viktorias U20 sei „sehr spielstark, taktisch flexibel und extrem ambitioniert“, mit realistischen Aufstiegsplänen Richtung Regionalliga.

Die eigene Lage bewertet Krug nüchtern. Nach zwei Niederlagen habe sich die Perspektive verschoben: „Vor drei Wochen hätte ich zur Meisterschaft noch etwas anderes gesagt.“ Nun seien Stern und Viktoria im Vorteil, Berolina „steht hinten an“. Dennoch: „Es ist ein Heimspiel, wir wollen das gewinnen – um oben dran zu bleiben und zu zeigen, dass die Punkte auf dem Bero bleiben.“

badem niemack
Szene aus dem Hinspiel: Beros Dreh- und Angelpunkt Zehra Badem (l.) im Duell mit Gabby Kelly-Niemack.

Auf der anderen Seite erwartet Viktoria-Trainer Darien Hoffmann ebenfalls einen hochmotivierten Gegner, der nach den Rückschlägen „den Turnaround schaffen will“. An der eigenen Herangehensweise ändert das nichts: „Ganz einfach, wie immer – mutig.“ Große Anpassungen? Fehlanzeige. „Wir sind gut vorbereitet und wissen, was auf uns zukommt.“

Beide Teams brauchen den Dreier – Hochspannung ist garantiert

Für die Tabelle formuliert Hoffmann die Konsequenzen klar: „Wenn wir gewinnen, wird es ein Zweikampf. Wenn nicht, kann Stern sich absetzen.“ Die Marschroute ist eindeutig – und die Vorfreude groß: „Wir wissen, was wir können. Es wird bestimmt ein interessantes Spiel.“

engels jakob
Für jeden Bero-Gegner lautet die Frage: Wie bekommt man Flügelspielerin Silvia Engels in den Griff? Im Hinspiel probierte es Marie Jakob.

Berolina ringt also mit den Umständen, bleibt aber kämpferisch. Viktoria vertraut auf seine Linie – und sieht die Chance, das Titelrennen entscheidend zuzuspitzen. Das verspricht eine packende Partie – High Voltage eben.


Fotos: Matthias Vogel